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Ölpreis unter Spannung

Notreserven treffen auf neue Angebotsrisiken 05.10.2026, 14:48 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Öl
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Brent hält sich über 100 Dollar

Der Ölmarkt zeigt sich am Montag, dem 5. Oktober 2026, ausgesprochen schwankungsanfällig. Gegen Mittag notierte Brent bei rund 102,30 US-Dollar je Barrel, umgerechnet rund 91,60 Euro, und damit weiterhin über der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar. Die US-Sorte West Texas Intermediate, kurz WTI, lag bei etwa 90,62 US-Dollar, umgerechnet rund 81,20 Euro. Zuvor waren beide Sorten zeitweise stärker unter Druck geraten.

100 Millionen Barrel sollen den Markt entlasten

Für Verkaufsdruck sorgt vor allem die Aussicht auf zusätzliches Angebot. Die G7-Staaten wollen insgesamt 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Notreserven freigeben. Gleichzeitig haben sich die Rohölexporte aus dem Nahen Osten zuletzt deutlich erholt. In vier der sieben Tage der letzten Septemberwoche lagen die Lieferungen sogar über dem Niveau vor Beginn des Krieges. Damit steht kurzfristig wieder mehr Öl für den Weltmarkt zur Verfügung.

OPEC+ erhöht Förderung vorerst nicht weiter

Von OPEC+ kommt dagegen kein zusätzlicher Angebotsimpuls. Saudi-Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman beschlossen, die für September 2026 vorgesehenen Produktionsmengen auch im November beizubehalten. Eine weitere Erhöhung bleibt damit zunächst aus. Für den Ölpreis bildet diese Entscheidung einen Gegenpol zur geplanten Freigabe der Notreserven. Die nächste Überprüfung der Produktionspolitik ist für den 1. November 2026 vorgesehen.

Saudi-Arabien senkt Arab-Light-Preis für Asien

Zusätzlichen Druck erzeugt Saudi-Arabien mit einer deutlichen Preissenkung für asiatische Kunden. Saudi Aramco senkte den offiziellen Verkaufspreis von Arab Light für November um 3 US-Dollar je Barrel, umgerechnet rund 2,70 Euro. Die Sorte wird nun mit einem Abschlag von 5 US-Dollar je Barrel, umgerechnet rund 4,50 Euro, auf den Durchschnitt der Referenzpreise Oman und Dubai verkauft. Dabei handelt es sich nicht um einen absoluten Verkaufspreis von 5 US-Dollar, sondern um den Preisabstand zum regionalen Referenzwert. Der Abschlag fällt damit so hoch aus wie seit Juni 2020 nicht mehr.

Angriffe begrenzen den Preisrückgang

Gleichzeitig bleibt das geopolitische Risiko erheblich. Angriffe auf Schiffe und Energieanlagen in der Region halten die Sorge vor neuen Störungen bei Förderung und Transport aufrecht. Damit prallen am Ölmarkt derzeit zwei gegensätzliche Kräfte aufeinander. Mehr Angebot durch Notreserven und wieder steigende Exporte belastet die Preise, während die Risiken für wichtige Lieferwege eine stärkere Entspannung verhindern. Für Brent bleibt die Marke von 100 US-Dollar je Barrel deshalb vorerst ein zentraler Orientierungspunkt.

Bn-Redaktion/tb
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