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Thyssenkrupp drehen trotz Abbruch von Stahlverkauf ins Plus 04.05.2026, 11:41 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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ThyssenKrupp 10,81 EUR +1,89 % Baader Bank

(Neu: Überschrift, Kursentwicklung mit zusätzlicher Einordnung, weitere Experteneinschätzungen.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die auf Eis gelegte Trennung vom Stahlgeschäft hat die Thyssenkrupp DE0007500001-Anleger am Montag nicht nachhaltig beeindruckt. Die vorbörslich schwachen Titel drehten nach Handelsbeginn im freundlichen Marktumfeld schnell ins Plus und setzten ihre am Donnerstag begonnene Rally fort. Nach einem Hoch seit Anfang März Euro behaupteten sie gegen Mittag ein Plus von 0,9 Prozent auf 10,175 Euro.

Seit Jahresbeginn steht ein Kursgewinn von knapp 10 Prozent zu Buche - beim MDax DE0008467416 der mittelgroßen deutschen Unternehmen sind es nur 0,7 Prozent. Im Februar, noch vor Beginn des Nahostkriegs, hatten die Aktien mit 12,475 Euro ein Hoch seit 2018 erreicht. Anschließend verloren sie bis Ende März wieder über 40 Prozent an Wert, konnten sich jüngst aber wieder merklich stabilisieren.

Dass der Industriekonzern und der indische Konkurrent Jindal am Wochenende bekannt gaben, die seit September vergangenen Jahres laufenden Verkaufsgespräche abzubrechen, begründete Thyssenkrupp mit besseren Rahmenbedingungen für Stahlhersteller in Europa und Fortschritten bei der Sanierung der Sparte. Deren Neuaufstellung solle aus eigener Kraft vorangetrieben werden, um den Stahlbereich erfolgreich und profitabel aufzustellen, hieß es. Mittelfristig bleibt es aber bei den Verkaufsplänen.

Der Kasus Knaxus für diese Entscheidung sei wohl die Bewertung der Sparte angesichts einer verbesserten Ausgangslage in Europa und den Restrukturierungserfolgen gewesen, kommentierte ein Börsianer. Protektionismus seitens der EU soll der Branche in Europa helfen. Die Analysten der US-Bank JPMorgan hatten nach Bekanntwerden der Pläne im Vorjahr von einer "Renaissance der Branche" gesprochen.

"Die Nachricht ist formal neu, kommt unseres Erachtens aber nicht völlig überraschend", schrieb Dirk Schlamp von der DZ Bank zum Abbruch der Verkaufsgespräche. Denn "bereits im Vorfeld hatten Medienberichte auf Probleme im Due-Diligence- beziehungsweise Verhandlungsprozess hingewiesen, insbesondere bei Pensionslasten, künftigem Investitionsbedarf und Energiekosten". Die Aussetzung der Verkaufspläne sei "daher eher die Bestätigung eines bekannten Risikos als ein völlig neuer negativer Impuls". Überraschend sei weniger die Pause selbst als die positive Begründung durch Thyssenkrupp mit besseren Marktbedingungen und dem eigenen Wertsteigerungspotenzial.

Ein Händler hatte am frühen Morgen ebenfalls konstatiert, der Gesprächsabbruch komme nicht aus heiterem Himmel, diesen aber mit Blick auf die vorbörslichen Kursverluste als recht negativ gewertet. Denn der Verkauf des Stahlgeschäfts könnte für Thyssenkrupp ein "Gamechanger" werden, der nun erst einmal nicht realisiert werde.

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