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Gesenkte Jahresziele drücken Qiagen auf Mehrjahrestief 28.04.2026, 12:43 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Qiagen 30,37 EUR -5,07 % Lang & Schwarz

Gesenkte Jahresziele haben der Aktie von Qiagen NL0015002CX3 am Dienstag einen neuen, kräftigen Dämpfer versetzt. Am späteren Vormittag verlor das Papier des Labordienstleisters und Diagnostikspezialisten 5,7 Prozent auf 30,79 Euro und belegte den letzten Platz im Dax DE0008469008. Kurz nach dem Handelsstart war es sogar bei nur wenig über 30 Euro auf den tiefsten Stand seit Winter 2019 gesackt. Das Minus im bisherigen Jahresverlauf beträgt fast 21 Prozent.

Im Januar dagegen hatten noch Übernahmefantasien die Aktie angetrieben. Nachdem es da bis auf knapp 47,60 Euro nach oben gegangen war, auf den höchsten Stand seit Februar 2023, wurden die Hoffnungen schließlich bis Mitte März wieder vollständig ausgepreist.

Am späten Montagabend hatte Qiagen vorläufige Eckzahlen zum ersten Quartal vorgelegt und dabei die Prognosen für das Umsatzwachstum und das Ergebnis je Aktie (EPS) im laufenden Jahr nach unten geschraubt. Dass die Aktie nach ihrer Stabilisierung seit der Kurskorrektur zwischen Ende Januar und Ende März jetzt wieder auf Talfahrt ging, überraschte daher weder Händler noch Analysten besonders.

So rechnet Deutsche-Bank-Analyst Jan Koch nach dem vorgelegten Bericht mit einer Abwärtskorrektur der Konsensschätzung für das Jahres-EPS um rund 3 Prozent. "Trotz eines bereits schwach erwarteten Jahresstarts, im Einklang mit der allgemeinen Quartalsberichtssaison im Diagnostiksektor und der jüngsten Gewinnwarnung von Biomérieux FR0010096479 fiel das Ergebnis schlechter aus als erwartet", schrieb er. Koch hatte erwartet, dass sich Qiagen "besser gegen geopolitische Unsicherheiten gewappnet" haben würde.

Mit Blick auf die wichtigsten Kennziffern des ersten Quartals schrieb Koch, dass zwar das bereinigte EPS wie erwartet ausgefallen, der Umsatz aber 2 Prozent unter der durchschnittlichen Analystenschätzung (Konsens) herausgekommen sei. Dabei sei die Entwicklung in den einzelnen Bereichen unterschiedlich verlaufen. Geringere Umsätze mit dem Tuberkulose-Bluttest Quantiferon und dem Krankheitserreger-Schnelltest Qiastat sowie eine verhaltene Nachfrage von US-amerikanischen Life-Sciences-Kunden haben das laut Koch "solide Wachstum in anderen Bereichen des Portfolios" konterkariert.

Er wies zudem auf die Prognose von Qiagen zum angelaufenen zweiten Quartal hin, die beim Umsatz 5 Prozent und beim bereinigten EPS 3 Prozent unter den entsprechenden Konsensschätzungen liegt.

Barclays-Analyst Luke Sergott war unterdessen bereits von einem durchwachsenen Zahlenwerk ausgegangen, hatte allerdings andere Gründe dafür gesehen, - etwa die Bedrohung durch den Markteintritt des Schweizer Pharmakonzerns Roche CH0012032048 in den Bereich für latente Tuberkulose und syndromische Testungen.

Dass nach den verfehlten Quartalszahlen Qiagen die Jahresziele gesenkt hat, wundert ihn nicht. Die vorherigen Prognosen habe er als "aggressiv" angesehen, die neuen nähmen nun etwas Druck raus, schrieb Sergott. "Allerdings ist das Risiko damit noch nicht gebannt", da von einer deutlichen Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte ausgegangen werde. "Wir sagen nicht, dass das Management die Ziele im Jahresverlauf erneut senken muss, aber wir glauben keineswegs, dass die Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte ein Selbstläufer ist." Daher stehe nun die Telefonkonferenz an diesem Nachmittag im Fokus.

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