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Netflix brechen vorbörslich ein - Gewinnprognose enttäuscht 17.04.2026, 13:16 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Netflix 82,69 EUR -1,89 % Baader Bank

Eine enttäuschende Gewinnprognose hat die Aktien von Netflix US64110L1061 am Freitag stark unter Druck gesetzt. Im vorbörslichen US-Handel sackten sie um mehr als zehn Prozent ab. Damit dürfte die jüngste Erholung der Papiere des Streaming-Riesen vorerst ein Ende finden. Seit Ende Februar waren sie bis zum Handelsschluss am Donnerstag um mehr als 40 Prozent gestiegen, seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 15 Prozent zu Buche. Vom Rekordhoch Ende Juni vergangenen Jahres bei 134,12 US-Dollar sind die Netflix-Aktien aber dennoch ein Fünftel entfernt. Nun droht der Rutsch zurück unter die 200-Tage-Chartlinie, einem Indikator für den langfristigen Trend.

Netflix stellte für das laufende Quartal lediglich einen operativen Gewinn von 79 US-Cent je Aktie in Aussicht, während Analysten im Schnitt mit einer Prognose von 84 Cent gerechnet hatten. Nachdem sich Netflix aus dem Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers US9344231041 zurückgezogen hatte, hätten einige Investoren auf größere Aktienrückkäufe und ein höheres Margenziel im Gesamtjahr gehofft, schrieb Citigroup-Analyst Jason Bazinet. Stattdessen habe Netflix die Jahresprognose beibehalten, keine Änderung an der Strategie zur Nutzung der Finanzmittel signalisiert und obendrein mit dem Ausblick aufs laufende Quartal enttäuscht.

Aus Sicht von Markus Leistner von der DZ Bank wiegt außerdem der Abschied des Mitgründers und Verwaltungsratsvorsitzenden Reed Hastings schwer. Der 65-Jährige will sich nach Ablauf seines Mandats im Juni nicht mehr zu Wiederwahl stellen. Damit werde das Ende einer 29-jährigen Ära eingeläutet, kommentierte Leistner. Er lobte allerdings die Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Netflix habe mit einem hohen Gewinn überzeugt, auch die Anhebung der Prognose für den freien Barmittelzufluss sei positiv. Ein deutlicher Kursrückgang sei daher eine Einstiegschance.

JPMorgan-Experte Doug Anmuth sprach ebenfalls von einer Kaufgelegenheit angesichts der Kursschwäche. Sein positiver Blick auf Netflix habe sich nicht geändert. Zwar könne er die Enttäuschung wegen der unveränderten Prognose für 2026 verstehen, allerdings sei der Jahresauftakt stark gewesen. Auch bei James Heaney vom Analysehaus Jefferies schrillen in der Folge nicht die Alarmglocken. Nach dem zuletzt guten Lauf der Netflix-Aktie seien die Erwartungen unter anderem an die Marge übertrieben optimistisch gewesen. Fundamental habe sich die Situation für den Streaming-Riesen nicht verschlechtert.

Barclays-Analyst Kannan Venkateshwar warnte jedoch, dass das Risiko zu hoher Erwartungen an Netflix mehr als nur ein kurzfristiges Problem sein könnte. Seit sich das Unternehmen nur noch gelegentlich zu konkreten Abonnentenzahlen äußere, sei die Beurteilung ohnehin schwieriger geworden. Venkateshwar zeigte sich zudem von der Umsatzprognose fürs laufende Quartal irritiert. Ein etwas langsameres Wachstum sei mit Blick auf die jüngsten Preiserhöhungen etwas überraschend - zumal Netflix im Auftaktquartal im asiatisch-pazifischen Markt stark zugelegt habe.

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