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Vorbörslicher Kurssprung bei Broadcom verhilft Nasdaq nach oben 05.09.2025, 12:21 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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NEW YORK/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Erfolge von Broadcom mit Angeboten für Künstliche Intelligenz kommen am Freitag in der Technologiebranche gut an. Die Titel des Chipriesen zogen vorbörslich um mehr als neun Prozent an. Angetrieben vom Quartalsbericht und einem Großauftrag steuern die Aktien auf ein Rekordhoch zu. Der Konzern ist mittlerweile zu den sieben größten Tech-Werten in den USA aufgestiegen und hat in der Rangfolge Tesla überholt.

Für die Aktien des wichtigsten Konkurrenten und KI-Favoriten Nvidia ging es im vorbörslichen Handel hingegen um ein halbes Prozent nach unten. Dies änderte aber nichts daran, dass sich die Erholung im ganzen Tech-Sektor wohl fortsetzen wird: Der von Tech-Schwergewichten geprägte Auswahlindex Nasdaq 100 steuert am Freitag auf ein Plus von einem halben Prozent zu. Auch in Europa waren Chipaktien gefragt: Neben Infineon zogen dort vor allem die Titel von STMicroelectronics nach einer Empfehlung der Investmentbank Exane BNP an.

Der Apple - und Google -Chipzulieferer Broadcom hat neben dem Umsatz auch den Gewinn im dritten Geschäftsquartal deutlich gesteigert und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Für das letzte Vierteljahr geht das Unternehmen von einem deutlicheren Wachstum aus, als die Marktexperten zuvor angenommen hatten. Hinzu kommt, dass Broadcom Kreisen zufolge zusammen mit der ChatGPT-Entwicklerfirma OpenAI einen sogenannten KI-Beschleuniger entwickeln und produzieren will.

Die Ergebnisse des im Juli beendeten Geschäftsquartals seien besser als erwartet gewesen, schrieb Harlan Sur von JPMorgan in einem Kommentar. Der Umsatzausblick bis Oktober sei solide - getrieben von KI-Nachfrage, einer generellen Stabilisierung bei anderen Halbleitern sowie von einer soliden Dynamik bei der Tochter VMware. Mark Lipacis von Evercore ISI zeigte sich überrascht von den Umsätzen von Broadcom im KI-Bereich.

Blayne Curtis von Jefferies hob hervor, dass Broadcom einen vierten Großkunden gewonnen habe im Geschäft mit ASIC-Chips, die auf bestimmte Rechenaufgaben spezialisiert sind. Bei dem Kunden soll es sich dem Vernehmen nach um OpenAI handeln. Broadcom-Chef Hock Tan hatte in einer Analystenkonferenz nur gesagt, dass der neue Kunde Aufträge im Wert von mehr als zehn Milliarden US-Dollar mit sich bringe. Er nannte jedoch keinen Namen.

Mit Blick auf europäische Chipwerte betonte ein Händler, die Erfolge von Broadcom mit KI-Chips und die wohl mit OpenAI geschlossene Partnerschaft seien positiv für Infineon. Denn der deutsche Chiphersteller sei der Hauptlieferant von Leistungshalbleitern für die KI-Angebote von Broadcom. Der Börsianer ergänzte, Infineon steigere den Umsatz mit KI-Leistungschips in diesem Jahr um über 100 Prozent auf 600 Millionen Euro.

Der Händler sieht in der jüngsten Kursschwäche der Infineon-Aktie eine Kaufgelegenheit, auch wenn drohende Zölle auf Halbleitereinfuhren in die USA ein negativer Aspekt seien. Bei Infineon und STMicroelectronics machten Verkäufe in den Vereinigten Staaten jeweils etwa 10 Prozent des gesamten Umsatzvolumens aus./tih/bek/jha/

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