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Aktien Europa

Schwache Halbleiterwerte und Inflationssorgen belasten 17.07.2026, 12:09 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
FTSE 100 10.546,13 PKT -0,29 % Ariva Indikation
E-Stoxx 50 6.218,17 PKT -0,67 % Ariva Indikation
CAC 40 8.304,25 PKT -0,48 % Ariva Indikation
SMI 14.283,21 PKT ±0,00 % Ariva Indikation

Die europäischen Börsen haben am Freitag nachgegeben. Im Laufe des Vormittags glitten die Notierungen dabei zunehmend ins Minus. Neue US-Angriffe gegen den Iran belasteten ebenso wie die kräftigen Verluste der Halbleiterwerte in den USA und in Fernost. "Gute Quartalsberichte werden nicht mehr gefeiert, sondern seziert - und jeder kleine Makel reicht für Gewinnmitnahmen", merkte der Anbieter von Handelsstrategien Index Radar dazu an. "Das sorgt kurzfristig für Nervosität."

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 sank gegen Mittag um 1,27 Prozent auf 6.203,77 Punkte. Außerhalb des Euroraums tendierte der Schweizer SMI CH0009980894 unverändert. Der britische FTSE 100 GB0001383545 trat ebenfalls auf der Stelle.

Der bange Blick galt zudem der Inflation. "Die durch den Krieg im Iran hervorgerufenen hohen Energiepreise lassen weiterhin das Inflationsgespenst über das Börsenparkett spuken", warnte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. "Je länger der Krieg im Iran fortgesetzt wird, desto schwerer sind die Folgen für die Konjunkturentwicklungen in Europa."

Schwächster Sektor waren die Technologiewerte. Halbleitertitel litten unter den schwachen Vorgaben und fielen deutlich. So sanken ASML NL0010273215 um 4,3 Prozent. "Aus Euphorie wird Skepsis", stellte Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets fest. "Nach der monatelangen Rally fließt Kapital aus Chip- und KI-Aktien ab." Die Messlatte liege inzwischen so hoch, dass selbst Spitzenzahlen kaum noch Begeisterung auslösten.

Im ebenfalls schwachen Rohstoffsektor gaben Aktien von Yara NO0010208051 um ein Prozent nach. Die Experten von JPMorgan sprachen von schwächer als erwartet ausgefallenen Ergebnissen zum zweiten Quartal. Die Konsensschätzungen für das Gesamtjahr dürften unter Druck kommen.

Unter den Reiseaktien schwächelten Air France-KLM FR001400J770 und sanken um 3,5 Prozent. Die Analysten von Kepler Cheuvreux hatten den Wert auf "Reduce" abgestuft. Die zurückliegende Rally des Kurses sei übertrieben gewesen, so die Begründung.

Im Fahrzeugsektor gab es Zahlen aus Schweden. Ein überraschend schwaches zweites Quartal belastete dabei die Aktien des Autobauers Volvo Cars SE0021628898, die um sieben Prozent fielen und sich damit den Jahrestiefs von Ende Juni näherten. Besser hielten sich die Anteile des Lkw-Bauers Volvo AB SE0000115446, die wenig verändert tendierten. Der Nutzfahrzeughersteller hatte sich im zweiten Quartal besser als gedacht entwickelt und eine starke Nachfrage nach Lkw verzeichnet.

Anleger hielten sich vermehrt an defensive Sektoren wie Versorger, Nahrungsmittel und Telekommunikation. Die ansonsten soliden Pharmawerte wurden etwas durch die Abgaben von GSK GB0009252882 gebremst, die um drei Prozent nachgaben. Das Unternehmen stellt die Entwicklung von Medikamenten gegen chronischen Husten ein.

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