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Dax schwächelt weiter nach US-Daten und vor Fed-Zinsentscheid 16.09.2025, 15:00 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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DAX 23.896,76 PKT -1,80 % Ariva Indikation

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Dienstag angesichts eindeutiger Zinserwartungen auf die Bremse getreten. US-Konjunkturdaten hatten nur wenig Einfluss auf die Kurse. So sind die Umsätze im Einzelhandel im August stärker als erwartet gestiegen. Zudem wurden die Zahlen für den Vormonat nach oben revidiert.

Der Dax notierte am Nachmittag 0,6 Prozent tiefer bei 23.606 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen büßte 0,2 Prozent auf 30.422 Zähler ein. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,1 Prozent bergab.

Im Fokus steht die US-Notenbanksitzung, die am Mittwoch mit der Zinsentscheidung endet. Anleger gehen fest davon aus, dass die Fed erstmals in diesem Jahr ihren Leitzins senken wird. Einige halten sogar einen größeren Zinsschritt um 0,5 Prozentpunkte für möglich. An einer geldpolitischen Lockerung bestünden auch nach der Überraschung bei den Einzelhandelsdaten kaum Zweifel, betonte Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen.

"Es zeigt sich immer mehr, dass die Marktteilnehmer derzeit nicht mehr gewillt sind, den Gesamtmarkt zu kaufen. Das Euphorielevel, bezogen auf die US-Notenbanksitzung, ist hoch", erklärte Marktexperte Andreas Lipkow. Sollte diese Erwartungshaltung nicht erfüllt werden, könne es zu größeren Korrekturen an den Aktienmärkten kommen. Defensive Branchen seien gefragt, während bei zyklischen Werten Zurückhaltung vorherrsche.

Aus Branchensicht wurden Finanzwerte am meisten gemieden. So gehörten die Papiere von Deutscher Börse , Munich Re , Hannover Rück , Allianz , Deutsche Bank und Commerzbank mit Verlusten zwischen 1,2 und 1,8 Prozent zu den schwächsten Werten im Dax.

Die Titel von Beiersdorf litten unter einer gestrichenen Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies und sackten zunächst auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren ab. Danach reduzierten sie das Minus auf zuletzt 1,6 Prozent. Die Marke Nivea kämpfe mit dem für die Aktie des Konsumgüterherstellers wichtigen Wachstum, begründete David Hayes seine Neubewertung. Zudem erschienen die Hoffnungen auf Innovationen im laufenden Halbjahr zu optimistisch.

Die dieses Jahr schwer gebeutelten Aktien von Puma erhielten weiteren Rückenwind von Spekulationen über die Möglichkeit einer Fusion mit Adidas . Am Vortag hatten sie schon etwas zugelegt, nachdem ein Investor am Freitag einen Zusammenschluss in einem Interview ins Spiel gebracht hatte. Nun zog die Debatte darüber weitere Kreise. Für den Puma-Kurs ging es zuletzt um 4,4 Prozent nach oben, während Adidas um 0,7 Prozent nachgaben.

Kaufinteresse für das Stahlgeschäft trieb die Anteilsscheine von Thyssenkrupp kräftig an. Am Nachmittag sorgte die Nachricht, dass der indische Stahlkonzern Jindal ein unverbindliches Angebot zum Kauf der Stahltochter Steel Europa abgegeben hat, für Rückenwind. Aus einem Minus von bis zu sechs Prozent wurde ein Plus von 5,9 Prozent, der höchste Stand seit mehr als vier Jahren.

Die Aktien des Waferherstellers Siltronic schnellten im Nebenwerte-Index SDax um knapp 10 Prozent nach oben. Mit dem Sprung auf das Niveau von Ende Juli schafften sie es auch zurück über die 50- sowie die 100-Tage-Linie, zwei wichtige charttechnische Indikatoren für den mittelfristigen Trend. Seit Jahresbeginn steht aber immer noch ein Minus von knapp 15 Prozent zu Buche.

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler will in den kommenden Jahren sein operatives Ergebnis verdoppeln. Gestützt von einem geplanten Erreichen der Gewinnschwelle in der Elektroautosparte will Chef Klaus Rosenfeld die um Sondereffekte bereinigte operative Marge vor Zinsen und Steuern im Konzern bis 2028 auf 6 bis 8 Prozent hochtreiben nach vergleichbaren 3,5 Prozent 2024. Auch Umsatz und Barmittelfluss sollen sich verbessern. Die Schaeffler-Papiere stiegen um 2,9 Prozent.

Die Aktien von Atoss Software setzten mit plus 5,3 Prozent zu einem Erholungsversuch an, nachdem die Privatbank Metzler eine Kaufempfehlung ausgesprochen hatte. Zur Begründung verwies Analyst Oliver Frey auf den Kurseinbruch um ein Drittel in den vergangenen acht Wochen. Die Korrektur bringe für Anleger eine attraktive Chance mit sich. Mit Atoss setzten sie auf ein Unternehmen, das ein starkes Finanzprofil mit einer führenden Position im strukturell wachsenden Markt für Personalmanagement verbinde./edh//jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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