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Verluste vor US-Zinssignalen und Big-Tech-Zahlen 28.01.2026, 14:52 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor der Bekanntgabe der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwochabend hat der deutsche Aktienmarkt den Rückwärtsgang eingelegt. Der Dax sank auf den tiefsten Stand seit einer Woche und verlor zuletzt 0,5 Prozent auf 24.771 Punkte. Tags zuvor war der deutsche Leitindex zwischenzeitlich über die viel beachtete Marke von 25.000 Punkten gestiegen, letztlich aber wieder abgedreht.

Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte gab am Mittwochnachmittag um 0,6 Prozent auf 31.530 Zähler nach. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um rund 0,4 Prozent bergab.

Die US-Notenbank wird am Abend den Leitzins aus Sicht von Experten nicht weiter senken. Im Dezember hatte sie den Zins noch um 0,25 Prozentpunkte reduziert, im vergangenen Jahr um insgesamt 0,75 Punkte. Begründet wurden die Lockerungen bei einer hartnäckigen Inflation mit einem sich abschwächenden Arbeitsmarkt.

Im Blick der Finanzmärkte steht aber vor allem der Kampf um die Unabhängigkeit der Fed im Zuge des anstehenden Führungswechsels. US-Präsident Donald Trump übt seit Monaten starken Druck auf Fed-Chef Jerome Powell aus. Zuletzt eskalierte der Konflikt mit der Einleitung rechtlicher Maßnahmen gegen Powell, dessen Amtszeit im Mai endet. Die heftigen Attacken Trumps und seine geforderten Zinssenkungen sorgten für Verunsicherung an den Finanzmärkten. "Der Fed kommt die schon länger absehbare Pause bei den Zinssenkungen daher wohl gelegen, da sie mit ihr ihre Unabhängigkeit demonstrieren kann", kommentierte Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner.

Aus Branchensicht stehen deutsche Hightech-Aktien nach einem überraschend positiven Quartalsbericht und einem optimistischen Ausblick des Halbleiterindustrie-Ausrüsters ASML in der Anlegergunst. Der niederländische Konzern profitiert weiter stark vom KI-Boom. Dies trieb die Papiere von Jenoptik um knapp 10 Prozent auf den höchsten Stand seit Oktober. Für den Hersteller von optischen Systemen, Lasern und Messtechnik ist ASML laut Jefferies-Analyst Henrik Paganetty der wichtigste Kunde.

Gute Nachrichten gab es auch vom südkoreanischen Chip-Hersteller SK Hynix , der dank des KI-Booms ein Rekordquartal verzeichnete. Zudem hatte am Vorabend der US-Chipkonzern Texas Instruments mit einem überraschend robusten Quartalsausblick überzeugt. Die Nachfrage nach Chips für industrielle Anwendungen und Autos scheint sich zu erholen. Das sind vor allem mit Blick auf Infineon positive Signale. Die Titel des größten deutschen Halbleiterkonzerns gewannen an der Dax-Spitze 4,8 Prozent.

Razzia bei der Deutschen Bank : Wegen des Verdachts der Geldwäsche durchsucht die Justiz Gebäude des größten deutschen Geldhauses in Frankfurt und Berlin. Beschuldigt werden unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte. Hintergrund sind frühere Geschäftsbeziehungen des Instituts zu ausländischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben. Die Aktie verlor zuletzt 3,3 Prozent.

Eine Achterbahnfahrt legten die Aktien von Wacker Chemie hin. Nach einem schwachen Start drehten sie rasch ins Plus und stiegen zeitweise um mehr als 4 Prozent. Danach bröckelten sie jedoch wieder ab und drehten ins Minus. Zuletzt verloren die Papiere des Spezialchemie-Unternehmens 2,2 Prozent. Wacker Chemie habe beim operativen Gewinn im vierten Quartal selbst die zuletzt deutlich gesunkenen Markterwartungen noch klar verfehlt, kommentierte JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi. Gleichwohl habe der Lagerbestandsabbau in Kombination mit niedrigeren Investitionen zu einem guten Finanzmittelfluss geführt.

Die Papiere von Bayer konsolidierten nach ihrem jüngsten Höhenflug erst einmal und fielen um 2,9 Prozent. Mit einem Jahresplus von fast 23 Prozent bleiben sie aber bester Dax-Wert im noch jungen Jahr. Die Hoffnung der Anleger, dass die langwierigen Glyphosat-Rechtstreitigkeiten in den USA in Bälde endlich abgehakt werden könnten, sorgte seit Dezember für eine Aufwertung./edh/mis

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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