AKTIEN IM FOKUS 2

Erholungsrally von Redcare und DocMorris - 'Eindeckungen' 31.03.2026, 15:08 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Redcare Pharmacy 48,45 EUR -0,02 % Lang & Schwarz
DocMorris AG (ex zur Rose) 7,93 EUR -0,19 % Lang & Schwarz

(neu: Kurse und mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die schwungvoll gestartete Erholung der Aktie von Redcare Pharmacy NL0012044747 hat sich am Dienstag fortgesetzt. Am frühen Nachmittag knüpfte das Papier der Online-Apotheke mit einem Anstieg von mehr als 13 Prozent auf 37,70 Euro an seine fast 8-prozentigen Gewinne vom Montag an. Sie waren zu Wochenbeginn im frühen Handel zunächst auf ein Tief seit 2019 gefallen, hatten anschließend aber kräftig zugelegt.

Der Anteilsschein des Konkurrenten DocMorris CH0042615283 gewann in der Schweiz 10,5 Prozent auf 4,72 Franken.

Im bisherigen Jahresverlauf steht trotz des nunmehr über 20-prozentigen Kursgewinns von Redcare in nur zwei Tagen aber immer noch ein Verlust von 42 Prozent zu Buche. Damit nimmt die Aktie den vorletzten Platz im 50 Werte umfassenden MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmen ein. Noch schlechter hat sich seit dem Auftakt 2026 nur die Aktie des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 DE000A2LQ884 entwickelt.

Am Markt wurde für beide Werte vor allem auf Eindeckungen von Leerverkäufen zum Quartalsende hin verwiesen. So haben einem Börsianer zufolge etwa zahlreiche auf Leerverkäufe spezialisierte Anleger Redcare Pharmacy auf ihrem Shortselling-Radar, wobei manche derzeit ihre Bestände reduzierten. Das heißt, diese sogenannten Leerverkäufer schließen ihre Short-Positionen durch Aktienkäufe am Markt.

Sie hatten die Aktien zu einem früheren Zeitpunkt ausgeliehen und verkauft, um so auf fallende Kurse zu spekulieren. Tritt dies ein, können sie die geliehenen Papiere zu einem günstigeren Kurs zurückgeben und machen Gewinn. Steigt jedoch der Kurs, muss rasch zurückgekauft werden, um Verluste zu begrenzen. Dies verstärkt dann in der Regel noch derlei Kursanstiege, vor allem, wenn sehr viele Leerverkäufer in der Aktie short sind.

Analyst Felix Dennl vom Bankhaus Metzler verwies in einem Kommentar an diesem Dienstag zudem auf Reformvorschläge für das deutsche Krankenkassen-System. Vor allem der Vorschlag, die Zuzahlung von gesetzlich Versicherten für verschreibungspflichtige Medikamente zu erhöhen, könnte die Verbraucher dazu veranlassen, von Apotheken vor Ort zu den preisgünstigeren Versandapotheken zu wechseln.

Derzeit betrage die Zuzahlung für verschreibungspflichtige Medikamente, die seit 2004 nicht geändert worden sei, 10 Prozent der Medikamentenkosten, mindestens aber 5 Euro und maximal 10 Euro. "Die vorgeschlagene Maßnahme sieht eine Anhebung dieser Schwellenwerte auf mindestens 7,50 Euro und im Maximalfall 15 Euro vor. Zusätzlich sollen die Zuzahlungen für weitere Leistungen wie medizinische Hilfsmittel von 10 auf 15 Euro steigen."

Der Vorteil für Online-Apotheken wäre, wie Dennl der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX unter Verweis auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem vergangenen Jahr erklärte, dass Versandapotheken mit Sitz in der EU nicht an die deutschen Festpreise für verschreibungspflichtige Arzneimittel gebunden sind. So dürften sie für rezeptpflichtige Medikamente Boni zwischen 2,50 und 20,00 Euro vergeben, "und so ein Bonus könnte die Zuzahlung kompensieren"./ck/bek/jha/

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