AKTIEN IM FOKUS 2

Microsoft sorgt mit Zahlen für Euphorie - Meta unter Druck 30.07.2026, 17:09 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Microsoft 391,53 EUR +12,51 % Baader Bank
Meta Platforms (A) 462,35 EUR -3,81 % Baader Bank

(neu: Kurs aktualisiert, Neufassung KI-Ausgaben, Charteinordnungen)

NEW YORK (dpa-AFX) - Starke Jahreszahlen von Microsoft US5949181045 und Enttäuschung über die Resultate und den Ausblick von Meta US30303M1027 haben die Aktien der beiden Mitglieder der sogenannten Glorreichen Sieben am Donnerstag in entgegengesetzte Richtungen getrieben.

Besonders im Fokus standen in beiden Fällen die KI-Investitionspläne. Von Microsoft kam das Signal, dass diese im Zaum gehalten werden. Dies erleichterte Anleger, unter denen zuletzt in der ganzen Branche Sorgen hochgekocht waren, dass die Investitionen überhand nehmen und sich vielleicht nicht rentieren. Die Instagram- und Facebook-Mutter Meta dagegen hob das untere Ende ihrer bisherigen Investitionsspanne an.

Der Microsoft-Kurs sprang um 15 Prozent hoch und setzte sich über der 200-Tage-Linie ab, worin viele Anleger ein positives langfristiges Chartindiz sehen. Allerdings war dies den Titeln Ende Mai schon einmal gelungen, bevor dann ein tiefroter Juni folgte. Das Niveau von Ende Mai wurde mit dem Kurssprung jetzt wieder erreicht.

In den vergangenen Tagen, als Anleger aus Chip- und KI-Werten flüchteten, hatten sich Software-Aktien schon erholt davon gezeigt, dass in den Monaten davor immer wieder Sorgen aufkamen, dass die Künstliche Intelligenz für die Branche auch eine Bedrohung sein kann. Das diesjährige Kursminus bei Microsoft wurde jetzt wieder auf etwa sieben Prozent gedrückt.

Meta dagegen büßten mehr als neun Prozent ein und näherten sich dem tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr, das mit gut 520 Dollar aus dem März stammt. Schon länger sind die Aktien durch Sorgen um hohe Investitionen belastet.

Microsoft habe sein Geschäftsjahr 2025/26 stark abgeschlossen, wozu alle Geschäftsbereiche beigetragen hätten, lobte RBC-Analyst Rishi Jaluria. Die durchschnittlichen Analystenerwartungen seien durch die Bank übertroffen worden. Besonders hob er das im Quartalsvergleich beschleunigte Wachstum der Cloud-Plattform Azure hervor. Das Management erwarte bei dieser eine weitere Beschleunigung der Dynamik.

Jaluria wies außerdem darauf hin, dass die Investitionsprognose aufgrund günstiger Entwicklungen bei der Leasingumklassifizierung gesenkt wurde, auch wenn die Investitionserwartungen ohne diese unverändert geblieben seien. Auch Jefferies-Analyst Brent Thill lobte: "Microsoft hat einen Volltreffer gelandet." Und wie der RBC-Experte hob er vor allem Azure positiv hervor und sprach hier obendrein noch von einer "starken Prognose für das erste Geschäftsquartal".

Zu Meta äußerten sich dagegen mehrere Analysten verhalten, reihenweise wurden die Kursziele gesenkt - im Falle von JPMorgan auf nur noch 640 Dollar, was den Analysten Doug Anmuth ans Ende der Tabelle im dpa-AFX-Analyser drückte. Der Facebook-Mutterkonzern stellte für das laufende Quartal einen Umsatz von 61 bis 64 Milliarden Dollar in Aussicht, während Experten im Schnitt mit rund 63 Milliarden gerechnet hatten.

Laut Thill hat Meta zwar mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen leicht übertroffen, doch zu den Investitionen in KI äußerte er sich kritisch: Der massive Ausbau schreite weiter voran, noch bevor sich konkrete Erträge abzeichneten. "Da keine Cloud-Deals angekündigt wurden und sich das Wachstum im dritten Quartal voraussichtlich erneut verlangsamen wird, bleibt die langfristige Kapitalrendite umstritten."

Anmuth von JPMorgan bemängelte, dass es bei Meta an Klarheit zur Produkt-Pipeline und Ausgabenplanung gefehlt habe, auch wenn er das Potenzial etwa bei der Weiterentwicklung von Modellen und neuer Möglichkeiten der KI-Monetarisierung nach wie vor positiv sehe. "Investoren hatten sich mehr Klarheit über den Zeitplan und den Umfang neuer Geschäftsmöglichkeiten erhofft. Wir erfuhren jedoch kaum Neues", resümierte er.

Zudem habe sich Meta nicht zu den Investitionsausgaben für 2027 geäußert. Es sei nur darauf hingewiesen worden, dass der Fokus auf der Maximierung der Kapazitäten für 2026 und 2027 liege, während es für 2028 und die Folgejahre mehr Flexibilität geben werde. "Wir gehen daher davon aus, dass Meta kurzfristig weiterhin massiv investieren wird", schrieb Anmuth. Er erwartet den für Aktionäre viel beachteten freien Barmittelzufluss unter erhöhtem Druck.

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