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Spiegel-Artikel bremst Rüstungswerte - Rheinmetall im Minus 02.06.2025, 16:27 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Rheinmetall 1.350,50 EUR -6,05 % Lang & Schwarz

(Neu: Kurse, Rheinmetall im Minus, "Spiegel"-Artikel)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein kritischer Artikel des Magazins "Spiegel" zur Besteuerung von Rüstungskonzernen hat am Montag im Tagesverlauf den Rückenwind aus der Rekordrally bei Rheinmetall genommen. Nachdem sich der Kurs zunächst noch mit bis zu 1.944 Euro der nächsten Tausendermarke genähert hatte, gerieten die Aktien zuletzt mit fünf Prozent unter Druck.

In dem Artikel des "Spiegel" wird gefragt, wie es sich verhindern lässt, dass die immensen staatlichen Gelder, die in die Verteidigung fließen sollen, in den Taschen der Aktionäre von Rüstungskonzernen landen. Von Teilverstaatlichungen oder einer Übergewinnsteuer ist daher die Rede.

Die Verteidigungsinvestitionen sind seit drei Jahren das zentrale Thema bei Rheinmetall und anderen Rüstungsaktien. Sie haben seit dem russischen Überfall auf die Ukraine Anfang 2022 dafür gesorgt, dass der Rheinmetall-Kurs in der Spitze um das mehr als 21-fache gestiegen ist. Alleine 2025 haben sich die Aktien nochmals verdreifacht.

Bei den anderen beiden bekannten Aktien aus dem deutschen Rüstungssektor, Renk und Hensoldt , schrumpften die Kursgewinne am Montag auf zuletzt 3,2 beziehungsweise 4,7 Prozent. Sie hatten ihre Rekordrally am Montag ebenfalls fortgesetzt, auch dank einer Hochstufung von Hensoldt durch die US-Bank JPMorgan. Mit bis zu 105,20 Euro wurden die Aktien des Radar-Spezialisten in erstmals zeitweise über der 100-Euro-Marke gehandelt. Renk kamen dieser mit bis zu 85,70 Euro auch näher.

Am Montag war im Ukraine-Krieg eine zweite Verhandlungsrunde zwischen Russen und Ukrainern über eine mögliche Waffenruhe angesetzt. Unmittelbar davor hatten Militärs und Geheimdienste beider Kriegsparteien am Wochenende jedoch teils spektakuläre Angriffe gestartet. Vor allem ein Schlag der Ukraine gegen Russlands strategische Bomberflotte hatte für Aufmerksamkeit gesorgt.

"Unserer Einschätzung nach werden die Ereignisse dieses Wochenendes kaum die Voraussetzungen für einen dauerhaften Waffenstillstand in der Ukraine schaffen", schrieb am Morgen die Expertin Chloe Lemarie vom Analysehaus Jefferies. Der ukrainische Geheimdienst hatte nach eigenen Angaben viele kleine Drohnen nach Russland geschmuggelt und sie dort von Lastwagen aus in der Nähe russischer Militärflugplätze angreifen lassen.

Der JPMorgan-Analyst David Perry rechnet in den kommenden fünf Jahren mit einer außerordentlich starken Geschäftsentwicklung bei Unternehmen aus dem Rüstungsbereich und dies vor allem in Deutschland. Am Montag passte er den Bewertungsmaßstab für Hensoldt auf das bei Renk und Rheinmetall schon berücksichtigte Niveau an und zog dabei auch mit seiner Empfehlung auf "Overweight" gleich.

Auch für die britischen Branchenwerte BAE Systems , Babcock und QINETIQ bleibt Perry optimistisch - mit erhöhten Kurszielen. Er ist sich nun sicherer, dass Großbritannien den politischen Willen hat, die Verteidigungsausgaben auf 3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu erhöhen. Er erwähnte dabei ein am Montag erwartetes britisches Strategiepapier. Die Aktien der drei britischen Unternehmen kamen am Montag auf Anstiege von bis zu 6,6 Prozent.

Perry grenzte die Briten in seiner Studie aber noch etwas von den deutschen Konzernen ab, für die sein Bewertungsmaßstab noch höher liege. "Dies spiegelt wider, dass Deutschland seine Verteidigungsausgaben viel schneller und deutlicher erhöhen muss, da das Land von 1990 bis 2020 chronisch zu wenig in die Verteidigung investiert hat", so Perry. Deutschland habe zudem eine deutlich geringere Staatsverschuldung als Großbritannien und könne seine Ausgaben dynamischer erhöhen./tih/ag/stk/mis

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