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Microsoft zündet nach Zahlen Kursfeuerwerk - Meta geht unter 30.07.2026, 22:47 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Microsoft 389,15 EUR +10,91 % Lang & Schwarz
Meta Platforms (A) 469,40 EUR -0,04 % Lang & Schwarz

(neu: Einordnung der Wertsteigerung und Schlusskurse)

NEW YORK (dpa-AFX) - Von Anlegern gefeierte Jahreszahlen haben dem Softwareriesen Microsoft US5949181045 am Donnerstag einen historischen Handelstag beschert. Der Börsenwert stieg an einem einzigen Tag um fast 450 Milliarden auf 3,35 Billionen Dollar, was den Abstand vor Amazon US0231351067 wieder deutlich anwachsen lässt und zum Google-Mutterkonzern Alphabet US02079K3059 merklich reduziert.

Umgekehrt herrschte große Enttäuschung über die Resultate und den Ausblick von Meta US30303M1027. An der technologielastigen Nasdaq konzentrierten sich die Anleger mit einer sprunghaften Erholung jedoch ganz auf Microsoft.

Besonders im Fokus standen die KI-Investitionspläne. Von Microsoft kam das Signal, dass diese im Zaum gehalten werden. Dies erleichterte Anleger, unter denen zuletzt in der ganzen Branche Sorgen hochgekocht waren, dass die Investitionen überhand nehmen und sich vielleicht nicht rentieren. Die Instagram- und Facebook-Mutter Meta dagegen hob das untere Ende ihrer bisherigen Investitionsspanne an.

Der Microsoft-Kurs sprang um 15,5 Prozent hoch. Mit dem größten Tagesgewinn seit 2008 erreichten sie den höchsten Stand seit etwa zwei Monaten. Der Kurs setzte sich über der 200-Tage-Linie ab, worin viele Anleger ein positives langfristiges Chartindiz sehen. Allerdings war dies den Titeln vor einigen Wochen schon einmal gelungen, bevor dann ein tiefroter Juni folgte.

In den vergangenen Tagen, als Anleger aus Chip- und KI-Werten flüchteten, hatten sich Software-Aktien schon erholt davon gezeigt, dass in den Monaten davor immer wieder Sorgen vor einer Bedrohung durch die Künstliche Intelligenz aufkamen. Das diesjährige Kursminus bei Microsoft wurde jetzt wieder unter sieben Prozent gedrückt.

Meta dagegen büßten am Donnerstag acht Prozent ein und näherten sich dem tiefsten Stand seit April 2025, das mit gut 520 Dollar aus dem März stammt. Schon länger werden die Aktien von den Sorgen um die hohen Investitionen belastet.

Microsoft habe sein Geschäftsjahr 2025/26 stark abgeschlossen, wozu alle Geschäftsbereiche beigetragen hätten, lobte RBC-Analyst Rishi Jaluria. Die durchschnittlichen Analystenerwartungen seien durch die Bank übertroffen worden. Besonders hob er das im Quartalsvergleich beschleunigte Wachstum der Cloud-Plattform Azure hervor. Das Management erwarte bei dieser eine weitere Beschleunigung der Dynamik.

Jaluria wies außerdem darauf hin, dass die Investitionsprognose aufgrund günstiger Entwicklungen bei der Leasingumklassifizierung gesenkt wurde, auch wenn die Investitionserwartungen ohne diese unverändert geblieben seien. Auch Jefferies-Analyst Brent Thill lobte: "Microsoft hat einen Volltreffer gelandet." Und wie der RBC-Experte hob er vor allem Azure positiv hervor und sprach hier obendrein noch von einer "starken Prognose für das erste Geschäftsquartal".

Zu Meta äußerten sich dagegen mehrere Analysten verhalten, reihenweise wurden die Kursziele gesenkt - im Falle von JPMorgan US46625H1005 auf nur noch 640 Dollar, was den Analysten Doug Anmuth ans Ende der Tabelle im dpa-AFX-Analyser drückte. Der Facebook-Mutterkonzern stellte für das laufende Quartal einen Umsatz von 61 bis 64 Milliarden Dollar in Aussicht, während Experten im Schnitt mit rund 63 Milliarden gerechnet hatten.

Laut Thill hat Meta zwar mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen leicht übertroffen, doch zu den Investitionen in KI äußerte er sich kritisch: Der massive Ausbau schreite weiter voran, noch bevor sich konkrete Erträge abzeichneten. "Da keine Cloud-Deals angekündigt wurden und sich das Wachstum im dritten Quartal voraussichtlich erneut verlangsamen wird, bleibt die langfristige Kapitalrendite umstritten."

Anmuth von JPMorgan bemängelte, dass es bei Meta an Klarheit zur Produkt-Pipeline und Ausgabenplanung gefehlt habe, auch wenn er das Potenzial etwa bei der Weiterentwicklung von Modellen und neuer Möglichkeiten der KI-Monetarisierung nach wie vor positiv sehe. "Investoren hatten sich mehr Klarheit über den Zeitplan und den Umfang neuer Geschäftsmöglichkeiten erhofft. Wir erfuhren jedoch kaum Neues", resümierte er.

Zudem habe sich Meta nicht zu den Investitionsausgaben für 2027 geäußert. Es sei nur darauf hingewiesen worden, dass der Fokus auf der Maximierung der Kapazitäten für 2026 und 2027 liege, während es für 2028 und die Folgejahre mehr Flexibilität geben werde. "Wir gehen daher davon aus, dass Meta kurzfristig weiterhin massiv investieren wird", schrieb Anmuth. Er erwartet den für Aktionäre viel beachteten freien Barmittelzufluss unter erhöhtem Druck.

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