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Halbleiterwerte setzen KI-Rally fort - STMicro und HPE treiben 02.06.2026, 12:52 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Infineon Technologies 85,39 EUR +6,04 % Baader Bank
STMicroelectronics 65,50 EUR +10,79 % TTMzero RT
Hewlett Packard Enterprise 50,77 EUR +23,09 % TTMzero RT
Prosus Registered (N) 42,53 EUR +9,57 % Lang & Schwarz
Marvell Technology 228,50 EUR +21,37 % Lang & Schwarz

Die Begeisterung rund um Künstliche Intelligenz (KI) hat am Dienstag einmal mehr die europäischen Halbleiterwerte mitgerissen. Nachdem zu Wochenbeginn bereits beruhigende Aussagen des Nvidia-Chefs US67066G1040 Jensen Huang für einen kräftigen Erholungsschub bei Software-Aktien gesorgt hatten, reagierten die Anleger nun erfreut auf positive Unternehmensnachrichten aus dem Hardware-Bereich.

So beflügelt der anhaltende KI-Boom den Chipkonzern STMicroelectronics NL0000226223. Das Management verdoppelt deshalb seine Prognose für den Umsatz mit Rechenzentren in diesem Jahr nahezu. Zudem könnten sich die Erlöse in diesem Bereich bis 2027 nochmals verdoppeln, sollten die derzeitigen Marktkräfte Bestand haben. Nach Ansicht des Experten Janardan Menon vom Analysehaus Jefferies zeugen die Aussagen von der Zuversicht des Unternehmens, dass die aufgebauten Kapazitäten auf entsprechende Nachfrage treffen.

Die Aktien von STMicro setzten daraufhin ihren starken Lauf seit Anfang April fort und erreichten mit einem Plus von elf Prozent auf 65,80 Euro das höchste Niveau seit 2000. Damit hatten sie zugleich im französischen Leitindex CAC 40 FR0003500008 klar die Nase vorn. Dieser gewann zuletzt fast ein Prozent.

Bereits am Vorabend hatte Hewlett Packard Enterprise US42824C1099 (HPE) in den USA wegen der starken Nachfrage nach KI-Infrastruktur seine Umsatzziele deutlich angehoben. Der KI-Boom sorgt für zusätzliche Nachfrage nach klassischen Servern, die oft leistungsfähig genug für den Einsatz von KI-Modellen sind. In diesem Bereich habe es im Quartal ein "dreistelliges Wachstum" bei den Aufträgen gegeben, so Konzernchef Antonio Neri. Bei den Anlegern kamen die Nachrichten von HPE überaus gut an. Die Aktien machten im vorbörslichen US-Handel einen Kurssprung um mehr als 25 Prozent.

Die Anteilsscheine von Marvell Technology US5738741041 zogen im vorbörslichen US-Geschäft um gut 28 Prozent an, nachdem der Nvidia-Chef den Halbleiterkonzern als das "nächste Billionen-Dollar-Unternehmen" bezeichnet hatte. "Die nützliche KI ist da", bekräftigte Huang und fügte hinzu, dass dies der Grund dafür sei, dass die Nachfrage nach Produkten von Nvidia und Marvell "durch die Decke geht".

In diesem positiven Umfeld verzeichnete der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Technology EU0009658921 mit einem Plus von gut 3 Prozent die größten Gewinne in der Sektorübersicht. Unter den Favoriten zogen die Papiere der niederländische Internet-Beteiligungsholding Prosus NL0013654783 um gut zehn Prozent an. Denn deren mit Abstand wichtigste Beteiligung, der chinesische Techriese Tencent KYG875721220, verzeichnete in Hongkong einen Kurssprung von ebenfalls mehr als zehn Prozent. Die Aktien profitierten von einem Medienbericht, wonach Tencent einen Prototyp eines KI-Agenten testet und so seine Aktivitäten im KI-Bereich beflügelt.

Auch die Papiere des deutschen Branchenvertreters Infineon DE0006231004 schnellten um fast sieben Prozent hoch und setzten sich damit auch an die Spitze des deutschen Leitindex Dax DE0008469008. Sie sind wie STMicro so teuer wie zu Beginn des Jahrtausends, als das Aufkommen der "New Economy" und die allmähliche Monetarisierung des Internets zu einem Hype um Technologieaktien geführt hatte.

Beobachter weisen derweil darauf hin, dass die Unterschiede zum Platzen der Technologieblase im Jahr 2000 gravierend seien. So seien die Unternehmen aus diesem Bereich heute in der Regel deutlich profitabler und finanzkräftiger als die damaligen Tech-Firmen, und zudem seien die Aktien aktuell noch deutlich moderater bewertet als seinerzeit.

Gleichwohl zeigt gerade das Beispiel der Software-Unternehmen, dass der KI-Boom am Aktienmarkt auch seine Schattenseiten hat. Denn es wird befürchtet, dass traditionelle Geschäftsmodelle durch Künstliche Intelligenz stark gefährdet werden könnten.

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