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KI-Investitionen bereiten Kopfzerbrechen - Nun auch bei Amazon 06.02.2026, 11:58 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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NEW YORK (dpa-AFX) - Hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) haben die Anleger von Amazon am Freitag verschreckt. Die Aktien des Handelsriesen brachen im vorbörslichen US-Handel um mehr als sieben Prozent ein. Zwischenzeitlich zeichnete sich gar ein zweistelliger Kurseinbruch ab.

Die tags zuvor kräftig durchgeschüttelten Papiere von Google-Mutter Alphabet gaben derweil leicht nach, während sich die Anteilsscheine des Facebook-Konzerns Meta kaum bewegten. Beide Unternehmen hatten jüngst ebenfalls angekündigt, für KI enorme Summen in die Hand nehmen zu wollen.

Amazon übertrifft bei den geplanten Investitionen sogar seine ausgabefreudigen Tech-Rivalen und will in diesem Jahr rund 200 Milliarden US-Dollar (etwa 170 Mrd Euro) in KI, Chips, Robotik und Satelliten stecken.

Alphabet hatte zuvor Kapitalausgaben von bis zu 185 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, Meta peilt bis zu 135 Milliarden Dollar an. Softwarehersteller Microsoft hatte bereits über Investitionen von 37,5 Milliarden Dollar allein im abgelaufenen Geschäftsquartal berichtet.

Zugleich ist nach wie vor offen, ob diese gewaltigen Beträge überhaupt zurückverdient werden können.

Laut Amazon-Chef Andy Jassy soll der Großteil des Geldes in den Ausbau von KI-Infrastruktur gehen. Er rechnet auf lange Sicht mit einer profitablen Geldanlage. Den Investoren geht das offensichtlich nicht zügig genug, die KI-Sorgen am Markt verschärften sich jüngst.

"Die Anleger wollen schnellere Ergebnisse sehen", stellte Jefferies-Branchenexperte Brent Thill fest. Amazon müsse Vertrauensaufbau leisten. Der Handelsriese ist stark im Geschäft mit Rechenleistung und Cloud-Speicher - und profitiert damit auch vom Boom bei Künstlicher Intelligenz.

"Der KI-Investitions-Kater verwandelt sich gerade in eine wilde Flucht", kommentierte Stephen Innes von SPI Asset Management. Die Anlegerstimmung erscheine aktuell wie das Negativ des Booms von 2021. Beim Kursrutsch von Amazon geht es aus seiner Sicht nicht nur um eine einzelne Aktie. Der Markt verlange allgemein Antworten, inwiefern sich die hohen KI-Investitionen auszahlen und ob dies in Quartalen oder Epochen gemessen werde.

Im laufenden Jahr dürften die Investitionen von Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft um rund 60 Prozent zulegen, während der Markt nur ein Plus von etwa 40 Prozent erwartet habe, schrieb RBC-Analyst Srini Pajjuri. Er erwartet auch im nächsten Jahr weiterhin erhöhte Ausgaben. Der Kampf um die Führungsrolle bei KI sei noch lange nicht ausgefochten. Es sei allerdings angesichts von Teilemangel und Energieengpässen fraglich, ob die vier Konzerne die angepeilten Summen am Ende überhaupt vollständig ausgeben könnten.

Mit den am Freitag drohenden Verlusten zeichnet sich für die Amazon-Aktien ein Minus von mehr als zehn Prozent im noch jungen Jahr ab. Vom Anfang November erreichten Rekordhoch bei 258,60 Dollar wären die Papiere damit um rund ein Fünftel zurückgekommen. Die Anteilsscheine von Alphabet hatten erst am Dienstag eine neue Bestmarke aufgestellt, gerieten dann angesichts der KI-Sorgen aber ebenfalls merklich unter Druck. Bei Meta war kurzzeitige Euphorie mit Blick auf die Investitionen Ende Januar schnell wieder vorbei, Microsoft schwächelt ohnehin bereits seit geraumer Zeit.

Die am späten Donnerstagabend veröffentlichten Quartalszahlen von Amazon gerieten angesichts der geplanten Investitionen in den Hintergrund. Dabei habe sich das Wachstum der Cloud-Sparte AWS wieder beschleunigt, lobte Goldman-Analyst Eric Sheridan. Außerdem habe ihn die operative Marge in diesem Geschäftsbereich positiv überrascht. Die Nachfragetrends im Onlinehandel und Werbegeschäft hätten seine Schätzungen leicht übertroffen./niw/ag/mis

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