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Rekordrally bei Rüstungsaktien kennt weiter kein Limit 02.06.2025, 11:53 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Rheinmetall 1.350,50 EUR -6,05 % Lang & Schwarz

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Rekordrally der drei bekanntesten deutschen Rüstungsaktien geht auch zum Auftakt in den Juni weiter. Der anhaltende Ukraine-Krieg sorgt dafür, dass das Interesse der Anleger an Rheinmetall , Renk und Hensoldt nicht nachlässt. Unmittelbar vor neuen Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine haben Militärs und Geheimdienste beider Kriegsparteien am Wochenende teils spektakuläre Angriffe gestartet.

Bei Rheinmetall nähert sich der Kurs, der sich in diesem Jahr schon mehr als verdreifacht hat, mit großen Schritten der 2.000-Euro-Marke. Bis zu 1944 Euro wurden am Montag in der Spitze gezahlt. Die Aktie hat in Kriegszeiten schon vor zwei Jahren den Dax-Aufstieg geschafft und immens viel Gewicht gewonnen. Dies könnte nun auch auf europäischer Bühne gelingen, denn am Abend bahnt sich der Aufstieg in den Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 an.

Noch größere Kursgewinne waren am Montag im MDax möglich, wo die Aktien des Radar-Spezialisten Hensoldt nach einer Empfehlung der US-Bank JPMorgan um mehr als zehn Prozent anzogen. Mit 102,80 Euro in der Spitze wurden sie erstmals über der 100-Euro-Marke gehandelt. Renk kommen dieser langsam näher, indem sie sieben Prozent höher bei 83,85 Euro gehandelt wurden.

Ein spektakulärer Schlag der Ukraine gegen Russlands strategische Bomberflotte hat die Karten für eine weitere Verhandlungsrunde in Istanbul neu gemischt. Der ukrainische Geheimdienst SBU hatte nach eigenen Angaben viele kleine Drohnen nach Russland geschmuggelt und sie dort von Lastwagen aus in der Nähe russischer Militärflugplätze angreifen lassen. Von den russischen Bombern, die Marschflugkörper absetzen können, soll gut ein Drittel getroffen worden sein.

"Unserer Einschätzung nach werden die Ereignisse dieses Wochenendes kaum die Voraussetzungen für einen dauerhaften Waffenstillstand in der Ukraine schaffen", schrieb am Morgen die Expertin Chloe Lemarie vom Analysehaus Jefferies. Die Angriffe ereigneten sich, während Unterhändler in die Türkei reisen, um die Friedensgespräche fortzusetzen. Die Gesprächsrunde in Istanbul ist die zweite seit Mitte Mai.

Der JPMorgan-Analyst David Perry rechnet in den kommenden fünf Jahren mit einer außerordentlich starken Geschäftsentwicklung bei Unternehmen aus dem Rüstungsbereich und dies vor allem in Deutschland. Am Montag passte er den Bewertungsmaßstab für Hensoldt auf das bei Renk und Rheinmetall schon berücksichtigte Niveau an und zog dabei auch mit seiner Empfehlung auf "Overweight" gleich.

Auch für die britischen Branchenwerte BAE Systems , Babcock und Qinetiq bleibt Perry optimistisch - mit erhöhten Kurszielen. Er ist sich nun sicherer, dass Großbritannien den politischen Willen hat, die Verteidigungsausgaben auf 3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu erhöhen. Er erwähnte dabei ein am Montag erwartetes britisches Strategiepapier. Die Aktien der drei britischen Unternehmen kamen am Montag auf Anstiege zwischen einem und 5,4 Prozent.

Perry grenzte die Briten in seiner Studie aber noch etwas von den deutschen Konzernen ab, für die sein Bewertungsmaßstab noch höher liege. "Dies spiegelt wider, dass Deutschland seine Verteidigungsausgaben viel schneller und deutlicher erhöhen muss, da das Land von 1990 bis 2020 chronisch zu wenig in die Verteidigung investiert hat", so Perry. Deutschland habe zudem eine deutlich geringere Staatsverschuldung als Großbritannien und könne seine Ausgaben dynamischer erhöhen./tih/ag/stk

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