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Aktien Wien Schluss

ATX legt zu - Anleihemärkte entspannen 06.10.2026, 18:51 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Die Wiener Börse ist am Dienstag mit moderaten Gewinnen aus dem Handel gegangen gestartet. Der ATX beendete den Tag mit einem Plus von 0,68 Prozent bei 6.792,23 Punkten. Der ATX Prime ging um 0,63 Prozent auf 3.329,63 Zähler hinauf. An Europas wichtigsten Börsen gab es ebenfalls Aufschläge.

Europas Börsen Aktienmärkte wurden heute von guten US- und asiatischen Vorgaben gestützt. Zudem hat sich der europäische Anleihenmarkt entspannt. Dass der Auftragseingang in der deutschen Industrie im August überraschend deutlich eingebrochen war, trübte die Stimmung nicht. Denn der zweistellige Rückgang im Monatsvergleich geht vor allem auf den Einbruch bei Rüstungsgroßaufträgen zurück. Bereinigt um den Wert von Großbestellungen lag der Auftragseingang fast auf dem Niveau des Vormonats.

In Österreich warnt der scheidende Vorstand der Finanzmarktaufsicht (FMA), Helmut Ettl, in Anbetracht der vielfältigen wirtschaftlichen Krisen vor zu starker Deregulierung der Finanzbranche. "Bei Deregulierung müssen wir wirklich aufpassen", sagte Ettl am Dienstag bei der 18. FMA-Aufsichtskonferenz in Wien. "Es bauen sich viele Themen am Finanzmarkt auf. Jetzt Schutzdämme einzureißen wäre das falsche Zeichen", so der FMA-Vorstand. Stabilität im Finanzsektor und die ausreichende Kapitalisierung der Finanzinstitute - eine grundlegende Säule in der Regulierung des Sektors - seien wichtige Voraussetzungen dafür, dass auch der Kreditmarkt weiter reibungslos funktioniere, so Ettl.

Österreichs Leistungsbilanzüberschuss ist im ersten Halbjahr 2026 auf 6,9 Milliarden Euro (2,6 Prozent des BIP) gesunken, wie die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Dienstag mitteilte. Im Vergleichszeitraum 2025 betrug der Einnahmenüberschuss 9,1 MilliardenEuro, was 3,6 Prozent des BIP entsprach. Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass die Exporterlöse im Güter- und Dienstleistungshandel hinter den Importausgaben zurückblieben. Gegensteuernd wirkten die Einnahmen aus dem internationalen Reiseverkehr, die zwischen Jänner und Juni 2026 auf 13,9 Milliarden Euro kletterten.

Andritz im Hoch

Der steirische Anlagenbauer Andritz peilt bis 2029 einen Umsatz von 10 Milliarden Euro und eine operative Rendite von 10 Prozent an. Die neuen mittelfristigen Finanzziele gab das Unternehmen am Dienstag auf seinem Kapitalmarkttag bekannt. "Wir blicken positiv in die Zukunft und sind gut positioniert", sagte Vorstandschef Joachim Schönbeck. Andritz lagen bei plus 2,1 Prozent knapp hinter dem Topwert CA Immobilien mit ebenfalls 2,1 Prozent.

Am anderen Ende des Leitindex setzten Lenzing die ihre jüngste Talfahrt fort und verloren 5,2 Prozent.

Die kanadische Bank RBC hat heute die Anteilscheine des Ölkonzerns OMV von "Underperform" auf "Sector Perform" gesetzt und das Kursziel von 65,00 auf 70,00 Euro erhöht. Laut RBC hat sich die Kursentwicklung der OMV in diesem Jahr trotz des Drucks durch das Engagement im Nahen Osten als widerstandsfähig erwiesen. Eine vorübergehende Entspannung im durch Überangebot geprägten Abschwung der Chemiebranche habe die Stimmung gestützt. OMV lagen mit plus 0,21 Prozent auf 71,20 Euro.

Wienerberger schwächelt

Der Baustoffkonzern Wienerberger hat wegen der schleppenden Baukonjunktur erneut seine Ergebnisprognose gesenkt. Im dritten Quartal sei der saisonale Aufschwung der Bautätigkeit nach der Sommerpause im September weniger ausgeprägt ausgefallen als erwartet, teilte der Ziegelhersteller am Dienstag mit. Wienerberger lagen bei minus 3,8 Prozent am Ende des ATX.

Die weiteren Bauwerte tendierten in unterschiedliche Richtungen. Porr verloren 1,3 Prozent. Strabag gewannen 1,2 Prozent. Das Unternehmen teilte heute mit, kurz vor einem Großprojekt in Tschechien zu stehen. Dabei handelt es sich um das größte Autobahn-Projekt des Landes, das im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (Public-Private Partnership) umgesetzt werden soll. Der Wert des Großprojektes wurde über die Laufzeit von 28 Jahren mit 2,9 Milliarden Euro angegeben.

Der Mautsystemanbieter Kapsch TrafficCom wiederum hat in den USA einen Mautauftrag im Wert von 32 Millionen US-Dollar (28,6 Millionen Euro) erhalten. Kapsch TrafficCom gingen heute unbewegt aus dem Tag.

Von den guten Techvorgaben aus Asien und den USA profitierten anfänglich wieder einmal AT&S. Am Tagesende lagen die AT&S-Papiere nach Gewinnmitnahmen bei minus 0,4 Prozent.

Die schwergewichteten Bankenwerte performten gut. Erste Group gewannen 1,2 Prozent, Raiffeisen Bank International (RBI) 1,2 Prozent und BAWAG 1,1 Prozent.

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