Aktien Wien Schluss

ATX mit Verlusten 30.04.2026, 18:33 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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ATX 5.956,60 PKT +2,42 % Ariva Indikation

Schwach aufgenommene Quartalszahlen der Erste Group haben den ATX am Donnerstag in Schach gehalten. Das Börsenbarometer ging 0,67 Prozent tiefer bei 5.794,70 Punkten aus dem Geschäft. Andere Indizes in Europa schlossen dagegen klar in der Gewinnzone, und auch in Wien wiesen die meisten Aktien positive Vorzeichen auf. Dem entgegen standen die Titel des größten ATX-Schwergewichts, die 6,2 Prozent einbüßten.

In der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche verzeichnete der heimische Leitindex jedoch einen Zuwachs von 0,7 Prozent. Der ATX Prime schloss am Donnerstag 0,57 Prozent tiefer bei 2.865,52 Punkten.

EZB hält Zinsen stabil

Keine Überraschung brachte die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), ihre Schlüsselzinssätze unverändert zu lassen. Die Währungshüter sehen sich zwar mit einer ölpreisbedingt höheren Inflation konfrontiert, jedoch hatten Volkswirte bereits damit gerechnet, dass die EZB erst weitere Datenveröffentlichungen abwarten würde.

Die begleitenden Aussagen aus der Notenbank entlockten Ökonomen dagegen unterschiedliche Meinungen, da sowohl die Gefahren des Ölpreisschocks für die Preisentwicklung als auch für die Konjunktur betont wurden. Commerzbank-Ökonom Jörg Krämer etwa rechnet bereits beim nächsten Treffen im Juni mit einem Zinsschritt. "Tatsächlich wird die Luft für die EZB dünner, weil immer mehr Unternehmen die stark gestiegenen Energiekosten an die Verbraucher weiterleiten wollen und die langfristigen Inflationserwartungen der Konsumenten nicht mehr so gut beim 2-Prozent-Ziel verankert sind", schrieb der Experte. Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust, betonte dagegen den konjunkturbremsenden Effekt der hohen Öl- und Gaspreise. Er rechnet im Juni mit einer weiteren Zinspause, zumal noch keine Zweitrundeneffekte sichtbar seien.

Weiter im Fokus stehen auch die Entwicklungen im Nahost-Krieg sowie die Reaktionen am Ölmarkt. Derzeit ist eine Öffnung der für den weltweiten Warenverkehr wichtigen Straße von Hormus weiterhin nicht in Sicht. Zudem erwägt US-Präsident Donald Trump Berichten zufolge, wieder größere Kampfeinsätze aufzunehmen. Vor diesem Hintergrund bewegte sich der Ölpreis weiter auf hohem Niveau.

Erste-Group nach Zahlen schwach

Ein klareres Bild war die Reaktion auf die Ergebnisse der Erste Group, deren Aktien um 6,2 Prozent hinabrasselten und so den Erholungsversuch der ersten Aprilhälfte endgültig aufgaben. Das Institut hatte mit der Konsolidierung der Erste Bank Polska im ersten Quartal den Nettogewinn stärker gesteigert als laut den Konsensschätzungen prognostiziert. Analysten monierten jedoch den geringer als erwartet ausgefallenen Zinsüberschuss. Der bestätigte Ausblick lasse zudem begrenzten Spielraum für eine Aufwärtskorrektur gegenüber dem Konsens, hieß es von der UBS.

OMV gewannen nach gemischten Zahlen 0,3 Prozent und hinkten so dem breiteren Sektor hinterher. Die operativen Ergebnisse entsprachen den zuletzt revidierten Erwartungen, das Ergebnis blieb hinter den Schätzungen zurück, und die stärkere operative Cash-Generierung habe die Verschuldung in Grenzen gehalten, fasste RBC-Analyst Adnan Dhanani das Zahlenwerk des Ölkonzerns zusammen.

Auch die Experten der Erste Group stufen die Zahlen unterm Strich neutral ein. Im Rahmen einer Sektorstudie hoben die Analysten aber gleichzeitig ihre Empfehlung für die OMV von "hold" auf "accumulate" an.

An der Spitze im ATX schlossen AT&S mit einem Plus von drei Prozent. Auch an anderen Börsen in Europa fanden sich Halbleiterwerte unter den größeren Gewinnern. Aktien der Post legten nach guten Zahlen der deutschen Branchenkollegin DHL 1,3 Prozent zu.

Unter den Nebenwerten kamen AMAG trotz einer klaren Gewinnsteigerung im ersten Quartal nicht vom Fleck. Erste-Analyst Michael Marschallinger verwies auf Bewertungseffekte im Bereich Sparte für Walzprodukte, dank derer das EBITDA die Konsensschätzungen übertroffen habe. Der Ausblick sei dagegen erwartungsgemäß ausgefallen.

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