Aktien Wien Schluss

ATX nach US-Zolldrohung mit Verlusten 23.05.2025, 18:28 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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ATX 5.901,35 PKT -0,69 % Ariva Indikation

WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat am Freitag nach der erneuten Zolldrohung von US-Präsident Trump gegen die EU mit Verlusten geschlossen. Der Leitindex ATX büßte nach der Ankündigung Trumps am Nachmittag seine moderaten Verlaufsgewinne ein und rutschte gemeinsam mit den anderen europäischen Leitindizes deutlich ins Minus.

Im weiteren Verlauf beruhigte sich die Lage in Wien aber wieder etwas, der ATX grenzte das Minus ein und schloss um 0,48 Prozent tiefer auf 4.383,54 Punkten. Auf Wochensicht bedeutet das ein Minus von 1,2 Prozent. Auch der ATX Prime gab am Freitag 0,46 Prozent auf 2.206,60 Zähler nach.

US-Präsident Donald Trump plädiert für Zölle von 50 Prozent ab dem 1. Juni für Waren aus der Europäischen Union. Mit der EU sei es schwierig, über das Thema Handel zu reden, erklärte Trump am Freitag in sozialen Medien. Es werde keine Zölle geben, wenn das jeweilige Produkt in den USA hergestellt werde. Die EU-Kommission lehnte eine Stellungnahme ab und wollte erst ein Telefonat zwischen EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und US-Vertretern abwarten.

Laut den Experten der Commerzbank würden die Erfahrungen der vergangenen Wochen zeigen, dass Trump mit solchen Drohungen in erster Linie Druck auf die Gegenseite erzeugen und damit die Chancen auf ein aus Sicht der USA günstiges Verhandlungsergebnis verbessern will. Vermutlich werde man sich darauf einigen, dass die bisher geltenden zusätzlichen US-Zölle von 25 Prozent auf Stahl, Aluminium und Autos und 10 Prozent auf die meisten anderen Güter wohl längerfristig gelten werden.

"Aber selbst in diesem Fall würden die heutigen Ankündigungen der Wirtschaft dies- und jenseits des Atlantiks schaden, da Trumps Vorstoß erneut massive Unruhe schürt. Nicht zuletzt wird dadurch die Planungssicherheit für Unternehmen untergraben", so die Commerzbank.

Mit Blick auf die Branchentafel zeigten sich Bankaktien schwächer. Raiffeisen Bank International , Bawag und Erste Group büßten zwischen 0,6 und 1,5 Prozent ein. Austriacard Holdings schlossen als schwächster Prime-Market-Wert mit minus 5,2 Prozent. RHI Magnesita gaben 3,7 Prozent nach.

Aktien der Uniqa erholten sich bis Handelsschluss wieder und schlossen um 2,6 Prozent fester. Der Versicherer hatte Quartalszahlen vorgelegt. Die verrechneten Prämien der Uniqa erhöhten sich im Berichtszeitraum um 13,2 Prozent. Das Konzernergebnis legte um 10,9 Prozent auf 118,6 Millionen Euro zu. Turbulenzen an den Finanzmärkten belasteten jedoch das Finanzergebnis. Die Ergebnisse waren für die Analysten der Erste Group im Wesentlichen im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Prämien und Vorsteuerergebnis hatten ihre Erwartungen dabei leicht übertroffen, schreiben die Experten in einer ersten Reaktion.

Auch die Aktien der Strabag kletterten rund ein Prozent auf 82,80 Euro. Die Erste-Analysten haben ihre Empfehlung für die Aktien des Baukonzerns von "buy" auf "accumulate" gesenkt und sehen ein Kursziel von 91,6 Euro. Beim Branchenkollegen Porr ging es hingegen um 1,2 Prozent auf 30,15 Euro nach unten. Die Analysten von Warburg Research haben ihre Kaufempfehlung "Buy" für die Aktien und das Kursziel von 37,50 Euro bestätigt.

Pierer Mobility hielten sich auch im schwachen Marktumfeld klar im Plus und schlossen um 5,3 Prozent fester. Die insolvente Pierer-Tochter-KTM ist gerettet. Der Miteigentümer Bajaj hat die erforderlichen Mittel zur Verfügung gestellt, um die Quote an die Gläubiger der KTM und ihrer Töchter zu bezahlen, wurde am Vortag bekannt. Im Gegenzug wird Bajaj die Mehrheit an Pierer Mobility übernehmen./kat/ste/APA/men

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