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49. Sitzung des Finanzmarktstabilitätsgremiums 26.06.2026, 10:22 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die 49. Sitzung des Finanzmarktstabilitätsgremiums (FMSG) fand am 25. Juni 2026 statt. Schwerpunktthema war die Diskussion der strukturellen Systemrisiken. Das Gremium hat auch die Auswirkungen des sektoralen Systemrisikopuffers auf Kreditvergabe und Kreditzinsen, die Entwicklung der Kreditvergabestandards bei privaten Wohnimmobilienfinanzierungen sowie die Risiken von Investmentfonds und Private Credit diskutiert. Die Empfehlung zum Antizyklischen Kapitalpuffer von 0 % blieb unverändert.

Zwtl.: Strukturelle Systemrisiken

Die in Österreich eingesetzten makroprudenziellen Kapitalpuffer haben in den letzten Jahren wesentlich dazu beigetragen, die Risikotragfähigkeit des österreichischen Bankensystems gegenüber strukturellen systemischen Risiken zu erhöhen. Zu den strukturellen Kapitalpuffern gehören der Systemrisikopuffer und der Puffer für Systemrelevante Institute (O-SII-Puffer). Das Gremium hat in seiner 49. Sitzung die Grundlagen für beide Puffer diskutiert. Das Bankwesengesetz sieht dies für den O-SII-Puffer jährlich und für den Systemrisikopuffer alle zwei Jahre vor.

Die O-SII-Pufferhöhen sowie die Höhe des Systemrisikopuffers sollen im Herbst 2026 beschlossen werden.

Zwtl.: Sektoraler Systemrisikopuffer für Gewerbeimmobilienfinanzierungen

Die OeNB hat dargelegt, dass weder die Ankündigung noch die Einführung des sektoralen Systemrisikopuffers zu Veränderungen des neu vergebenen Kreditvolumens für Gewerbeimmobilienfinanzierungen geführt hat. Auch die Zinsen für Gewerbeimmobilienkredite haben sich nicht anders entwickelt als die Zinsen von Krediten, die nicht unter die Anwendung des sektoralen Systemrisikopuffers fallen. Der Puffer erfüllt damit seinen Zweck der Erhöhung der Risikotragfähigkeit in diesem Segment, ohne zu Einschränkungen bei Finanzierungen durch den Bankensektor zu führen.

Zwtl.: Kreditvergabestandards von privaten Wohnimmobilienkrediten

Das Gremium hat festgestellt, dass der Anteil der privaten Wohnimmobilienkredite außerhalb der FMSG-Kriterien seit dem Auslaufen der Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungs-Verordnung (KIM-V) nur so weit wieder angestiegen ist, als dass der Anteil dieser Kredite auf aggregierter Ebene unter 20 % der Neukreditvergabe geblieben ist. Das Gremium wird die Entwicklung weiterhin genau beobachten.

Zwtl.: Private Credit

Das Gremium hat das Thema Private Credit, also die Kreditvergabe außerhalb des Bankensektors, diskutiert. Private Credit ist ein rasch wachsender Markt - insbesondere in den USA. Er bleibt aber im Vergleich zu anderen Intermediationsformen, wie Private Equity, Anleihe- und Aktienmärkte oder Banken, klein. Für Österreich zeigt sich, dass die Datenlage zwar herausfordernd ist, aus der direkten Exponierung gegenüber diesem Segment aber derzeit keine systemischen Risiken bestehen. FMA und OeNB arbeiten gemeinsam mit der EZB an einer Verbesserung der Informationslage und werden im FMSG über maßgebliche Entwicklungen berichten.

Zwtl.: Antizyklischer Kapitalpuffer

Das FMSG empfiehlt der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA), den Antizyklischen Kapitalpuffer (AZKP) bei 0 % der inländischen risikogewichteten Aktiva zu belassen. Zum ersten Quartal 2026 wies nur einer von sechzehn Indikatoren auf erhöhte finanzzyklische Risiken hin. Auch die beiden Indikatoren zur Kredit-BIP-Lücke, die in der Bemessung finanzzyklischer Risiken höher gewichtet werden, sind weiter unter den kritischen Schwellenwerten geblieben. Details hierzu finden sich in der Empfehlung (FMSG/2/2026) . Das Dashboard der Indikatoren zu systemischen zyklischen Risiken wird in einer interaktiven Version auch auf der Website der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB ) veröffentlicht.

Die im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen und Mittleren Osten aufgetretenen Markturbulenzen erhöhen jedoch die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit. Diese belasten das Wirtschaftswachstum und verstärken sowohl Inflations- als auch Zinsrisiken in einem schwer abschätzbaren Ausmaß. Daher scheinen ein aktives Management von notleidenden Krediten, die Bildung höherer Risikovorsorgen und eine konservative Bewertung der Sicherheiten von Seiten der Kreditinstitute weiterhin angebracht.

Rückfragehinweis: Sekretariat des Finanzmarktstabilitätsgremiums z.Hd. Mag.a Marlies Schroeder, MiM Telefon: (+43-1) 404 20-6900 E-Mail: kontakt@fmsg.at Website: https://www.fmsg.at

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0060 2026-06-26/10:16

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