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Berentzen stimmt Übernahme durch US-Konzern Sazerac zu - Aktie zieht an 21.09.2026, 08:55 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Berentzen-Gruppe 5,54 EUR +23,80 % Lang & Schwarz

Der niedersächsische Schnaps- und Getränkehersteller Berentzen DE0005201602 steht kurz vor der Übernahme durch den auf Whiskey spezialisierten US-Konkurrenten Sazerac. Mit dem Branchenriesen sei eine Zusammenschlussvereinbarung unterzeichnet worden, gab Berentzen am Montag per Ad-hoc-Mitteilung bekannt. Sazerac wolle ein öffentliches Übernahmeangebot von 5,55 Euro je Aktie für alle Aktien der Berentzen-Gruppe abgeben. Das Angebot unterliege einer Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus eine Aktie. Die Transaktion werde voraussichtlich im vierten Quartal 2026 abgeschlossen sein. Die Berentzen-Aktie zog vorbörslich deutlich an.

Beentzen an der Börse zuletzt 35 Millionen Euro wert

Der unter anderem für Berentzen Apfelkorn und Puschkin Vodka bekannte deutsche Anbieter sprach sich für das Angebot aus. Der angebotene Preis entspreche einem Niveau, das seit mehr als zwei Jahren nicht mehr erreicht worden sei - und liege um 68 Prozent über dem Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate. Nach Bekanntwerden des Übernahmeangebots ging es für die Aktie auf der Handelsplattform Tradegate gegenüber dem Xetra-Schluss von vor dem Wochenende um über ein Fünftel nach oben.

Berentzen war zuletzt an der Börse rund 35 Millionen Euro wert. Für Sazerac mit Marken wie Southern Comfort und Buffalo Trace wäre eine solche Übernahme leicht zu stemmen: Laut "Wall Street Journal" bot Sazerac in diesem Jahr dem Jack-Daniel's-Hersteller Brown-Forman einen rund 15 Milliarden Dollar schweren Übernahmedeal an, bekam aber im ersten Anlauf einen Korb. Stattdessen kaufte Sazerac jüngst den britischen Spirituosen-Hersteller Au Vodka. Der Deal war nach Bloomberg-Informationen rund 300 Millionen Pfund (350 Millionen Euro) schwer.

"Wir schätzen die lange und traditionsreiche Geschichte der Berentzen-Gruppe auf dem deutschen Markt sehr", sagte Sazerac-Chef Jake Wenz. Er sprach von einer starken Marktpräsenz - "und es ist uns sehr wichtig, dies auch in Zukunft fortzuführen". Er betonte, dass Berentzen vom Zusammenschluss und den Sazerac-Marken, die künftig ebenfalls vom deutschen Team produziert und vertrieben werden sollten, profitieren werde. Die Berentzen-Vorstände Oliver Schwegmann und Ralf Brühöfner sprachen von einer hervorragenden Chance.

Schwache Nachfrage nach Alkohol

Berentzen hatte zuletzt mit einer schwachen Nachfrage nach Hochprozentigem zu kämpfen. Nach dem ersten Halbjahr wurden die Jahresziele nach unten geschraubt. Der Halbjahresumsatz schrumpfte um gut elf Prozent auf 71 Millionen Euro, der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern sackte um mehr als 80 Prozent auf nur noch rund 600.000 Euro ab.

Von Berentzen kommen auch Spirituosen wie Doornkaat und Bommerlunder. Daneben werden alkoholfreie Getränke hergestellt, darunter Mio Mio und in Lizenz Sinalco.

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