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Marktstimmung: "Vorgezogener Winterschlaf?" 10.09.2025, 16:20 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - In der anhaltenden Seitwärtsbewegungen zieht es viele an die Seitenlinie. Kein gutes Zeichen, findet Joachim Goldberg.

10. September 2025. Anscheinend war es nur ein kurzer Moment des Erschreckens: Denn kaum hatten wir am vergangenen Mittwoch unseren Kommentar mit "Aufgewacht" überschrieben, begab sich der DAX wieder in Ruheposition und produzierte mit 1,4 Prozent sogar die engste Handelsspanne des gesamten Jahres. Vergessen offenbar die Warnungen vor einer Finanzkrise, der Anstieg der Renditen an den Bondmärkten von USA und UK oder die Furcht vor dem traditionell als schwierig geltenden Börsenmonat September, wodurch der DAX möglicherweise zuvor noch in Mitleidenschaft gezogen worden war. Am Ende der Sentiment-Woche schlägt ein Kursgewinn von 1,1 Prozent zu Buche, aber zur Wahrheit gehört eben auch, dass zwischenzeitliche Avancen des Börsenbarometers mehrfach nicht einmal das Niveau von 23.900 Zählern erreichten. Dreimal wurden entsprechende Versuche abgewehrt. Da konnte man trotz wichtiger Entwicklungen auf den geopolitischen und makroökonomischen Bühnen gar den Eindruck gewinnen, der DAX habe sich in eine Art vorgezogenen Winterschlaf begeben.

Nachgeholte Gewinnmitnahmen

Unterdessen haben die in deutlicher Mehrheit ausgemachten Pessimisten der Vorwoche offenbar nachgeholt, was sie eigentlich schon am vergangenen Mittwoch hätten tun können: Short-Positionen eindecken und Gewinne mitnehmen. Zumindest vermittelt dies die jüngste Stimmungsumfrage unter institutionellen Investoren mit mittelfristigem Handelshorizont. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index hat mit einem Plus von 11 Punkten reagiert und befindet sich nun auf einem neuen Stand von -7. Im gleichen Zuge hat sich das Bärenlager deutlich um 8 Prozentpunkte reduziert, wobei sich eine Mehrheit von etwas mehr als 60 Prozent der Wechselwilligen an die Seitenlinie gestellt hat. Die übrigen Investoren haben sich sogar direkt auf die Bullen-Seite begeben, vermutlich mit ordentlichen Gewinnen aus der Vorpositionierung im Rücken.

Auch bei den Privatanlegern hat sich die Stimmung gegenüber der Vorwoche deutlich verbessert: Unser Börse Frankfurt Sentiment-Index steigt in diesem Panel um 14 Punkte auf einen neuen Stand von +2. Dabei hat sich die Gruppe der Bären um 12 Prozentpunkte verringert, wobei die meisten Privatanleger (83 Prozent der Wechselwilligen) sich zu den neutral gestimmten Akteuren gesellt haben. Dieser Stimmungsumschwung geht vor allen Dingen auf das Konto derjenigen Anlegenden, die wir über Social Media befragt haben. Bei den übrigen Privatanlegern hat sich allerdings nicht nur das Bärenlager um 11 Prozentpunkte reduziert. Auch bei den Bullen hat es Positionsreduzierungen gegeben (4 Prozent-punkte), so dass die Gruppe der neutral Gestimmten in dieser Untergruppe um 15 Prozentpunkte angewachsen ist. Das hat sich auch auf das Gesamtergebnis ausgewirkt: Mit einem Gesamtanteil von 26 Prozent aller Befragten ist die Gruppe der "Neutralen" unter den Privatanlegern so groß wie noch nie zuvor in diesem Jahr.

Nahezu neutral

Mit der heutigen Erhebung hat sich die Stimmungskluft zwischen Privatanlegern und institutionellen Investoren deutlich vergrößert. Klammert man die Untergruppe der über Social Media Befragten aus, sind die Privatanleger sogar pessimistischer eingestellt als ihre institutionellen Pendants. Diese sind zwar in der absoluten Betrachtung mit einem Sentimentindex von -7 immer noch leicht pessimistisch eingestellt, aber in der relativen Betrachtung auf Sicht von drei und sechs Monaten kann man hier von einer fast neutralen Positionierung sprechen.

Gleichzeitig lässt sich aus der heutigen Entwicklung schließen, dass der Kursanstieg des DAX gegenüber der Vorwoche überwiegend hausgemacht und vor allem auf die vorgenannten Rückkäufe ehemaliger Pessimisten zurückführen ist. Leider ist im gleichen Zuge ein deutlicher Anstieg des DAX aufgrund von heimischen Positionierungen und der Rückführung möglicher Schieflagen nicht gerade wahrscheinlicher geworden. Mit anderen Worten: Mit einer sogenannten Shortsqueeze aus heimischen Quellen kann derzeit praktisch nicht gerechnet werden und ein DAX-Anstieg deutlich über 24.000 Zähler dürfte wohl nur mit Hilfe langfristig orientierter Investoren, vornehmlich aus dem Ausland, gelingen. Im gleichen Zuge hat sich die Nachfragesituation (nun vermutlich im Bereich 23.300/350) etwas verschlechtert. Genauso wie die Sentiment-technische Situation des DAX.

von Joachim Goldberg

10. September 2025, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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