Bund stellt Ausbau der Öl-Pipeline für PCK auf Prüfstand 21.07.2026, 18:53 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Der Bund stellt den seit Jahren geplanten Ausbau der Öl-Pipeline Rostock-Schwedt als zentrale Versorgungsader für die Raffinerie PCK infrage. Das Bundeswirtschaftsministerium führe eine Neubewertung des Vorhabens durch, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des brandenburgischen Bundestagsabgeordneten der Linken, Christian Görke. Er forderte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auf, sie müsse "reinen Tisch machen" und ihre neuen Pläne für die Raffinerie im Nordosten Brandenburg darlegen.

Die frühere Bundesregierung hatte für den Ausbau der Pipeline und den Hafen Rostock bis zu 400 Millionen Euro eingeplant, jedoch fehlte bislang die nötige Zustimmung der EU für die Zahlung der staatlichen Beihilfe. Dieses sogenannte Beihilfeverfahren ruht derzeit, wie die Bundesregierung jetzt schrieb. Die PCK sei darüber informiert. Der Linke-Politiker Görke sagte, der Jahre lang verschleppte Pipeline-Ausbau sei damit abgesagt.

Kapazität der Pipeline sollte erhöht werden

Die Leitung ist seit dem Embargo für russisches Öl der zentrale Weg, um Millionen Tonnen Rohöl zur PCK nach Schwedt zu transportieren. Die Transport-Kapazität sollte laut Bundesregierung auf 9 Millionen Tonnen Öl pro Jahr erhöht werden.

Ministerium: Verwendung der Mittel weiter gefasst

Nun heißt es, im Zuge der Haushaltsaufstellung 2026 sollten die Mittel nicht ausschließlich für die Ertüchtigung der Pipeline, sondern auch für weitere Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung Norddeutschlands sowie für Innovationsvorhaben eingesetzt werden können. Ein entsprechender Förderantrag sei der Europäischen Kommission zur Prüfung übermittelt worden. "Die Bundesregierung und die Europäische Kommission waren und sind sich einig, dass das russische Unternehmen Rosneft nicht von einer etwaigen Förderung begünstigt werden soll."

Das Bundeswirtschaftsministerium antwortete am Nachmittag bislang nicht auf eine Anfrage zu den Gründen und zu einem möglichen neuen Einsatz von Fördermitteln.

Linke-Politiker Görke: "Sterben auf Raten"

Der Linke-Abgeordnete Görke sagte: "Man ist in einer Sackgasse. Man wird um eine Verstaatlichung nicht herumkommen." Die Bundesregierung plant dies nach eigener Auskunft nicht. Nach den Worten Görkes bahnt sich ein "Sterben auf Raten" für die Raffiniere an, die weite Teile des Nordostens Deutschlands und Berlin unter anderem mit Sprit, Heizöl und Kerosin versorgt.

Die Ölraffinerie PCK in Schwedt gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns Rosneft. Sie stehen wegen des russischen Ukraine-Kriegs aber unter Treuhandverwaltung und damit unter der Kontrolle des Bundes. Die frühere Ampel-Regierung entschied, wegen des Ukraine-Kriegs auf russisches Pipeline-Öl zu verzichten.

Seit Mai stoppte Russland dann die Durchleitung von kasachischem Rohöl durch die Pipeline Druschba (Freundschaft). Das macht etwa ein Fünftel der verarbeiteten Menge der Raffinerie aus.

Ersatz für Ausfall von kasachischem Öl gesucht

Die Suche nach Ersatz und alternativen Liefermengen etwa über den Hafen im polnischen Hafen Danzig dauert an. Zuletzt hieß es, die PCK erhalte vom polnischen Kraftstoffhändler Unimot Paliwa eine Ladung Öl aus Südamerika. Die Auslastung der Raffinerie soll bei rund 80 Prozent gehalten werden.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer