Bundesagentur für Arbeit steuert auf Milliardendefizit zu 03.06.2026, 13:33 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die schwachen Konjunkturaussichten in Deutschland mit höherer erwarteter Arbeitslosigkeit bescheren der Bundesagentur für Arbeit (BA) in den kommenden Jahren voraussichtlich Defizite in zweistelliger Milliardenhöhe. "Es muss damit gerechnet werden, dass das Defizit 2026 bei über acht Milliarden Euro liegen könnte", heißt es in einem turnusgemäßen Finanzbericht der Nürnberger Behörde, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Der gesamte Schuldenstand könnte Ende 2026 sogar bei knapp zehn Milliarden Euro liegen, wenn man Liquiditätshilfen des Bundes für die BA des Vorjahres hinzunimmt. Wegen der erwarteten Arbeitslosigkeit sei "ein positiver Haushaltssaldo nicht darstellbar", schreibt die BA in dem Schreiben für den Haushaltsausschuss des Bundestags.

"Bis 2030 würde sich der Stand an Liquiditätshilfen auf rund 23 Milliarden Euro kumulieren", so die BA. Bei dieser Angabe handelt es sich um die Summe der möglichen, Jahr für Jahr angehäuften Defizite. Die Projektion unterliege allerdings noch "einer hohen Unsicherheit".

Nahles im Bundestag

Ein BA-Sprecher erläuterte, BA-Chefin Andrea Nahles werde die Finanzlage im Haushaltsausschuss des Bundestags erörtern. Wie es hieß, sollen die BA-Finanzen am kommenden Mittwoch Thema in dem Gremium sein. An dem Tag soll es abends auch eine Sitzung des Koalitionsausschusses im Kanzleramt mit Gewerkschaften und Arbeitgebern geben.

Die Entwicklung im Detail

Ende April beträgt die Finanzlücke im BA-Haushalt nach dem Schreiben wegen der ungünstigen Arbeitsmarkt-Lage und gestiegener Ausgaben 4,1 Milliarden Euro. Eigentlich war nur mit einem 3,3-Milliarden-Euro-Defizit gerechnet worden. Hintergrund sind die jüngsten offiziellen Annahmen zur Wirtschaftsentwicklung mit steigenden Arbeitslosenzahlen.

Die Ausgaben der BA für Arbeitslosengeld sind demnach in den ersten vier Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro gestiegen. Die BA verweist auf die jüngsten ökonomischen Eckwerte der Regierung, die dieses Jahr von einer Steigung der Arbeitslosigkeit auf rund 2,98 Millionen ausgehen. Im Mai war die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 58.000 auf 2,95 Millionen gesunken.

Möglich seien Mehrausgaben im Bereich des Arbeitslosengeldes von 4,3 Milliarden Euro in diesem Jahr. Auch das Insolvenzgeld sei nicht rückläufig - wie ursprünglich erwartet. Hier könnten laut dem internen Schreiben für 2026 Ausgaben von bis zu 1,8 Milliarden Euro zusammenkommen. Einmaliges Insolvenzgeld kann fließen, wenn sich ein Arbeitgeber in Zahlungsschwierigkeiten befindet und Beschäftigte ihren Lohn deshalb nicht mehr erhalten.

Grüne: BA macht, was sie soll

Die Grünen-Arbeitsmarktpolitikerin Sylvia Rietenberg stellte fest, die BA müsse in wirtschaftlich schwierigen Zeiten das Einkommen der Menschen sichern und sie bei beruflichen Übergängen unterstützen. "Sie macht also gerade das, wofür sie eingerichtet wurde", so die Abgeordnete. "Das eigentliche Problem ist ein schwacher Arbeitsmarkt."

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer