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BW-Verkehrsministerin zu S21

'Geht um Ehre eines Industriestandorts' 13.07.2026, 08:18 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die baden-württembergische Verkehrsministerin Nicole Razavi hat mit Fassungslosigkeit und Kritik an der Bahn auf die erneuten Verzögerungen beim Bahnprojekt Stuttgart 21 reagiert. "Ich hätte mir in meinen dunkelsten Träumen nicht vorstellen können, welche Fehler die Bahn bei der Umsetzung gemacht hat", sagte die CDU-Politikerin dem "Südkurier". "Dass zum Beispiel Kabel falsch verlegt werden oder man blauäugig mit höheren Normen und Standards umgeht - das hätte sich, glaube ich, überhaupt niemand vorstellen können."

Razavi ist erst seit mehreren Wochen im Amt. Sie sagte, dass sie sich zwar Verzögerungen oder Korrekturen bei S21 hätte vorstellen können - aber nie derartige Fehler bei der Umsetzung. "Mir geht es wie jedem Bürger, der sich fragt: Wie kann so etwas in Deutschland passieren? Es geht auch um die Ehre eines Industriestandorts."

Razavi will S21 kritisch begleiten

Sie sei weiterhin eine Befürworterin des Projekts, sagte Razavi. Aber sie werde das Projekt als Verkehrsministerin nun besonders kritisch begleiten. Man habe die klare Erwartung an die Bahn, dass Stuttgart 21 "vollumfänglich und zügig" realisiert werde.

Die Politik könne nichts für die aktuellen Verzögerungen. "Die Politik kümmert sich nicht darum, wie Kabel verlegt werden", sagte die Ministerin. "Der Grund für die neue, mindestens fünfjährige Verzögerung liegt aber bei der Bahn selbst. Das ist echtes Versagen - das sage nicht nur ich, sondern das sagt die Bahn selbst. Ich habe mich immer dagegen gewehrt, Stuttgart 21 mit dem BER zu vergleichen. Leider sind wir jetzt an diesem Punkt."

Später - und deutlich teurer

Erst vor kurzem hatten Bahnvertreter in einer Sitzung des Verkehrsausschusses im Bundestag angekündigt, die Eröffnung von Stuttgart 21 um fünf Jahre zu verschieben. Teilnehmern zufolge soll der Tiefbahnhof nun Ende 2031 in Betrieb gehen. Der Termin war bereits mehrmals verschoben worden. Zudem steigen die Kosten für das Projekt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur rechnet die Bahn mit Mehrkosten in Höhe von rund 3 Milliarden Euro. Damit erhöhen sich die Gesamtkosten auf etwa 14,5 Milliarden Euro.

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