Chat-App Signal erhöht Schutz vor Phishing-Attacken 08.05.2026, 14:40 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die verschlüsselte Chat-App Signal hat nach Phishing-Attacken gegen Politiker, Militärs und Journalisten in Deutschland zusätzliche Schutzmaßnahmen eingeführt. Wenn jemand zum ersten Mal eine Nachricht von einer unbekannten Nummer erhalte, würden künftig zusätzliche Warnhinweise angezeigt, sagte Meredith Whittaker, die Präsidentin der Non-Profit-Stiftung, die Signal betreibt, in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

Phishing-Angriffe gegen Mitglieder der Bundesregierung

Bei der jüngsten Phishing-Kampagne gegen Nutzer des beliebten Messenger-Dienstes standen vor allem Vertreter der Bundesregierung und der Regierungsparteien im Fokus. Betroffen waren unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) sowie die Kabinettsmitglieder Verena Hubertz (SPD) und Karin Prien (CDU). Verschiedene Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass Angreifer aus Russland hinter der Cyberattacke stecken.

Whittaker betonte in dem Interview, der Messenger sei nicht gehackt worden. "Signal ist weiterhin sicher - unsere Verschlüsselung bleibt robust, und in unserem Open-Source-Code wurden keine Schwachstellen entdeckt. Wir sind durch unseren Erfolg offenbar zur Zielscheibe geworden, genauer gesagt durch unsere vielen hochrangigen Nutzerinnen und Nutzer." Diese seien durch Social Engineering manipuliert worden, Fehler zu begehen. "Das kann bei jedem Dienst passieren."

Zusätzlicher Warnhinweis soll schützen

Die Signal-Chefin kündigte an, das Annehmen neuer, unbekannter Kontakte wird in Zukunft nicht mehr mit einem einzigen Klick möglich sein und zwingend einen Warnhinweis enthalten. "Wir prüfen noch weitere Ideen und werden dazu bald mehr bekanntgeben. Und um es noch einmal klar zu sagen: Signal wird Nutzer niemals in einem zweiseitigen Chat kontaktieren, um sie nach ihrer PIN, ihrem Schlüssel oder anderen Informationen zu fragen."

Whittaker kritisierte, dass von der Phishing-Attacke betroffene Politikerinnen im Netz als digitale Analphabeten verunglimpft worden seien. "Das hat mich enttäuscht, aber nicht überrascht. Ich nehme in Teilen der Techszene durchaus eine gewisse Arroganz wahr, die nicht nett ist."

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