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"Keine gute Zeit für Aprilscherze" (Gold) 02.04.2026, 14:53 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Rohstoffanalyst Blumenroth skizziert die Preisentwicklungen am weiterhin von News getriebenen ?-lmarkt und dessen nachgelagerte Effekte auf Gold.

2. April 2026. FRANKFURT (Xetra-Gold). Zwar halten die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der Kampfhandlungen im Nahen Osten weiter an. Die Finanzmärkte schienen bis heute Nacht jedoch den Ankündigungen des US-Präsidenten Donald Trump Glauben zu schenken, dass der Krieg innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen beendet werden soll. Da diese Sätze erstmals in der Nacht auf den 1. April unserer Zeit fielen, reagierten die Finanzmärkte in den USA bereits am 31. März, bei uns in Europa dann am 1. April mit einem kräftigen Anstieg der Aktien- und Anleihekurse und wieder zurückkehrender Risikofreude.

Wobei die Händler und Analysten weiterhin den allerersten Blick auf die Entwicklung der ?-lpreise werfen, die nach den Trump?schen Worten bis zu seiner Fernsehansprache den Rückzug angetreten hatten. Brent-?-l fiel beispielsweise gestern zeitweise unter die Marke von 100 US-Dollar je Barrel, nachdem es zum Wochenbeginn noch bei rund 113 US-Dollar gehandelt wurde.

Dies änderte sich heute Morgen um 3 Uhr unserer Zeit, als Trump in einer Fernsehansprache ankündigte, der Iran werde innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen hart getroffen werden. In der Zwischenzeit gingen die Gespräche mit dem Iran jedoch weiter, beteuerte Trump. Im Großen und Ganzen hängt die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten jedoch immer noch davon ab, wann die Straße von Hormus für die Rohstoffexporte der Staaten des Nahen Ostens wieder freigegeben bzw. befahrbar sein wird.

Goldpreis zwischen geopolitischer Unsicherheit und Zinserwartungen

Der Goldpreis erhielt somit bis heute Nacht zunächst Rückenwind, da aufgrund der nachgebenden ?-lpreise die Erwartungen an Leitzinserhöhungen der Notenbanken rund um den Globus wieder etwas zurückgenommen wurden, was sinkende Renditen der Staatsanleihen zur Folge hatte. Außerdem wertete der US-Dollar moderat ab, was die Notierungen des gelben Metalls ebenfalls stützte. Nach der Rede Trumps heute Nacht kam es allerdings wieder zu einer Gegenbewegung.

Moderate Erholung am Goldmarkt

Immerhin hellte sich die Stimmung für die Goldpreise seit Ende vergangener Woche insgesamt moderat auf: Notierten diese am Donnerstagmorgen vergangener Woche bei 4.440 US-Dolalr je Unze fielen sie noch am Donnerstagabend zurück auf gut 4.350. Nach einem Wochenschluss knapp unterhalb der Marke von 4.500 kletterten die Notierungen dann ab Montagmittag aufwärts und erreichten heute Morgen um 1 Uhr noch exakt die Marke von 4.800. Beim Schreiben dieser Zeilen am Donnerstagmorgen wird Gold nun jedoch bei 4.605 gehandelt.

Im am Dienstag zu Ende gegangenen ersten Quartal hat Gold in US-Dollar übrigens trotz des Rückschlags im März (minus 9 Prozent verglichen mit Ende Februar) immerhin rund 8 Prozent zugelegt, davon konnten viele andere Anlagevehikel vermutlich nur träumen.

Xetra-Gold: Stetiger Anstieg seit Wochenbeginn

Der Xetra-Gold-Preis legte ebenfalls zu: Während der üblichen Handelszeiten ging es von knapp 123,50 Euro je Gramm zum Handelsauftakt am vergangenen Donnerstagmorgen auf etwa 122,20 am Abend des gleichen Tages. Nach 126 Euro zum Wochenschluss ging es mit den Preisen seit Wochenbeginn Tag für Tag gen Norden. Gestern notierte es mit knapp 132,50 auf dem bisherigen Wochenhoch. Heute Morgen startet es gegen 8.00 Uhr bei rund 128,50 in den Handelstag.

Ausblick: Nachrichtenlage bleibt entscheidend für Entwicklung der Märkte

Weiterhin entscheidet der Nachrichtenfluss hinsichtlich der Lage im Nahen Osten über die Höhe der ?-lpreise und nahezu aller übrigen Anlageklassen. Am Karfreitag (!) gibt es im Übrigen noch die US-Arbeitsmarktdaten für März, auf die viele Marktakteure ein genaues Auge werfen werden.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein schönes, friedvolles Osterwochenende.

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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