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Neuengagements und Gewinnmitnahmen (Fonds) 09.07.2026, 13:56 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die wachsende Skepsis gegenüber Tech-Aktien zeigt sich auch im Fondshandel. Ansonsten reagiert das Fondsgeschäft weniger auf die aktuellen Marktausschläge, die langfristige Perspektive ist wichtiger.

9. Juli 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Ölpreis hoch, Aktienmärkte runter - mit dem Wiederaufflammen des Iran-Kriegs ist an den Märkten erneut viel Bewegung. Für den Fondshandel mit vielen langfristig ausgerichteten Anlagen spielt das allerdings kaum eine Rolle. "Fondanleger reagieren weniger auf Nachrichten als viele ETF-Anleger", berichtet Ivo Orlemann, der für die ICF Bank aktiv gemanagte Fonds und ETFs handelt. Insgesamt sieht er aktuell keine klare Tendenz, mit einer Ausnahme: Technologiefonds. "Hier wird meist verkauft, die Nasdaq-Schwäche macht sich bemerkbar."

"Bei Verkäufen hohe Einzelorders"

Betroffen von den Abgaben ist etwa der Fidelity Global Technology (LU0099574567). Gute Umsätze meldet Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank für breit streuende internationale Aktienfonds. Käufe sieht sie für den Collective Intelligence Fund (DE000A3C91C5) und den BIT Global Leaders (DE000A2QDRW2), Verkäufe für den Quantex Global Value (LI0274481113) und den DWS Global Growth (DE0005152441). "Bei Verkäufen sind die Volumina der Einzelorders in der Regel hoch", bemerkt sie.

"Ordentliche Umsätze" beobachtet die Händlerin bei Fonds mit deutschen und europäischen Aktien. "Vor allem in der DAX-Aufwärtsbewegung in Richtung des neuen Allzeithochs überwogen allerdings die Gewinnmitnahmen." Betroffen von Abgaben sind etwa der DWS Deutschland (DE0008490962), der Fidelity European Growth (LU0048578792) und der Fondak (DE0008471012). Auf den Einkaufslisten stehe hingegen der JPM Europe Equity Plus in ausschüttender und thesaurierender Version (LU0289089384, LU0289228842). Orlemann meldet Abflüsse aus dem Allianz Europe Equity Growth (LU0256839860).

Asiens Aktien: "Eher vorsichtig investiert"

Durchschnittliche Umsätze sieht Deisenroth-Boström bei Fonds mit asiatischen Aktien. "Trotz Erreichen eines Mehrjahreshochs im chinesischen CSI 500 bleiben die Fondsanleger recht verhalten", bemerkt sie. Die Käufe dominierten zwar, es werde aber eher vorsichtig und mit kleinen Volumina investiert. Zudem gelte das Interesse eher breit aufgestellten Fonds im Bereich Asien/Pazifik, weniger speziellen China-Fonds. Zuflüsse meldet sie für den Robeco Asia Pacific Equities (LU0084617165), den Nomura Asia Pacific (DE0008484072) und den Schroder ISF China Opportunities (LU0244354667), Abflüsse für den Schroder ISF Asian Equity Yield (LU0188438112) und den Baring Hong Kong China (IE0000829238).

Umsatzstarke Geldmarktfonds

Zu den Umsatzspitzenreitern bei der ICF zählt wieder einmal der Flossbach von Storch Multiple Opportunities (LU0323578657), mit Käufen und Verkäufen. Der Mischfonds hatte per Ende Juni eine Aktienquote von 83 Prozent. Zweitgrößter Posten waren Edelmetalle mit 8 Prozent.

Nach wie vor hohe Umsätze verzeichnen Geldmarktfonds - ebenfalls in beiden Richtungen. "Die weltpolitischen Unsicherheiten treiben die Anleger in jede Art von Geldmarktfonds", bemerkt Baader-Händlerin Deisenroth-Boström. Gesucht sind der Metzler Euro Liquidity (DE0009761684) und der Pictet Short-Term Money Market (LU0128494191). Eher abgestoßen werden der DWS ESG Euro Money Market Fund (LU0225880524) und der Deutsche Floating Rate Notes (LU0034353002). Bei der ICF geht viel um im UniOpti4 (LU0262776809).

Immofonds: "Auch Käufe"

Rege Umsätze gibt es darüber hinaus im Immobilienfondshandel. "Man sieht auch wieder einiges an Käufen", stellt Orlemann fest. "Neue schlechte Nachrichten sind ausgeblieben." Geschäft in beide Richtungen meldet er für den Grundbesitz Europa (DE0009807008), den HausInvest (DE0009807016) und den Grundbesitz Global (DE0009807057).

Viele unveränderte Immo-Ratings

Die Ratingagentur Scope zeichnet in ihrer aktuellen Studie zu offenen Immobilienfonds ein differenziertes Bild. Die Rendite werde sich dieses Jahr leicht erholen auf durchschnittlich minus 0,5 bis minus 1,5 Prozent (2025: minus 1,2 Prozent). Die Mittelabflüsse würden aber 2026 hoch bleiben, da viele Kündigungen noch abgewickelt werden müssten. Trotz des schwierigen Marktumfelds seien die meisten offenen Immobilienfonds aber operativ solide investiert. Von 19 untersuchten Fonds wurden fünf Fonds herabgestuft, zwei hochgestuft, zwölf behielten ihre Bewertung. Die Rating-Bandbreite reicht von a bis ccc, der Durchschnitt liegt bei bbb.

Mehr dazu: saprodscopeexplorer01.blob.core.windows.net Von Anna-Maria Borse, 9. Juli 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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