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Deutsche Börse-News

Renditen klettern weiter nach oben (Anleihen) 11.09.2026, 15:39 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Der stark gestiegene Ölpreis sorgt für Inflationsängste. Renditen ziehen weiter an, Anleihekurse fallen. Notenbanker versuchen gegenzusteuern. Im Bereich der Unternehmensanleihen bleiben Fremdwährungs-Bonds gefragt.

11. September 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Der Ölpreis bestimmt die Anleihemärkte weiter. Aufgrund erneuter Eskalation in Nahost ist der Preis für ein Barrel Brent diese Woche wieder über 100 US-Dollar gestiegen. Das schürt die Inflationsängste. "Die Turbulenzen am Zinsmarkt gehen weiter", bemerkt Rainer Petz, der für Oddo BHF Anleihen handelt.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist diese Woche abermals gestiegen auf im Hoch 3,51 Prozent. Am Freitagmittag sind es immer noch 3,5 Prozent, der höchste Stand seit 2009. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries näherte sich diese Woche mit im Hoch 4,977 Prozent wieder der viel beachteten Marke von 5 Prozent. Die Rendite dreißigjähriger US-Treasuries hat mit aktuell 5,36 Prozent den höchsten Stand seit 2004 erreicht.

EZB liefert wie erwartet

Die EZB hat am gestrigen Donnerstag die Leitzinsen - wie erwartet - abermals angehoben. Der Einlagensatz liegt nun bei 2,5 Prozent. Die Notenbanker reagierten damit auf Anzeichen, dass die Inflation deutlich über 2 Prozent bleiben dürfte. "Mit diesem Schritt unterstreichen die Währungshüter ihre Entschlossenheit, den Preisauftrieb im Euroraum insbesondere bei Energiekosten nachhaltig einzudämmen", kommentiert LBBW-Analystin Antje Laschewski.

Das weitere Vorgehen ließen die Notenbanker offen. Leon Ferdinand Bost von Metzler zufolge gab es aber durchaus "hawkische" Signale, also auf weitere Zinserhöhungen hindeutende. "Die Tür für eine erneute Zinserhöhung im Dezember steht nun sperrangelweit offen." Das sieht auch die Commerzbank so: "EZB-Präsidentin Lagarde öffnete auf der gestrigen Pressekonferenz die Tür für weitere Zinserhöhungen, da ?die Inflation im Euroraum für einen längeren Zeitraum deutlich über dem 2 Prozent-Ziel liegen sollte?", erklärt Analyst Pascal Reichert.

Wichtig für die Leitzinsentwicklung in den USA sind die am heutigen Freitag um 14.30 Uhr deutscher Zeit anstehenden neuesten US-Inflationszahlen. Aktuell wird eine Zinserhöhung bei der US-Notenbanksitzung am kommenden Mittwoch mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent eingepreist.

"Erste Rückkäufe von US-Staatsanleihen enttäuschend"

Laut Robert Halver von der Baader Bank bleibt der Renditeanstieg bei US-Staatsanleihen inflationsseitig unterfüttert. US-Finanzminister Bessent werde nicht "effektiv gegen Marktspekulanten bluffen können, trotz markiger Aussagen". Schon die erste Runde der Rückkäufe von Staatsanleihen im Umfang von 6 Milliarden US-Dollar sei angesichts der Erwartungen von 8 bis 10 Milliarden enttäuschend ausgefallen. Und hilfreich sei die den Staatshaushalt weiter belastende Wahlprämie von Donald Trump in Höhe von jeweils 5.000 US-Dollar auch nicht. "Wenn notwendig, kann der wahre Rendite-Killer nur die Fed sein."

Unternehmensanleihen: Gerne in Fremdwährungen

Unternehmensanleihen bleiben gefragt. "Bei Anlegern kommen die höheren Zinsen gut an", berichtet Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Auch Fremdwährungsanleihen seien weiter beliebt. Unverändert gekauft werde die auf türkische Lira lautende Anleihe der European Bank for Reconstruction and Development (XS3457420423). Gesetzt werde außerdem auf Alphabet-Anleihen in australischen und US-Dollar.

Am Neuemissionsmarkt geht es ruhig zu. "Große Emissionen gab es nicht", meldet Oddo-Händler Petz. Neu am Markt ist Daniel zufolge eine Anleihe der Norddeutschen Landesbank mit 3,5 Prozent bis 2029 (DE000NLB57Z0). "Die wird auch prompt gekauft", meldet der Händler.

Von Anna-Maria Borse, 11. September 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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