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Deutsche Börse-News

Renditen seitwärts auf erhöhtem Niveau (Anleihen) 14.08.2026, 14:40 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Bundesanleihen bleiben in ihrer momentanen Handelsspanne. In den USA kletterten die Renditen bei Auktionen neuer Staatsanleihen hingegen auf Mehrjahreshochs. Im Handel mit Unternehmensanleihen geht es viel um bekannte Namen wie Eon, VW oder RWE.

14. August 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Das Auf und Ab des Ölpreises lässt die Renditen mal steigen, mal fallen. "Einerseits gab es zuletzt Entspannung beziehungsweise niedrigere Öl-Nachfrageprognosen von der Internationalen Energieagentur IEA und der OPEC", stellt Tim Oechsner von der Steubing AG fest. "Andererseits bleibt die geopolitische Situation im Nahen Osten unsicher."

Wichtig waren außerdem US-Konjunkturdaten wie der US-Arbeitsmarktbericht sowie US-Verbraucher- und -Erzeugerpreise. "Insgesamt zeichnet sich für die Fed nun ein Bild, in dem eine Zinserhöhung im September nicht zwingend erscheint", schildert Anleiheanalyst Leon Ferdinand Bost von Metzler die Lage.

US-Langläufer: "Höchster Stand seit 2001"

Die Renditen hierzulande haben sich im Wochenvergleich auf hohem Niveau seitwärts bewegt: Nach kurzeitig über 3,2 Prozent im Wochenverlauf rentieren zehnjährige Bundesanleihen am Freitagmittag mit 3,16 Prozent - und damit in etwa auf dem Niveau vor einer Woche. Anfang des Jahres waren es noch 2,81 Prozent.

In den USA wurde diese Woche bei einer Auktion neuer zehnjähriger US-Staatsanleihen unterdessen die höchsten Emissionsrendite seit der Finanzkrise erreicht, wie Bloomberg meldet, und zwar 4,683 Prozent. "Bei der Auktion dreißigjähriger US-Anleihen wurde zuletzt eine Rendite von rund 5,216 Prozent erzielt - der höchste Wert seit 2001", erklärt Oechsner.

"Alphabet, Amazon & Co als Konkurrenz"

Die hohen Zinsen in den USA werden zum einen auf die höhere Inflation und die Staatsverschuldung zurückgeführt, zum anderen aber auch auf die umfangreichen Anleiheemissionen der US-Tech-Konzerne. "Alphabet, Amazon und Meta haben zusammen 2026 bereits rund 220 Milliarden US-Dollar an Anleihen begeben - mehr als im gesamten Jahr 2025", bemerkt Oechsner. Damit konkurrierten nicht nur Staaten um das Kapital der Anleger, sondern zunehmend auch die großen Tech-/KI-Unternehmen.

Viele Umsatz in Italien-Bonds

Nach vielen Käufen von Anleihen in türkischen Lira in den Vorwochen meldet Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank diese Woche Abgaben für einen Lira-Bond der European Bank for Reconstruction and Development (XS2795696108). "Die türkische Zentralbank hat die Schätzung für die Inflationsrate per Jahresende von 26 auf 28 Prozent angehoben, allerdings waren andere Lira-Anleihen nicht betroffen", bemerkt der Händler. Im Staatsanleihehandel bei der Steubing AG geht weiter einiges um in italienischen Bonds. Beispiele: 2035 beziehungsweis 2037 fällige, beide mit 4 Prozent-Kupon (IT0005508590, IT0003934657).

Gefragt: Eon, VW, Telekom und RWE

Vom Handel mit Unternehmensanleihen meldet Daniel Käufe der Anfang Juli emittierte RWE-Anleihe mit Laufzeit bis 2037 und aktueller Rendite von 4,20 Prozent (XS3430748676). Gute Umsätze sieht Oechsner für Anleihen von Eon mit Fälligkeit 2029 beziehungsweise 2031 und aktuellen Renditen von 3,01 und 3,37 Prozent (XS2673536541, XS3171591889), VW bis 2028 und 3,22 Prozent sowie einen Langläufer der Deutschen Telekom bis 2045 und 4,43 Prozent (XS2985250898).

Deutlich Federn lassen mussten diese Woche Aktien und Anleihen des Windparkentwicklers und -betreibers PNE (DE000A460J75, DE000A30VJW3). "Übernahmehoffnungen haben sich wohl zerschlagen", stellt Daniel fest. Nach unten ging es Daniel zufolge auch für Bonds der lettischen Fluglinie Air Baltic (XS2800678224). Das Unternehmen hat seine Anleihegläubiger um die Zustimmung zu einer Überbrückungsfinanzierung von 225 Millionen Euro für kurzfristige Liquiditätsbedürfnisse gebeten.

Von Anna-Maria Borse, 14. August 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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