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Deutsche Börse-News

Wochenausblick: "Unternehmensgewinne und KI-Sonderkonjunktur 24.08.2026, 10:31 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Während die Anleihemärkte Warnzeichen senden, halten sich die Aktienmärkte nahe ihren Allzeithochs. Diese Woche blickt alles auf die Nvidia-Zahlen, die Jackson Hole-Notenbanker-Konferenz - und auf den Iran/USA-Konflikt.

24. August 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Kaum Aussicht auf Öffnung der Straße von Hormus, hoher Ölpreis, stark steigende Zinsen - die jüngste Rally am Aktienmarkt hat einen Dämpfer bekommen. "Aufgrund der hohen Renditen für Staatsanleihen und den scheinbar in einer Sackgasse steckenden Verhandlungen zwischen den USA und Iran haben die Aktienmärkte eine Verschnaufpause gestartet", erklärt Martin Hartmann von der Commerzbank. "Das geopolitische Umfeld stellt sich nicht positiv dar"", meint auch Ulf Kraus von der Helaba. Eine akute Eskalation gebe es zwar nicht. Mittlerweile sei aber der Eindruck einstanden, dass die weltpolitische Instabilität zum Dauerzustand werde.

Die Rendite dreißigjähriger US-Staatsanleihen hat vergangene Woche den höchsten Stand seit 2007 erreicht. Auslöser sind zunehmende Inflationsängste und die massive Staatsverschuldung. Keine große Entlastung brachte die Entscheidung von US-Finanzminister Scott Bessent, die geplanten Käufe länger laufender Staatsanleihen zu verdoppeln. Auch in Europa und Asien legten die Renditen deutlich zu. Die Renditen zehnjähriger und dreißigjähriger Bundesanleihen kletterte auf den höchsten Stand seit 2011.

Im Rally-Modus: Gold und Bitcoin

Der DAX (DE0008469008) steht am Montagmorgen bei 26.106 Punkten nach 26.126 am Freitag zu Handelsschluss und 26.562 im jüngsten Allzeithoch Mitte August. Auch der Stoxx Europe 600 (EU0009658202) bewegt sich etwas unterhalb des Rekords. Die US-Börsen hatten am Freitag eine schwache Woche mit leichten Gewinnen beendet.

Auffällig ist weiter die Goldpreisentwicklung mit einem starken Anstieg von rund 4.000 auf aktuell 4.650 US-Dollar die Feinunze. Zudem ist der Bitcoin nach einer langen Seitwärtsbewegung um 64.000 US-Dollar auf 77.000 US-Dollar gestiegen. Ein Grund: erhoffter politischer Rückenwind nach einem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Vertretern der Kryptobranche.

"Konjunktur zeigt sich solide"

Commerzbank-Analyst Hartmann geht davon aus, dass sich die Verschnaufpause auch in der neuen Woche fortsetzen wird. "Mittelfristig erwarten wir erneut steigende Aktienkurse, da die Unternehmensgewinne dank eines robusten Wachstums der Weltwirtschaft und einer ?KI-Sonderkonjunktur? weiter stark wachsen dürften."

Leon Ferdinand Bost von Metzler blickt auf die Einkaufsmanagerindizes mit einem leichten Anstieg des Gesamtindex für die Eurozone. "Mit Blick auf die Sektoren war es vor allem der Manufacturing-PMI, der ordentlich von 51,9 auf 52,8 zulegte", ergänzt er. Insgesamt zeige sich die Konjunktur der Eurozone also auch im dritten Quartal bislang solide. In den USA hätten die Einkaufsmanagerindizes ebenfalls ein Bild der konjunkturellen Stärke gezeigt.

Fokus auf Nvidia und Jackson Hole

Zwar ist die Berichtssaison mehr oder weniger zu Ende, einen Höhepunkt gibt es aber noch: Nvidia legt am Mittwoch Zahlen vor, die als Indikator für die Stärke des Investitionsbooms im KI-Bereich gelten.

Außerdem wichtig diese Woche: das Notenbanker-Treffen im US-amerikanischen Jackson Hole. Das geldpolitische Symposium beginnt am Donnerstagabend, am Freitag folgt die mit Spannung erwartete Eröffnungsrede des US-Notenbankchefs Kevin Warsh.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Dienstag, 25. August

10.00 Uhr. Deutschland: ifo-Geschäftsklima August. Die jüngsten Umfragen unter Finanzmarktanalysten liefern laut DekaBank ermutigende Ergebnisse: Die bislang schlechte konjunkturelle Lage werde allmählich positiver eingeschätzt und die Konjunkturerwartungen stiegen.

Mittwoch, 26. August

14.30 Uhr. USA: Deflator der privaten Konsumausgaben Juli. Die Entwicklung des für die US-Notenbank wichtigen Deflators wird nach Einschätzung der DekaBank maßgeblich für die nächste US-Notenbankentscheidung sein. Sie geht davon aus, dass der Deflator ohne Nahrungsmittel und Energie im Juli um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat angestiegen und die Jahresteuerungsrate somit auf 3,2 Prozent gefallen ist.

Donnerstag, 27. August

Notenbanker-Treffen in Jackson Hole, USA (bis 29.8.).

Von Anna-Maria Borse, 24. August 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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