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Chipwerte unter Druck - Nvidia und Zinsperspektiven im Blick 24.08.2026, 11:20 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Infineon Technologies 55,37 EUR -1,52 % Lang & Schwarz
NVIDIA 184,26 EUR +0,04 % Baader Bank
Samsung Electronics 257.949,96 KRW -4,16 % TTMzero RT
AIXTRON 37,48 EUR -0,32 % TTMzero RT
SUESS MicroTec 72,10 EUR -1,74 % Quotrix Düsseldorf

(Neu: Xetra-Kurse nebst Einordnung, Kempen-Abstufung, Metzler-Stimme)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund negativer Vorgaben aus Asien haben Anleger am Montag einen Bogen um deutsche Chipwerte gemacht. Das Börsenumfeld steht wegen des zugespitzten Iran-Konflikts und der zuletzt eingepreisten Zinssorgen vor einer wegweisenden Woche, die im Technologie-Sektor mit Nvidia US67066G1040 nochmals ein Highlight der Berichtssaison zu bieten hat.

Am Morgen näherte sich der Kurs des Chipkonzerns Infineon DE0006231004 nach der Zwischenerholung vom Freitag wieder dem Tief seit April, das im Bereich der Juli-Talsohle bei gut 54 Euro droht. Infineon-Aktien wurden zuletzt als einer der größten Dax-Verlierer ein Prozent tiefer zu 55,38 Euro gehandelt. Als Aktie mit eingepreister KI-Fantasie lagen im deutschen Leitindex die Titel des Energietechnik-Spezialisten Siemens Energy zeitgleich etwas gemäßigter im Minus.

Auch die Aktien deutscher Branchenausrüster gerieten am Montag zunächst unter Druck, konnten aber ihre Verluste zuletzt eingrenzen. Aixtron DE000A0WMPJ6 holte den bis 3,6 Prozent große Abschlag fast komplett auf. Suss Microtec DE000A1K0235 waren mit bis zu 5,5 Prozent unter Druck geraten nach einer Verkaufsempfehlung des Analysehauses Van Lanschot Kempen, konnten ihr Minus aber auf 1,2 Prozent reduzieren.

In Asien waren die Titel einschlägiger Unternehmen wie SK Hynix KR7000660001 klar ins Minus gesackt. Samsung Electronics KR7005930003 konnte dort die Lage ebenfalls nicht aufhellen - trotz Dividenden- und Aktienrückkaufplänen rutschten die Titel ab. In New York bahnen sich vorbörslich Verluste bei Chipwerten wie etwa Micron US5951121038 an.

Anleger warten gespannt auf die am Mittwoch nach US-Börsenschluss anstehenden Zahlen von Nvidia, die laut dem Deutsche-Bank-Experten Jim Reid ein gesamtwirtschaftlich bedeutendes Ereignis sind. Er wies am Morgen darauf hin, dass der Aktienkurs des KI-Chipriesen nach den letzten vier Veröffentlichungen stets nachgegeben habe, da die positiven Überraschungen nicht mehr so deutlich gewesen seien wie der Vergangenheit.

Hinzu kommt laut Reid am Montag ein Bericht über Preiserhöhungen von Nvidia, die mit steigenden Kosten einher gehen. "Dies erhärtet die Anzeichen dafür, dass KI inflationäre Auswirkungen hat und nicht einfach nur einen positiven Angebotsschock darstellt", schrieb Reid am Morgen. Die Inflation bleibt auch wegen des ungelösten Iran-Kriegs und der weiterhin hohen Ölpreise ein schwieriges Börsenthema.

Anleger schauen deshalb gespannt auf das jährliche Notenbanktreffen in Jackson Hole, das am Donnerstag beginnt. Am Freitag steht dann der Auftritt des Fed-Präsidenten Kevin Warsh im Fokus. Hier wird es wohl um mögliche Aussagen zur künftigen Geldpolitik gehen, die relevant werden dürften für die Entwicklung der Marktzinsen. Deren Anstieg hatte in der Vorwoche die Anleger verunsichert, auch weil sie im KI-Bereich wegen hoher Investitionen durch die Unternehmen von großer Bedeutung sind.

Mit Blick auf die jüngsten Zinsbedenken schrieben die Experten der französischen Bank Societe Generale am Morgen, die staatliche Kreditaufnahme konkurriere zunehmend mit anderen strukturellen Bereichen um das verfügbare Sparkapital. Genannt wurde dabei vor allem der KI-Investitionsboom, aber auch der Mittelbedarf für Verteidigung oder die Energiewende. Experten glauben aber nicht, dass Warsh in seiner Rede konkretere Zinssignale geben wird.

Laut Analyst Leon Ferdinand Bost von der Privatbank Metzler kann es sich Warsh angesichts der jüngsten Verwerfungen am Anleihemarkt eigentlich nicht leisten, die Märkte weiter zu verunsichern. Mit einer genaueren Erklärung, wie die Fed die Inflation in den Griff bekommen will, rechnet der Experte nicht. Er glaubt, dass Warsh bemu?ht sein wird, seine Kommunikationsstrategie genauer zu erläutern.

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