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Digitalbranche trotzt Flaute - KI und Cloud boomen weiter 07.07.2026, 15:48 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Digitalbranche in Deutschland wächst trotz der allgemeinen Wirtschaftsflaute weiterhin kräftig. Der Markt für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) werde in diesem Jahr voraussichtlich um 4,1 Prozent wachsen und ein Volumen von 246,4 Milliarden Euro erreichen, teilte der Digitalverband Bitkom in Berlin mit. Damit setzt die Branche ihr Wachstum fort, auch wenn das Tempo im Vergleich zum Vorjahresplus von 4,7 Prozent leicht abnimmt.

"Digitalisierung bleibt ein Wachstumstreiber in Deutschland", erklärte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Unternehmen und die öffentliche Hand investieren weiterhin in Software, IT-Services, Künstliche Intelligenz (KI) und Cybersicherheit, wenngleich wirtschaftliche Entscheidungen derzeit oft vorsichtiger getroffen werden.

Software und KI verzeichnen die stärksten Zuwächse

Innerhalb der Digitalwirtschaft entwickelt sich das IT-Segment mit einem erwarteten Umsatzplus von 5,4 Prozent auf 170,8 Milliarden Euro am stärksten. Der wichtigste Treiber ist dabei das Geschäft mit Software, das voraussichtlich um 9,9 Prozent auf 58,1 Milliarden Euro ansteigen wird. Ein wesentlicher Teil dieses Wachstums entfällt auf Cloud-Software, mit der 2026 rund 42,5 Milliarden Euro umgesetzt werden sollen - ein Plus von 21,9 Prozent.

Vor allem der Bereich der Künstlichen Intelligenz wächst rasant: Die Umsätze mit KI-Plattformen steigen nach Bitkom-Berechnungen 2026 um 75,8 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro, nachdem sie im Vorjahr bereits um 50 Prozent gewachsen waren.

Preissteigerungen bei IT-Hardware

Bei der IT-Hardware wird ein durchschnittliches Wachstum von 3,3 Prozent erwartet, das jedoch maßgeblich durch Preiseffekte getrieben ist. Gestiegene Preise für RAM-Speicher und Chips sorgen für höhere Umsätze, obwohl die Verkaufszahlen in Produktkategorien wie Desktop-PCs, Tablets oder Smart-Home-Geräten zurückgehen. Stark nachgefragt wird hingegen IT-Infrastruktur aus der Cloud, die ein Plus von 22,3 Prozent verzeichnet.

Die Telekommunikationsbranche wächst derweil moderat um 1,4 Prozent auf 75,6 Milliarden Euro. Den größten Anteil machen weiterhin die Telekommunikationsdienste mit 53,9 Milliarden Euro aus. Die Investitionen in die Telekommunikations-Infrastruktur steigen um 4,2 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Wintergerst betonte in diesem Zusammenhang, dass der Netzausbau gefördert werden müsse, etwa durch priorisierte Stromanschlüsse für Mobilfunkmasten.

Deutschland verliert im globalen Vergleich an Boden

Trotz der positiven nationalen Entwicklung warnte Bitkom vor einem wachsenden Rückstand Deutschlands im internationalen Vergleich. Der weltweite ITK-Markt wächst 2026 voraussichtlich um 8,5 Prozent auf 5,9 Billionen Euro, wobei die USA den Markt mit einem Anteil von 41 Prozent und einem Wachstum von 12,7 Prozent dominieren. Deutschland kommt weltweit lediglich auf einen Marktanteil von 3,8 Prozent.

"Die Schere zwischen den USA und China einerseits und Deutschland und seinen europäischen Nachbarn andererseits öffnet sich weiter", sagte Wintergerst. Er forderte den Anspruch ein, zumindest bei den Wachstumsraten zu den USA aufzuschließen.

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