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EU-Kommissar

Europas Zugsystem braucht einheitliche Tickets 22.09.2026, 13:17 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas hat zur Eröffnung der Branchenmesse Innotrans in Berlin die Bedeutung von einheitlichen Bahntickets für Reisen quer durch Europa betont. "Für die Fahrgäste ist der Fahrkartenverkauf ein weiterer klarer Test dafür, ob wir wirklich über ein europäisches Eisenbahnsystem verfügen", sagte er bei der Eröffnungsfeier. "Das Ziel: Eine Reise, eine Buchung, volle Rechte für Fahrgäste - das wird grenzüberschreitende Reisen mit verschiedenen Zuganbietern einfacher und viel attraktiver machen."

Einen Vorschlag für entsprechende Regeln hatte die Kommission bereits im Mai unterbreitet. Die Idee: Reisende sollen online übersichtlich alle Optionen sehen, über EU-Grenzen hinweg von A nach B zu kommen. Große Ticket-Plattformen sollen verpflichtet werden, auch Tickets anderer Betreiber anzubieten, wenn diese das wollen. Bei den Plattformen der Deutschen Bahn etwa ist das bisher nicht immer möglich.

Bundesverkehrsminister kritisiert Konzept der Korridorsanierung

Auf der Eröffnungsfeier der Innotrans sprach auch Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er kritisierte unter anderem Probleme bei der derzeit laufenden Sanierung des deutschen Schienennetzes. "Das Konzept der Korridorsanierung hat die hohen Erwartungen bislang nicht erfüllt", sagte er. "Wenn wir eine Strecke monatelang sperren mit allen Belastungen, die damit einhergehen, muss sie danach spürbar besser funktionieren."

Bilger bezog sich damit auf die sogenannten Generalsanierungen der Deutschen Bahn. Dabei sollten bis Mitte der 30er Jahre mehr als 40 hochbelastete Bahnkorridore über Monate gesperrt und umfassend saniert werden. Nachdem bei einigen Projekten Verzögerungen und auch nach der Sanierung noch Betriebsprobleme auftragen, hat die Bahn den Zeitplan deutlich nach hinten verschoben und überarbeitet derzeit das Konzept grundlegend.

Bei der 30. Ausgabe der Fachmesse Innotrans stehen neben neuen Zügen vor allem neuen Technologien für die Bahnindustrie im Fokus. Es geht etwa um die Digitalisierung von Schienenwegen und automatisierten Verkehren. Vertreten sind der Berliner Messe zufolge 3.170 Aussteller aus 59 Ländern.

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