PortfolioPlus
Portfolio-Tracker – Kurse, Renditeanalyse und Dividendenplaner an einem Ort.
Anzeige

Experte sieht dauerhaften Aufschwung der Rüstungsindustrie 06.09.2025, 10:03 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Rheinmetall 1.118,20 EUR -0,33 % L&S Exchange

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Der Arbeitsmarktforscher Enzo Weber erwartet einen langanhaltenden Aufschwung der deutschen Rüstungsindustrie. Der Aufwärtstrend der Branche werde nachhaltig sein und absehbar auf viele Jahre weitergehen, sagte der Experte vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg der Deutschen Presse-Agentur.

Aufgrund der Ausnahme bei der Schuldenbremse für die Verteidigungsausgaben seien die Finanzierungsmöglichkeiten sichergestellt, sagte der IAB-Forschungsbereichsleiter für Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen. Laut einer Studie unter Beteiligung des IAB könnten bis zu 200.000 Jobs entstehen, wenn Deutschland seine Verteidigungsausgaben schuldenfinanziert von 2 auf 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigern würde.

Staat soll mit Mitteln Wettbewerb und Innovation schaffen

"Nun kommt es darauf an, ob nur Geld ausgegeben wird, oder auch eine industrielle Erneuerung gelingt", sagte Weber mit Blick auf die Finanzierungsmöglichkeiten des Bundes. Mit den Mitteln müsse der Staat auch Wettbewerb und Innovation schaffen und eine Trendwende in der Industrie anstoßen.

Im Gegensatz zur restlichen Industrie in Deutschland sieht Weber die Rüstungsbranche seit rund zwei Jahren im Aufwind mit deutlich steigenden Beschäftigungszahlen. Auch die Zahl der Stellenausschreibungen steige, während sie in der übrigen Industrie deutlich rückläufig sei.

Deutlich mehr Bewerber bei Rüstungsfirmen

Beim Rüstungskonzern Rheinmetall etwa sind die Bewerberzahlen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte. Gab es 2021 noch rund 59.000 Bewerbungen aus Deutschland, waren es 2024 bereits 175.000. Allein in der ersten Hälfte dieses Jahres seien 120.000 Bewerbungen aus Deutschland eingegangen.

Der Hersteller von Panzern und Flugabwehrsystemen hat demnach seit Jahresbeginn monatlich rund 500 Beschäftigte neu angestellt. Die meisten neuen Stellen seien mit knapp 2.000 im produktionsnahen Bereich sowie im IT-Sektor geschaffen worden. Gesucht würden derzeit vor allem Beschäftigte in den Bereichen Produktentwicklung und Produktion wie etwa Ingenieure oder Mechatroniker.

Veränderte Wahrnehmung der Verteidigungsindustrie

Auch der Augsburger Rüstungszulieferer Renk will die Zahl seiner Beschäftigten in den nächsten Jahren weiter steigern. Da sie die Effizienz der Produktion deutlich erhöht hätten, seien aber nicht so viele Beschäftigte gefordert, wie noch 2023 gedacht, teilte ein Sprecher mit.

Steigende Bewerberzahlen für seine Rüstungssparte verzeichnet auch der Mischkonzern Diehl. In den vergangenen Jahren seien in der Konzernsparte Defence kontinuierlich mehrere Hundert Menschen eingestellt worden, teilte eine Sprecherin mit, 2024 seien es mehr als 1.000 gewesen. Die Einstellungen sollen in dieser Größenordnung weitergehen, der Trend werde 2026 anhalten.

Das Unternehmen nimmt den Angaben nach einen Imagewandel der Rüstungsbranche bei Bewerbern und in großen Teilen der Gesellschaft wahr. Diehl produziert unter anderem das Luftabwehrsystems Iris-T, das auch in der Ukraine zum Einsatz kommt.

Strauchelnde Automobil- und Zuliefererindustrie bietet Potenzial

Potenzial für die Rüstungsindustrie sieht der Arbeitsmarktexperte Weber etwa bei den Beschäftigten der strauchelnden Automobil- und Zuliefererindustrie. Deren Fachkräfte seien attraktiv für Rüstungsunternehmen. "Durch Beratung, Vermittlung und gezielte Qualifizierung kann es gelingen, dass sie in einer für sie neuen Branche Fuß fassen."

Die Rüstungsindustrie sei aber zu klein, um den Abwärtstrend der Industrie in Deutschland im Alleingang aufzuhalten. Derzeit seien in der Rüstungsindustrie im engeren Sinne rund 17.000 Menschen in Deutschland beschäftigt. "Damit sind Unternehmen gemeint, die Waffen und Munition oder Kampffahrzeuge herstellen und nicht reine Zulieferer etwa für Reifen oder Firmen, die zum Beispiel Kommunikationssysteme produzieren, die zivil und militärisch genutzt werden können."/ses/DP/mis

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Ihre Lieblingsaktie geschenkt

BörsenNEWS.de und Smartbroker+ starten gemeinsam eine exklusive Bonus-Aktion. Eröffnen Sie bis 31.08.2026 ein Depot bei Smartbroker+ und erhalten als Willkommensgeschenk einen Anteil ausgewählter Aktien im Wert von 50 Euro!.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter abwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 0,67
Hebel: 18,64
mit starkem Hebel
Ask: 1,59
Hebel: 7,30
mit moderatem Hebel
Smartbroker
Goldman Sachs
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: GN1FX4 GW7NRN. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer