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EZB-Umfrage

Verbraucher erwarten wegen Krieg hohe Inflation 01.06.2026, 11:33 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Verbraucher erwarten wegen des Ölpreisschocks infolge des Iran-Kriegs eine anhaltend hohe Inflation im Euroraum. Im Schnitt rechneten die Menschen im April für die kommenden zwölf Monate mit einer Inflationsrate von weiter 4,0 Prozent, wie die Europäische Zentralbank anlässlich einer von ihr in Auftrag gegebenen Umfrage mitteilte. Mit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar sind die Energiepreise rasant gestiegen, Verbraucher spüren das besonders in Form höherer Spritpreise an den Tankstellen. "Die Unsicherheit hinsichtlich der Inflationserwartungen für die nächsten 12 Monate blieb unverändert auf einem hohen Niveau", schrieb die EZB.

Die Verbraucher rechnen auch mittelfristig mit einer erhöhten Inflation, wie die Umfrage weiter zeigt. In den kommenden drei Jahren erwarten sie eine durchschnittliche Teuerungsrate von 2,9 Prozent. Im März waren es allerdings noch 3,0 Prozent. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent im Euroraum an. Hier sieht die Notenbank ihr oberstes Ziel erreicht, für einen stabilen Euro zu sorgen. Der Iran-Krieg hat die Inflation im Euroraum auf 3,0 Prozent im April getrieben und damit deutlich über die Zielmarke der EZB.

Die Notenbank steht daher unter Druck zu reagieren. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass die EZB bei ihrem Entscheid am 11. Juni die Leitzinsen erstmals in diesem Jahr erhöht. Höhere Zinsen würden Kredite für Verbraucher und Unternehmen verteuern, was die Nachfrage bremsen und die Inflation dämpfen kann. Jedoch sind höhere Zinsen eine Bürde für die ohnehin schwache Wirtschaft im Euroraum, die unter den Folgen des Iran-Kriegs leidet.

Die Verbraucherumfrage der EZB ("Consumer Expectations Survey") ist eine monatliche Online-Erhebung unter rund 19.000 Verbrauchern aus 11 Euroländern, darunter Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien. Die letzte Umfrage fand zwischen 2. April und 4. Mai statt. Die EZB nutzt die Ergebnisse für ihre geldpolitischen Analysen als Ergänzung für andere Datenquellen.

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