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Forscher kritisiert zu schnelle Warnstreiks und fordert Reformen 02.02.2026, 18:23 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

BERLIN (dpa-AFX) - Der Mobilitätsforscher Andreas Knie hat angesichts der Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr vor einer überzogenen Nutzung des Streikinstruments gewarnt. Das Streikrecht gehöre zu den wirklichen Errungenschaften, und daran sollte auch nicht gerüttelt werden, sagte Knie im Podcast "Im Loop". "Aber um die Waffe scharf werden zu lassen oder scharf bleiben zu lassen, muss man es eben dosiert einsetzen." Zugleich sprach sich Knie für umfassende Reformen im öffentlichen Nahverkehr aus.

Der aktuelle 24-Stunden-Warnstreik sei viel zu schnell eingesetzt worden, sagte der Experte vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. "Wenn zu schnell gestreikt wird, dann fehlt auch die Zustimmung. Dann geht die deutlich zurück." Aus Sicht von Knie hätten die Tarifpartner vor Warnstreiks in Verhandlungen ausloten sollen, wie ein langfristig geltender Zukunftspakt für den öffentlichen Personennahverkehr wirklich aussehe.

Experte: "Überbürokratische Struktur" im Nahverkehr

Knie betonte, im öffentlichen Personennahverkehr verdienten die unteren Lohngruppen nach wie vor zu schlecht. Das fahrende Personal sei sehr hohen Belastungen ausgesetzt - vor allem durch Schichten. Im Vergleich zu anderen Branchen mit Schichtarbeit werde im öffentlichen Nahverkehr nach wie vor weniger bezahlt. In mittleren und höheren Hierarchiestufen dagegen falle der Vergleich zugunsten des öffentlichen Personennahverkehrs aus.

Knie macht eine "überbürokratische Struktur im Nahverkehr" aus. Notwendig seien vor allem Abbau der Bürokratie, Abbau der Verkehrsverbünde, Abbau der Zweckverbünde, Abbau vieler administrativer Strukturen, sagte der Forscher dem Nachrichten-Podcast des Finanz- und Wirtschafts-Portals "Finanzfluss". Es reiche nicht, dass Kommunen regelmäßig mehr Geld vom Bund forderten. "Wir müssen auch die Struktur angreifen", sagte Knie. Der mittlere Bau, der Überbau müsse verkleinert werden: "Dann haben wir wieder mehr Geld, und dann können wir auch die Busfahrer ordentlich bezahlen."/nkl/sl/DP/nas

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