Drohnenangriffe schockieren die Welt:
Dieser Tech-Player will die Verteidigung neu definieren
Anzeige

Fünf Jahre Schweinepest in Deutschland - Wie ist die Lage? 07.09.2025, 09:32 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

BERLIN (dpa-AFX) - Für Menschen ungefährlich, für Schweine hochansteckend und tödlich: Vor fünf Jahren trat die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals in Deutschland auf. Am 10. September 2020 wurde das Virus bei einem toten Wildschwein in Schenkendöbern, im Landkreis Spree-Neiße nahe der deutsch-polnischen Grenze nachgewiesen. Seither sind Tausende weitere Tiere an der Seuche verendet. Viele Betriebe belastet die ASP schwer - obwohl bisher nur wenige Schweine in Haltung betroffen waren. Wie es um den Kampf gegen die Tierseuche steht.

Wie hat sich die ASP seit dem ersten Fall verbreitet?

Noch im ersten Jahr des Ausbruchs wurden in Deutschland mehr als 400 weitere Fälle bestätigt. Im Jahr 2021 waren es bereits mehr als 2.700, darunter auch die ersten wenigen Befunde bei Haltungsschweinen, wie aus Daten des Friedrich-Loeffler-Instituts hervorgeht. Die Fälle konzentrierten sich in dieser Zeit vor allem auf Ostdeutschland, insbesondere auf Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Im Verlauf des Jahres 2023 nahm das Infektionsgeschehen deutlich ab. Seit dem Sommer 2024 zieht es allerdings wieder an. Die meisten Feststellungen traten dabei in Hessen auf. Mitte Juni 2025 wurden auch in Nordrhein-Westfalen die ersten Fälle nachgewiesen. "Das noch relativ frische ASP-Geschehen in Nordrhein-Westfalen ist in einem waldreichen Gebiet mit hoher Wildschweindichte aufgetreten", teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium auf Anfrage mit. "Daher ist auch in den nächsten Wochen mit zahlreichen ASP-Fällen zu rechnen."

"Insbesondere in Ostdeutschland zeigen die Maßnahmen bereits Wirkung: Restriktionszonen konnten verkleinert werden. Seit Jahresbeginn wurden dort nur noch 18 Fälle bei Wildschweinen gemeldet, kein einziger bei Hausschweinen", teilte der Deutsche Bauernverband (DBV) mit. "In Hessen und Nordrhein-Westfalen konzentrieren sich die Nachweise stark um den Ursprung und liegen somit alle innerhalb der eingerichteten Restriktionsgebiete."

Die ASP ist für Schweine höchst ansteckend. Die Krankheit führt bei ihnen in der Regel innerhalb weniger Tage zum Tod. Einen Impfstoff gibt es bislang nicht. Die Entwicklungsforschung dazu läuft dem Landwirtschaftsministerium zufolge schon sehr lange - bisher ohne Ergebnis.

Was passiert, wenn ein Fall festgestellt wird?

Wenn bei einem Wildschwein die ASP festgestellt wurde, wird in der Regel eine Pufferzone rund um das infizierte Gebiet angeordnet. Innerhalb dieser Zone gilt ein Verbringungsverbot für Schweine und Schweinefleisch. Das Gebiet wird dann systematisch nach weiteren Kadavern abgesucht und anschließend verstärkt bejagt.

Wenn Schweinebestände betroffen sind, wird ebenfalls zunächst eine Schutzzone mit einem Radius von mindestens drei Kilometern um den betroffenen Betrieb herum sowie eine großflächigere Überwachungszone mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern eingerichtet. Auch dort ist der Transport von Tieren und Erzeugnissen untersagt.

Welche Folgen hat die ASP für Schweinehalter?

Die Schäden für Schweinehalter gehen dem Bauernverband zufolge in die Millionen - auch, wenn bisher nur wenige Haltungsschweine betroffen waren. Dort, wo das der Fall ist, müssen Betriebe ihren gesamten Tierbestand töten und unschädlich beseitigen.

Doch auch, wer einen Betrieb in einer der Sperrzonen unterhält, hat es schwer, sein Fleisch zu verkaufen. "Etliche Schweinehalter in den Restriktionszonen mussten den Betrieb einstellen, da sie die Tiere nicht mehr oder nur mit großen Verlusten vermarkten konnten", teilte DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet mit.

Insbesondere der Export hat sich mit der ASP erschwert. Grundsätzlich verbieten viele Länder die Einfuhr von Schweinefleisch aus Ländern, in denen die ASP auftritt. "Nach intensiven Verhandlungen haben einige Drittländer inzwischen das "Regionalisierungskonzept" akzeptiert", heißt es auf den Seiten des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Das bedeutet, dass der Export von Schweinefleisch aus ASP-freien Gebieten in Deutschland in bestimmte Drittländer wieder möglich ist. Dazu gehören etwa Bosnien-Herzegowina, Kanada, Vietnam oder Singapur. Betriebe in Sperrzonen sind aber auch davon ausgenommen.

Was müssen Verbraucher beachten?

Die Afrikanische Schweinepest ist für Verbraucher ungefährlich. Selbst der Verzehr von infiziertem Fleisch ist unbedenklich. Trotzdem darf kein Schweinefleisch aus ASP-Gebieten verbreitet oder vermarktet werden. Damit soll aber ausschließlich verhindert werden, dass sich das Virus weiter ausbreitet. Auch bei Waldspaziergängen müssen Bürgerinnen und Bürger nichts weiter beachten. Allerdings kann es vorkommen, dass in Gebieten, wo die ASP festgestellt wurde, ein Betretungsverbot besteht. Für Hunde und alle anderen Tierarten ist das Virus ebenfalls ungefährlich.

Wird sich die ASP vollständig eindämmen lassen?

Aus Sicht des Bauernverbands hängt das vor allem von den Menschen ab, denn sie seien der größte Verbreiter des Virus. "Das Virus kann durch kontaminierte Lebensmittel, Bekleidung oder Gerätschaften in andere Regionen geschleppt werden", hieß es. Entscheidend sei daher als wirksamste Prävention das konsequente Einhalten von Biosicherheitsmaßnahmen./maa/DP/zb

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
News-Kommentare
Thema
1 Aktien Frankfurt Ausblick: Dax stabil - Trump will Straße von Hormus sichern Hauptdiskussion
2 Trump: Irans Raketen hätten schon bald USA treffen können Hauptdiskussion
3 Nato-Chef fordert Rückendeckung für USA und Israel Hauptdiskussion
4 Großbritannien: Stimmung in den Industriebetrieben trübt sich überraschend ein Hauptdiskussion
5 Warnstreiks im Nahverkehr haben begonnen Hauptdiskussion
Alle Diskussionen
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer