Gaspreis steigt wieder - Straße von Hormus bleibt Hauptsorge 05.03.2026, 10:56 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

AMSTERDAM (dpa-AFX) - Der Preis für europäisches Erdgas ist am Donnerstag nach einem Rückgang am Vortag wieder gestiegen. An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat im Vormittagshandel um fast drei Prozent auf 50,15 Euro je Megawattstunde (MWh) zu. Zu Handelsbeginn hatte der Preis noch deutlich höher bei 55,10 Euro gestanden.

Mit dem aktuellen Preisanstieg hat sich europäisches Erdgas seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am vergangenen Wochenende um mehr als 50 Prozent verteuert.

Die globalen Energiemärkte sind durch den Krieg, der nun schon sechs Tage andauert, ohne dass eine baldige Lösung in Sicht ist, stark beeinträchtigt. In den ersten Handelstagen der Woche war Preis für europäisches Erdgas allerdings noch zeitweise deutlich stärker gestiegen. Am Dienstag hatte er zeitweise bei über 65 Euro den höchsten Stand seit gut drei Jahren erreicht, wegen eines fortgesetzten Lieferstopps von Flüssiggas aus dem wichtigen Förderland Katar.

Zudem bleibt die Lage an der Straße von Hormus im Fokus der Rohstoffmärkte, durch die ein großer Teil des globalen Handels mit Flüssiggas (LNG) verläuft. Der Schiffsverkehr durch diese Wasserstraße ist nahezu zum Erliegen gekommen. Die faktische Blockade der Wasserstraße hat zudem Förderländer gezwungen, ihre Produktion zu drosseln.

Zuletzt meldeten die iranischen Revolutionsgarden einen Angriff auf einen Öltanker im Norden des Persischen Golfs. Auf dem Webportal Garden heißt es, das Schiff stehe in Flammen. Die Revolutionsgarden erneuerten ihre Drohung, im Kriegsfall die Straße von Hormus zu kontrollieren. Schiffe der USA, Israels, europäischer Staaten und ihrer Verbündeten hätten keine Erlaubnis für eine Durchfahrt und würden angegriffen.

"Eine Lösung für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus ist nicht in Sicht, daher wächst die Angst vor zu geringen LNG-Lieferungen täglich", sagte Arne Lohmann Rasmussen, Chefanalyst bei Global Risk Management, ein Unternehmen, das sich auf die Absicherung von Preisrisiken auf dem Energiemarkt spezialisiert hat./jkr/jsl/mis

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