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Raketenbeschuss im Iran-Krieg hält an - Offensive im Libanon 16.03.2026, 15:20 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

TEHERAN/TEL AVIV/BEIRUT (dpa-AFX) - Zu Beginn der dritten Kriegswoche im Nahen Osten bleibt der Iran Zielscheibe massiver Angriffe von Israel und den USA, ohne dass auf diplomatischer Ebene sichtbar Bewegung in den Konflikt kommt. Der Iran nahm seinerseits erneut Israel und Ziele in den Golfstaaten unter Beschuss.

Israels Armee sprach von einer "großangelegten Angriffswelle", die in den Städten Teheran, Schiras und Tabris die Infrastruktur der Führung ins Visier nehme. Auch iranische Medien meldeten eine neue Angriffswelle in der Hauptstadt Teheran. Im Osten der Millionenmetropole seien nach israelisch-amerikanischen Angriffen Explosionen zu hören gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Fars.

Berichte über zahlreiche Opfer bei Luftangriffen auf Teheran

Bei den Luftangriffen seien neben städtischer Infrastruktur auch Wohngebiete bombardiert worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Es sei eine "beträchtliche Zahl von Menschen" getötet oder verletzt worden. Bei einem israelischen Luftangriff in Teheran wurde iranischen Angaben zufolge auch ein Gebäude der städtischen Stromwerke bombardiert. Mehrere Mitarbeiter und Ingenieure kamen demnach ums Leben.

Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Regierungsangaben mehr als 61.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Allein in der Hauptstadt seien Schäden an 18.180 Wohnungen und Geschäftseinheiten entstanden, sagte Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani bei einer Pressekonferenz.

Israel weiter aus dem Iran unter Beschuss

Israel wurde ebenfalls erneut aus dem Iran mit Raketen angegriffen. Dabei wurde am Morgen eine Frau in einem Schutzraum leicht verletzt, teilte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mit. Berichten zufolge gab es mehrere weitere Einschläge von Raketenteilen im Zentrum des Landes. Demnach soll der Iran erneut die international weitgehend geächtete Streumunition eingesetzt haben.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron appellierte am Sonntagabend an seinen iranischen Kollegen Massud Peseschkian, Angriffe auf Länder in der Region sofort zu stoppen. "Ich habe ihn aufgefordert, die inakzeptablen Angriffe, die der Iran gegen die Länder der Region führt - sei es direkt oder über Stellvertreter wie im Libanon und im Irak - unverzüglich einzustellen", schrieb Macron nach einem Telefonat mit Peseschkian auf der Plattform X. "Nur ein neuer politischer und sicherheitspolitischer Rahmen kann Frieden und Sicherheit für alle gewährleisten."

Angriff auf US-Militärstützpunkt im Irak

Eine mit dem Iran verbündete Miliz griff unterdessen nach eigenen Angaben einen US-Militärstützpunkt im Irak an und tötete dabei sechs US-Soldaten. Vier weitere US-Soldaten seien bei dem Raketenangriff auf die Militärbasis in der Nähe des Flughafens von Bagdad schwer verletzt worden, teilte die Miliz Saraja Aulija al-Dam mit. Vom US-Militär gab es zunächst keine Informationen zu dem Vorfall.

Das Medienbüro der irakischen Streitkräfte erklärte, es habe am Abend Angriffe mit fünf Raketen auf die Gegend rund um den Flughafen gegeben. Mehrere Sicherheitskräfte, Flughafenmitarbeiter und ein Ingenieur seien verletzt worden. Einige der Raketen seien auf dem Flughafengelände niedergegangen.

Ein Drohneneinschlag setzte am Flughafen Dubai ein Treibstofflager in Brand und legte den Luftverkehr stundenlang lahm. Am Vormittag durften dann wieder erste Flieger starten und landen, wie die Regierung auf X mitteilte. Zuvor hatten Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle gebracht, es gab nach Behördenangaben keine Verletzten.

Nahostkrieg legt Flugdrehkreuz Dubai lahm

Dubai gehört zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Airport dort - normalerweise eines der wichtigsten internationalen Drehkreuze - ist

wegen des Iran-Kriegs und der Gegenangriffe Teherans auf Staaten in der Golfregion ohnehin massiv betroffen. Schon vor der jüngsten Attacke galt kein regulärer Flugplan.

Saudi-Arabien fing in der Nacht mehr als 60 Drohnen im ölreichen Osten des Landes ab. Die Drohnen seien zerstört worden, erklärte das Verteidigungsministerium. Im Osten des Königreichs liegen um Abkaik die größten Ölfelder und -anlagen des Landes, die im Krieg mit dem Iran schon mehrfach Ziel von Angriffen wurden.

Israel beginnt begrenzte Bodenoffensive im Libanon

Israels Armee begann eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen "begrenzte und gezielte Bodeneinsätze" im Süden des Nachbarlands Libanon. Ziel seien aktive Hisbollah-Mitglieder sowie die Infrastruktur der Miliz, teilte Israels Armee mit. Die Einsätze am Boden seien "Teil umfassenderer Verteidigungsmaßnahmen", um die Einwohner im angrenzenden Nordisrael zu schützen. Die "Times of Israel" sprach von einer "Erweiterung der Pufferzone" im Südlibanon, "um die Bedrohung durch die Hisbollah von der Grenze fernzuhalten".

Im Libanon sind im Zuge des Iran-Kriegs die Kämpfe zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz und Israels Militär wieder aufgeflammt. In dem Land herrscht nun Sorge vor einer größeren Bodenoffensive Israels. Die Bundesregierung warnte die israelische Regierung vor einer solchen Offensive und äußerte sich "enorm beunruhigt" über die Entwicklungen im Libanon./evs/DP/zb

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