Gewerkschaft

Bei Biontech ist die Maske gefallen 23.05.2026, 09:38 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Pfizer 22,37 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz
BioNTech 79,45 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

Die Gewerkschaft IG BCE wirft dem Management des Impfstoffherstellers Biontech US09075V1026 vor, keine ernsthaften Verkaufsabsichten für ihre von der Schließung bedrohten Produktionsstandorte zu haben. "Es gibt keine Transparenz und keinerlei Informationen des Unternehmens", sagte Gewerkschaftssekretär Christian Trapp der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. "Deshalb herrscht eine große Verunsicherung unter den Beschäftigten."

Auch der Konzernbetriebsrat werde in die Vorgänge nicht miteinbezogen. Dazu komme die Ansage des Biontech-Vorstands, dass der mögliche Verkauf der Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie der Standorte des übernommenen Konkurrenten Curevac NL0015436031 bis Oktober über die Bühne gehen solle, berichtete der Gewerkschafter. Dieser kurze Zeithorizont mache die Situation zusätzlich sehr schwierig.

Fast 1.900 Jobs in Gefahr

Es gebe zwar Signale, dass Gespräche mit Interessenten geführt werden. Wegen der fehlenden Transparenz zweifele er jedoch daran, dass das Unternehmen wirklich ernsthaft daran arbeite, die von der Schließung betroffenen Standorte zu verkaufen und die bedrohten Arbeitsplätze zu erhalten, sagte Trapp.

Das Unternehmen hatte jüngst angekündigt, wegen einer zu geringen Auslastung, Überkapazitäten und Kosteneinsparungen mehrere Produktionsstandorte zu schließen. Betroffen von den Plänen sind Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie Standorte des übernommenen Konkurrenten Curevac. Bis zu 1.860 Stellen sind in Gefahr. Bei Curevac allein sind demnach rund 820 Jobs bedroht - größtenteils am Hauptsitz in Tübingen.

IG BCE: Es geht nur um Profit

Die IG BCE wirft dem Biontech-Management vor, keine Strategie für die Zukunft nach dem Ausscheiden der Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci zu haben. "Biontech hat einen Spirit eines Start-up-Unternehmens, das die Welt verbessern möchte." Aus diesem Grund seien auch die meisten Mitarbeitenden zu Biontech gekommen, erklärte Trapp. "In der Betriebsversammlung in Mainz ist diese Maske gefallen. Es geht nicht mehr darum, die Welt zu verbessern, sondern um knallhart Profit zu machen."

Biontech wurde 2008 von Sahin und Türeci gegründet. Die Eheleute wollen nun eine neue Firma gründen. In dem neuen Unternehmen möchten sich die beiden Mediziner der Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis widmen. Anteilseigner von Biontech werden sie aber bleiben. Nach dem angekündigten Abschied läuft die internationale Suche nach einer neuen Unternehmensführung. Der Fokus liege auf den Vereinigten Staaten.

Onkologie wieder im Fokus

Biontech hat nach eigenen Angaben global rund 7.200 Beschäftigte, darunter etwa 4.000 in Mainz. Sahin sagte bei seinem letzten Auftritt als Unternehmenschef bei der virtuellen Hauptversammlung vor wenigen Tagen allen vom Jobverlust Betroffenen sozialverträgliche Lösungen zu. Die geplanten Standortschließungen begründete er mit der veränderten strategischen Ausrichtung des Biopharma-Unternehmens, sich wieder konsequent auf Forschung und Entwicklung in der Onkologie zu konzentrieren.

Biontech wurde in der Corona-Pandemie weltbekannt, weil das Unternehmen gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer US7170811035 die erste Marktzulassung für einen Impfstoff gegen Covid-19 bekam. Die Herstellung des Covid-19-Impfstoffs soll künftig vollständig von den Pfizer-Standorten in Europa und Amerika abgedeckt werden.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter abwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 0,11
Hebel: 20
mit starkem Hebel
Ask: 0,56
Hebel: 4
mit kleinem Hebel
Smartbroker
Goldman Sachs
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: GW56T2 GW04FY. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Weitere News

4:01 Uhr • Artikel • dpa

Gestern 23:14 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:35 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:35 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:34 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:34 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:33 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer