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Hohe Lebenshaltungskosten schüren Unmut im Libanon 24.09.2026, 18:45 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Angesichts deutlich gestiegener Lebenshaltungskosten wächst im Libanon der soziale Unmut. Der Vorsitzende des Allgemeinen Verbands der libanesischen Arbeitnehmer, Beschara Asmar, warnte vor einer zunehmend untragbaren Situation. Die anhaltende Belastung von Arbeitnehmern und der Bevölkerung könne zu einer "sozialen Explosion" führen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Mehrere Sektoren im Libanon haben in den vergangenen Tagen Streiks und Proteste angekündigt und fordern Maßnahmen gegen die zunehmende finanzielle Belastung. Beamte und Beamtinnen befinden sich bereits seit gestern im Streik. Es wird erwartet, dass der Druck auf die ohnehin bereits geschwächte Regierung in den kommenden Wochen weiter zunehmen wird. Gefordert werden höhere Zulagen und Maßnahmen zur Eindämmung der steigenden Lebenshaltungskosten.

Lohn reicht nicht mal bis zur Monatsmitte

Ein libanesischer Staatsbediensteter mit einem Monatsgehalt von rund 350 US-Dollar (ca. 300 Euro) sagte der dpa, das Geld reiche nur bis wenige Tage nach Monatsbeginn. "Meine Frau ist Lehrerin an einer Privatschule, und wir kommen kaum bis zum Zehnten des Monats", sagte er. Ein Bankangestellter berichtete, sein Gehalt reiche gerade einmal bis zum fünften Tag des Monats.

Insbesondere die stark gestiegenen Benzin- und Dieselpreise sorgen für Aufregung in der Bevölkerung. Dieselgeneratoren sind im Libanon seit Jahrzehnten ein zentraler Teil der Stromversorgung, weil das staatliche Stromnetz von Électricité du Liban (EDL) den Bedarf nicht zuverlässig deckt. Seit Februar sind die offiziellen Tarife für privaten Generatorstrom um fast 60 Prozent gestiegen. Viele Menschen im Libanon können sich dadurch keine dauerhafte Stromversorgung mehr leisten. Einige Experten zufolge belaufen sich die durchschnittlichen Kosten für den Generatorstrom mittlerweile auf rund 80 Prozent des Einkommens von Beschäftigten im öffentlichen Sektor.

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