Italien bereitet Rückkehr zur Atomenergie weiter vor 04.06.2026, 16:31 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Italien ist einer Rückkehr zur Atomenergie einen Schritt näher gekommen. Die Abgeordnetenkammer in Rom verabschiedete ein Gesetz, das den Weg zur Wiedereinführung der Kernenergie ebnen soll. Es genehmigt nicht den Bau von Atomkraftwerken. Stattdessen überträgt das Gesetz der Regierung die Befugnis, innerhalb eines Jahres nach endgültiger parlamentarischer Verabschiedung entsprechende Durchführungsdekrete zu erlassen.

Konkrete Bauprojekte sind damit nicht verbunden. Vielmehr legen jene Dekrete den rechtlichen Rahmen fest, auf dessen Grundlage die Regierung die Rückkehr zur Kernenergie erst weiter ausarbeiten und mögliche Vorhaben später bewerten könnte. Das Gesetz geht nach der Verabschiedung in der Abgeordnetenkammer nun zur weiteren Beratung an den Senat.

Atomausstieg vor knapp 40 Jahren

Italien war bereits nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl von 1986 aus der Atomenergie ausgestiegen. Die letzten AKW gingen 1990 nach einer Volksabstimmung vom Netz. Zwischenzeitlich hatte es in Italien schon einmal Überlegungen gegeben, zur Atomkraft zurückzukehren. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 wurden die Pläne jedoch gestoppt.

Energieminister Gilberto Pichetto Fratin sagte nach der Verabschiedung in der Abgeordnetenkammer: "Heute haben wir damit begonnen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das Land bereit ist, nachhaltige Kernenergie einzusetzen, sobald die neuen Technologien, auf die wir setzen, ausgereift und verfügbar sind, zu Beginn des kommenden Jahrzehnts."

Meloni-Regierung treibt Rückkehr zur Atomenergie voran

Seit ihrem Amtsantritt vor dreieinhalb Jahren hat die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni mehrfach angekündigt, zur Atomkraft zurückkehren zu wollen, um diese wieder in den Energiemix des Landes einzubinden. Ihr geht es dabei um die mögliche Nutzung sogenannter kleiner modularer Reaktoren (SMR) sowie fortgeschrittener modularer Reaktoren (AMR). Oppositionsparteien und Umweltschützer kritisieren die Pläne.

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