Krieg und Ministerin bescheren Solarbranche Sonderkonjunktur 03.06.2026, 06:30 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
SMA Solar Technology 64,20 EUR +0,39 % Lang & Schwarz
E.ON 17,82 EUR -0,53 % TTMzero RT

Der Irankrieg hat Deutschlands Solarfirmen zu einem unverhofften Auftragsboom verholfen. Der kriegsbedingte Anstieg der Öl- und Gaspreise hat die Nachfrage privater Hausbesitzer nach Photovoltaikanlagen auf dem Dach sprunghaft steigen lassen, wie Bundesverband Solarwirtschaft und einzelne Unternehmen auf Anfrage berichten. Ein Sekundärfaktor ist die von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) geplante Kürzung der Solarförderung

"Aufgrund der Energiekrise und der Angst der Verbraucher vor möglichen Fördereinschnitten sehen wir Anzeichen einer solaren Sonderkonjunktur", sagt Carsten Körnig, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft. Sichtbar war das bei den Neuanlagen bereits im April: Im Vergleich zum Vorjahr legte die neu installierte PV-Leistung im sogenannten Heimsegment um vier Prozent auf 0,33 Gigawattpeak zu, wie der Verband auf Basis des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur errechnet hat.

In den Vormonaten war es deutlich abwärts gegangen: Von Januar bis Ende April wurden auf den Dächern privater Häuser neue Solaranlagen mit einer Leistung von 1,24 Gigawattpeak installiert, das waren 16 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Auftragsboom bei den Installateuren

Von der Auftragserteilung bis zur Inbetriebnahme einer neuen PV-Anlage vergehen jedoch auch bei schlechter Auftragslage für die Installateure in der Regel mindestens einige Wochen. Besser als an den Daten der Bundesagentur lassen sich die politisch bedingten Effekte - ob Irankrieg oder Kürzungspläne - daher an Neuaufträgen und Kundenanfragen an die Solarfirmen ablesen. Und diese sind noch viel stärker gestiegen.

"Seit Ausbruch des Irankriegs ist die Nachfrage nach Solarenergie und Wärmepumpen explodiert", sagt Mario Kohle, Gründer und Chef des bundesweit tätigen Installateurs Enpal. Die Folgen spürte das Berliner Unternehmen nach dem Beginn des Kriegs am 28. Februar quasi sofort: Im März und April bestellten die Kunden neue PV-Anlagen für 250 Millionen Euro, 60 Millionen beziehungsweise über 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Enpal sieht den Krieg als primären Treiber, geht aber davon aus, dass auch die Ankündigungen des Bundesregierung zum Erneuerbare-Energien-Gesetz einen Einfluss haben.

"Seit Beginn des Irankonflikts sehen wir bei Solaranlagen einen sehr deutlichen Anstieg der Nachfrage, besonders bei Privatkunden, aber auch bei Geschäftskunden", sagt auch Filip Thon, Geschäftsführer der Eon DE000ENAG999 Energie Deutschland. Die privaten Kundenanfragen haben sich demnach seither mehr als verdoppelt, sowohl im Vergleich zu den Vormonaten als auch im Vergleich zum Vorjahr. "Das ist mit rein saisonalen Effekten nicht zu erklären."

Geplantes Ende der Einspeisevergütung spielt ebenfalls eine Rolle

Eon geht nach einer kürzlich von dem Unternehmen in Auftrag gegebenen Statista-Umfrage unter 2.000 Hausbesitzern davon aus, dass ein Ende der Einspeisevergütung die Photovoltaik-Nachfrage privater Hausbesitzer dämpfen, aber nicht zum Erliegen bringen würde. Rund dreiviertel der Menschen, die eine Solaranlage für ihr Eigenheim planten, könnten sich demnach vorstellen, diese auch ohne feste Einspeisevergütung zu kaufen. "Nur vier Prozent wollen die Investition dann sicher nicht tätigen, zehn Prozent eher nicht, zwölf Prozent sind unentschieden", sagt Thon.

Eine von der Politik verursachte Sonderkonjunktur ist in der Regel nicht nachhaltig. Der Bundesverband Solarwirtschaft beklagt Hin und Her in der deutschen Energiepolitik: "Regulatorische Unsicherheiten sind Gift für die mittel- und langfristige Investitionsbereitschaft", sagt Hauptgeschäftsführer Körnig. Der Verband appelliert daher an die Bundesregierung, die Kürzungspläne zu begraben und eine verlässliche Förderkulisse herzustellen. "Andernfalls wird die Nachfrage nach Solardächern im nächsten Jahr massiv einbrechen."

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter aufwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 1,02
Hebel: 6
mit moderatem Hebel
Smartbroker
Goldman Sachs
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: GW76F5 GW73UD. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer