Mehrheit gegen Kürzungen von Pflegeleistungen 03.05.2026, 09:23 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Eine große Mehrheit der Bevölkerung lehnt nach einer neuen Umfrage mögliche Kürzungen bei den Leistungen der Pflegeversicherung ab. So halten 77 Prozent der erwachsenen Bundesbürger einen erschwerten Zugang zu Pflegegraden für überhaupt oder eher "nicht akzeptabel", wie die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Sozialverbands VdK zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Die Meinungsforscher stellten ihren Fragen nach einzelnen möglichen Einschnitten die Feststellung voran: "Im Zuge einer Pflegereform werden verschiedene Leistungskürzungen diskutiert, um Kosten zu senken." Den Ergebnissen zufolge lehnen es etwa 72 Prozent ab, wenn für Pflegebedürftige die Einstufung in einen höheren Pflegegrad schwieriger würde.

71 Prozent halten es für überhaupt oder eher nicht akzeptabel, wenn die Leistungen in Pflegegrad 1 gesenkt würden. Nach Einschätzungen des VdK könnten Kürzungen hier etwa Zuschüsse für den Hausnotruf oder Pflegehilfsmittel betreffen. 55 Prozent reagieren zudem ablehnend, wenn nach einer möglichen Zusammenfassung und Deckelung von Leistungen gefragt wird. Befragt wurden Mitte April mehr als 2.300 Menschen, die Umfrage ist nach Institutsangaben repräsentativ.

Pflege-Vorschläge im Mai

Im Dezember hatte eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern Reform-Möglichkeiten vorgestellt. Begrenzte Mittel - so sagte es damals Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) - müssten zielgerichteter eingesetzt werden. Angekündigt wurde eine grundlegende Finanzreform für die Pflegeversicherung bis Ende 2026. Leistungen sollen laut Warken kritisch überprüft werden.

Im April kündigte Warken Pläne für die Pflegereform für Mitte Mai an. Allein im kommenden Jahr fehlen der Pflegeversicherung laut Warken sechs Milliarden Euro. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen wolle man nicht allein lassen.

Erst am Mittwoch hatte das Bundeskabinett Gesetzesplänen von Warken für die gesetzliche Krankenversicherung grünes Licht gegeben. Auf gesetzlich Versicherte kommen höhere Zuzahlungen und Einschnitte bei Leistungen zu, damit die Krankenkassen nicht noch teurer werden.

Sozialverband fürchtet Krisensituationen

VdK-Präsidentin Verena Bentele warnt nun auch vor Pflege-Einschnitten: "Wird der Zugang zu einem Pflegegrad verzögert, verlagert das die Belastung auf die pflegenden Angehörigen." Direkte Krisensituationen könnten die Folge sein, aber auch, dass die Versorgung später umso teurer werde. "Anstatt den Zugang zu Leistungen zu erschweren, braucht es den Ausbau von Prävention und Rehabilitation", sagte Bentele der dpa.

Der VdK mahnt, insbesondere "die sensible Frühphase der Pflege" verlässliche abzusichern - also die Pflegegrade 2 und 3. Bentele erläuterte: "Wer in dieser Phase Geld kürzt, belastet Haushalte dort zusätzlich, wo Pflege erst organisiert, Arbeit umgestellt und Versorgung stabilisiert werden muss."

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer