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Niedersachsen

So sind die Urlaubsregionen in den Herbstferien gebucht 06.10.2026, 06:21 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Steigende Verbraucherpreise und hohe Spritkosten: Niedersachsens Tourismusregionen blicken eine Woche vor Beginn der Herbstferien trotzdem meist zuversichtlich auf die Buchungslage. Eine Buchungszurückhaltung allein aufgrund der höheren Kraftstoffpreise sehen Tourismusorte und Gastgeber an der Nordseeküste, im Harz und in der Lüneburger Heide kaum, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Viele Reisende achteten insgesamt auf ihr Urlaubsbudget, hieß es. Die Herbstferien in Niedersachsen und Bremen beginnen am 12. Oktober.

Nordseeküste erwartet stabile Nachfrage

Die Nachfrage nach Herbsturlaub an der Nordsee ist im Vergleich zum Vorjahr stabil. "Aus unseren aktuellen Rückmeldungen aus den Orten und von den Inseln, und nach eigener Recherche anhand unseres Buchungsportals, ergibt sich derzeit, dass die Buchungslage gut aussieht", sagt eine Sprecherin der Tourismus-Agentur Nordsee (Tano) in Wilhelmshaven, die die Nordseeküste zwischen Ems und Elbe vermarktet.

"Die derzeit hohen Mobilitätskosten sind zweifellos ein Faktor, den Gäste bei ihrer Reiseplanung berücksichtigen", teilt die Tano-Sprecherin mit. Eine konkrete Buchungszurückhaltung, die sich eindeutig auf die gestiegenen Kraftstoffpreise zurückführen lasse, könne man aber nicht feststellen. Zugutekomme der Nordsee aber, dass die Küste als Urlaubsziel für Reisen im eigenen Land gut erreichbar sei. Manche Küstenorte und Fährhäfen sind neben dem Auto auch mit dem Zug erreichbar.

Neben den Kosten für An- und Abreise sei für viele Gäste vor allem das Gesamtbudget eines Urlaubs entscheidend - also auch die Ausgaben für Unterkunft, Verpflegung und Freizeitangebote, heißt es bei der Tourismus-Agentur Nordsee. "Hier beobachten die Partnerorte grundsätzlich eine größere Preissensibilität bei Reiseentscheidungen."

Trotz der guten Nachfrage können Kurzentschlossene nach Angaben der Touristiker auch noch spontan eine Unterkunft finden. "Wer bei Reisedauer, Anreisetag und Ort möglichst flexibel ist, hat gute Chancen, auch kurzfristig eine passende Unterkunft zu finden", sagt die Tano-Sprecherin. Weiterhelfen können die Tourist-Informationen in den Küstenorten oder das Buchungsportal der Tano im Internet.

Lüneburger Heide machen Energiekosten Sorge

"Die Herbstferien sehen ganz gut aus", sagt Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH. Urlaub in Deutschland liege weiterhin im Trend. Weil in diesem Jahr sehr kurzfristig gebucht werde, könne man erst kurz vorher sagen, ob die Gastgeber ausgebucht seien. Im Durchschnitt werde erst sechs Tage vorher gebucht. "Waldbrände im Süden und Extremtemperaturen sorgen zunehmend dafür, dass die Menschen im Sommer in Deutschland bleiben und die Herbstferien für das Ausland nutzen", sagt er.

Sorge bereiten die hohen Energiekosten. "Wir merken den Benzinpreis zunehmend, vor allem im Tagestourismus", sagt der Tourismus-Experte. "Insgesamt bewegen sich die Übernachtungszahlen auf Vorjahresniveau und das war ja das Rekordjahr."

Teilweise schwächere Nachfrage im Harz - "Indian Summer" lockt

In der Mittelgebirgsregion sei die Nachfrage in einigen Orten verhaltener als in den vergangenen Jahren - obgleich sie über den gesamten Harz gesehen solide sei, sagte eine Tourismussprecherin. Freizeiteinrichtungen würden zudem darauf hindeuten, dass die Fahrtkosten durch hohe Kraftstoffpreise eine Rolle bei Tagesausflüglern spielen. Einen belastbaren Negativ-Effekt der hohen Kraftstoffpreise will der Tourismusverband darin aber bisher nicht sehen.

Im Gegenteil sei der Harz auch trotz hoher Kraftstoffpreise attraktiv, wirbt die Sprecherin. So könnten Urlauber dank des Urlauber-Tickets Hatix ihr Auto häufig vor Ort stehen lassen. Das Hatix erhalten Urlauber zu einer Hotelbuchung. Damit können sie ohne weiteren Aufpreis zahlreiche Buslinien nutzen sowie mehrere Bahnverbindungen nutzen.

Der Harzer Tourismusverband verwies zudem darauf, dass Buchungen im Harz meist eher kurzfristig erfolgten. Anders als in anderen Urlaubsregionen habe sich dieser Trend seit der Corona-Pandemie nicht umgekehrt. Kurzentschlossene hätten weiterhin gute Chancen, passende Unterkünfte zu finden.

Besonders lohnenswert sei laut Tourismusverband in den kommenden Wochen eine Wanderung durch die Harzer Wälder. Diese würden ähnlich wie beim sogenannten "Indian Summer" in Nordamerika durch unterschiedlich gefärbtes Laub bunt erstrahlen. Dazu eigne sich etwa der Weltwald in Bad Grund. Kulturinteressierte könnten zudem in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt erstmals bei einem gemeinsamen Rundgang dort das Schlossmuseum, die Stiftskirche und den Domschatz erkunden.

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