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Ökolandbau wächst weiter nur verhalten 03.11.2026, 06:39 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Bio-Landwirtschaft in Deutschland wächst weiter, aber nur verhalten. Ökologisch bewirtschaftet wurden im vergangenen Jahr 11,4 Prozent der gesamten Agrarfläche, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium erstmals nach einer neuen Datengrundlage ermittelte. Die Zahl der Bio-Betriebe ging demnach leicht auf 28.150 zurück. Dies entspricht 11,2 Prozent aller Betriebe.

Das Ministerium hatte angekündigt, dass bei der Berechnung von diesem Jahr an nur noch Daten verwendet werden, die das Statistische Bundesamt erhebt. Zuvor seien bei der Bio-Auswertung auch sehr kleine Betriebe mit weniger als fünf Hektar Fläche berücksichtigt worden. "Die Umstellung schafft eine einheitliche statistische Grundlage, da nun für ökologische und konventionelle Betriebe dieselben Erfassungsgrenzen gelten", sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Auch Bio-Höfe im Strukturwandel

Dass die Ökofläche jetzt leicht auf rund 1,9 Millionen Hektar wuchs, während die Zahl der Bio-Betriebe sank, sei Ausdruck des generellen Strukturwandels der deutschen Landwirtschaft: Weniger Höfe bewirtschaften im Schnitt größere Flächen. Da auch die Gesamtzahl der Landwirtschaftsbetriebe sank, blieb der Anteil der Ökobetriebe an allen Betrieben nun mit 11,2 Prozent dennoch stabil.

Weiterhin stellen Betriebe auf ökologische Produktion um, wie das Ministerium erläuterte. Gleichzeitig werden andere Bio-Höfe aufgegeben, weil etwa eine Nachfolge fehlt oder Betriebe wieder konventionell wirtschaften wollen.

Durch die Umstellung der Datengrundlage seien die neuen Zahlen nicht mehr unmittelbar mit früher veröffentlichten Werten vergleichbar, erklärte das Ministerium. Methodisch bedingt komme es nun zu etwas niedrigeren Zahlen für Betriebe und Flächen, weil die sehr kleinen Höfe und etwa auch Imkereien nicht mehr erfasst werden. So lag der Bio-Flächenanteil in der letzten noch nach den alten Kriterien ermittelten Jahresstatistik für 2024 bei 11,5 Prozent.

30-Prozent-Ziel weit entfernt

Das Ziel eines Flächenanteils von 30 Prozent bis 2030, das noch die Ampel-Koalition aufstellte, bleibt nach wie vor weit entfernt. Generell ist es eine Kalkulationsfrage, ob Bauern auf Bio umstellen. So ist etwa der Aufwand bei der mechanischen Bodenbearbeitung höher. Dabei schlagen auch die Treibstoffkosten für Traktoren zu Buche. Andererseits sind chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel tabu, die auch infolge des Iran-Kriegs teurer wurden.

Die Entwicklung auf den Feldern und in den Ställen bleibt seit Jahren hinter dem Wachstum auf dem deutschen Markt für Bio-Lebensmittel zurück. Dort stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 4,3 Prozent auf 14,08 Milliarden Euro, wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) jüngst mitteilte. Der Bio-Anteil am Lebensmittelmarkt kletterte im dritten Quartal 2026 demnach erstmals auf 8,1 Prozent.

Bessere Bedingungen für "heimisches Bio"?

Verbandschefin Tina Andres sagte: "Der wachsende Biomarkt ist ein Weckruf." Viele Menschen erwarteten zu Recht, dass gerade die Biobranche Lebensmittel regional erzeuge und Wasser, Insekten und Vögel schütze. Die Bundesregierung müsse daher für gute Rahmenbedingungen für "heimisches Bio" sorgen und Betriebe zur Umstellung auf Öko ermutigen.

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