Ökostromtochter verschärft Baywa-Krise 03.02.2026, 06:10 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
BayWa 3,385 EUR -2,59 % Lang & Schwarz

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Beim Krisenkonzern Baywa erschweren verschärfte Finanzprobleme der Ökostromtochter Baywa r.e. die bis Ende 2028 erhoffte finanzielle Gesundung. Die Geschäfte der Baywa r.e. laufen so schlecht, dass es möglicherweise zu "wesentlichen Abweichungen" von der Geschäftsplanung kommen könnte, erklärte die Muttergesellschaft Baywa AG am Montagabend in einer Pflichtmitteilung für die Börse. Der Vorstand sei "weiterhin zuversichtlich, die Sanierung der BayWa AG erfolgreich umzusetzen".

Baywa-Vorstand spricht "vorsorglich" mit Kreditgebern und Hauptaktionären

Konkrete Zahlen zur Lage der r.e. nannte die Baywa AG nicht, doch fürchtet der Vorstand, dass der bis Ende 2028 geplante Verkauf der Ökostromtochter weniger Geld bringt als erhofft. Dies hätte demnach "Auswirkungen auf die im Sanierungskonzept der BayWa AG geplanten Gesamterlöse" aus dem Verkauf, wie es in der Mitteilung hieß. Die Auswirkungen könnten offenkundig beträchtlich sein: Der Baywa-Vorstand hat demnach vorsorglich Gespräche mit den wesentlichen Finanzierungspartnern und Hauptaktionären aufgenommen, um die "Refinanzierungsfähigkeit" der AG am Ende des Sanierungszeitraums sicherzustellen.

Auch Trump spielt eine Rolle

Grund der negativen Entwicklung bei der r.e. sind demnach "erkennbare Marktentwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien" sowohl in den USA als auch in Europa. Hauptgeschäft der Baywa r.e. sind Planung und Bau von Wind- und Solarparks. In den USA hatte Präsident Trump im vergangenen Juli sämtliche Steuervorteile für den Ausbau der erneuerbaren Energien gestrichen, was auch die Baywa r.e. traf. In mehreren europäischen Ländern sich der Zubau von Wind- und Sonnenenergie ebenfalls verlangsamt.

Direkte negative Auswirkungen auf die Finanzlage der Baywa AG hat die unerfreuliche Situation bei der r.e. demnach nicht, weil letztere bis zum Verkauf ohnehin kein Geld an die AG abführen sollte. Eine direkte Auswirkung ist allerdings, dass der Jahresabschluss der Baywa sich verzögern könnte.

Vorstoß ins Ökostromgeschäft bringt Verluste anstelle von Gewinnen

Der Baywa-Konzern ist seit 2024 in Schieflage, die Folge einer missglückten internationalen Expansion, in deren Verlauf das für Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung vor allem im Süden und Osten Deutschlands wichtige Münchner Unternehmen Bankschulden von über fünf Milliarden Euro angehäuft hatte. Ein Pfeiler der gescheiterten Strategie war der Vorstoß ins Ökostromgeschäft, das eigentlich zusätzliche Erlöse bringen sollte und nun die Baywa schwer belastet. 2024 hatte der Konzern 1,6 Milliarden Euro Verlust geschrieben. Auch dabei spielte die Baywa r.e. eine beträchtliche Rolle, nicht zuletzt, weil die Baywa AG den Buchwert der Tochter in der Bilanz senken musste.

Die r.e. ist keine hundertprozentige Tochter, sondern ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Schweizer Investor EIP. Die Baywa hält 51 Prozent der Anteile. Eigentlich wollte der Vorstand diesen Anteil bereits im Frühjahr 2025 auf 35 Prozent reduzieren, der geplante Verkauf an EIP scheiterte jedoch./cho/DP/zb

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer