Ölpreise legen weiter zu - Brent notiert wieder über 85 US-Dollar 14.07.2026, 09:23 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die erneute Eskalation im Iran-Krieg treibt die Ölpreise weiter an. Nach dem Kurssprung zu Wochenbeginn kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September am Dienstag erstmals seit rund einem Monat wieder mehr als 85 US-Dollar.

Zuletzt stieg der Preis der globalen Referenzsorte um 2,6 Prozent auf 85,44 Dollar. Gegenüber dem Zwischentief bei gut 70 Dollar Anfang Juli ergibt sich damit ein Plus von gut einem Fünftel.

Während das US-Militär im eskalierenden Konflikt um die Straße von Hormus weiter Ziele im Iran bombardiert, hat der Iran in der Meerenge zwei Tanker mit Marschflugkörpern attackiert. US-Präsident Donald Trump hatte für Montagabend und heute weitere harte Angriffe auf den Iran sowie eine Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren.

Trump kündigte ferner an, dass die USA fortan für die sichere Durchfahrt der wichtigen Meerenge aus "Fairnessgründen" Einnahmen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes für sich beanspruchen würden. Dies solle die Kosten kompensieren, die für die Gewährleistung einer sicheren Passage entstünden. Derweil kündigte Irans Ölminister Mohsen Paknejad an, die Ölexporte liefen wie gewohnt weiter.

Marktbeobachter Stephen Innes zog ein ernüchterndes Fazit: "Washington erklärt, die Meerenge sei weiterhin offen. Teheran erklärt, Schiffe müssten die von ihm kontrollierten Fahrrinnen passieren. Auf dem Papier können beide Seiten weiterhin ihre Standpunkte vertreten. Auf See zählt jedoch nur das Urteil der Reeder, Versicherer und Besatzungen, die aufgefordert sind, durch eine Zone zu fahren, in der eine aktive militärische Konfrontation herrscht."

Genau darauf reagiere der Markt, fuhr Innes fort - nicht auf diplomatische Formulierungen, sondern darauf, ob Schiffe bereit sind, die Meerenge zu passieren, ob Versicherer das Risiko übernehmen und ob die Durchfahrtsregeln den nächsten Raketenangriff oder die nächste Drohung des Präsidenten überstehen. Solange dies unklar bleibe, gebe es ein beständiges grundlegendes Käuferinteresse an Rohöl.

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