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BearingPoint GmbH / BearingPoint-Studie zeigt große Marktlücke für ... 24.09.2026, 07:16 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

BearingPoint-Studie zeigt große Marktlücke für Elektromobilität in Indien (FOTO) Frankfurt (ots) - 39 Prozent wollen elektrisch fahren, aber Elektrofahrzeuge machen bislang nur vier Prozent der Pkw-Neuwagenverkäufe aus.

Indien könnte vor einer neuen Wachstumsphase der Elektromobilität stehen. Die aktuelle internationale Elektromobilitätsstudie der Management- und Technologieberatung BearingPoint zeigt eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen der Kaufbereitschaft urbaner Konsumentinnen und Konsumenten und der aktuellen Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen: Unter den Befragten, die innerhalb der kommenden drei Jahre wahrscheinlich ein Fahrzeug erwerben werden, bevorzugen 39 Prozent ein neues batterieelektrisches Fahrzeug (BEV). Weitere 25 Prozent würden sich für einen Hybrid- oder Plug-in-Hybrid entscheiden. Lediglich 17 Prozent bevorzugen einen neuen Benziner oder Diesel. Gleichzeitig machten nach Angaben der International Energy Agency (IEA) Elektrofahrzeuge im Jahr 2025 erst rund vier Prozent der Pkw-Neuwagenverkäufe in Indien aus.

Damit eröffnet sich eine erhebliche Wachstumschance für Hersteller, Anbieter von Mobilitätslösungen und Investoren.

"Indien hat heute noch keinen großen Elektroautomarkt, aber bereits Konsumentinnen und Konsumenten, die für einen deutlich größeren Markt bereit sind. Entscheidend ist nun, diese Offenheit mit bezahlbaren Fahrzeugen, passenden Finanzierungslösungen und einem verlässlichen Service- und Garantieangebot in reale Kaufentscheidungen zu übersetzen", kommentiert Manuel Schuler, globaler Leiter Automotive bei BearingPoint.

Finanzierbarkeit entscheidet über die nächste Phase des Marktwachstums

Anders als in vielen etablierten westlichen Automobilmärkten spielt die Finanzierung bei der Anschaffung eines neuen Fahrzeugs in Indien eine besonders wichtige Rolle. Dabei ist für viele Verbraucherinnen und Verbraucher nicht allein der Fahrzeugpreis ausschlaggebend, sondern vor allem die monatliche finanzielle Belastung.

Diese Besonderheit spiegelt sich deutlich in den Studienergebnissen wider: Mit 43 Prozent bevorzugen die Befragten eine Fahrzeugfinanzierung, während sich lediglich 34 Prozent für einen Barkauf entscheiden. Indien ist damit der einzige der untersuchten Märkte, in dem Finanzierungsmodelle den klassischen Kauf bereits übertreffen. Gleichzeitig verzeichnen Auto-Abo-Modelle mit über sechs Prozent den höchsten Wert aller untersuchten Länder.

Für Hersteller bedeutet dies, dass künftig nicht allein das Fahrzeug über den Markterfolg entscheidet. Ebenso wichtig werden attraktive Nutzungs- und Finanzierungsmodelle, die die Einstiegshürden in die Elektromobilität reduzieren. Dazu zählen beispielsweise Battery-as-a-Service-Konzepte, getrennte Finanzierungsmodelle für Fahrzeuge und Batterien oder Batteriewechselsysteme, die insbesondere im indischen Zwei- und Dreiradsegment bereits weit verbreitet sind.

Vertrauen schlägt Technologieführerschaft

Während in vielen Märkten technologische Innovationen im Mittelpunkt stehen, dominieren in Indien klassische Vertrauensfaktoren die Kaufentscheidung. Als wichtigste Kriterien nennen die Studienteilnehmenden Fahrzeugsicherheit (66 Prozent), Garantieumfang (63 Prozent), Reparierbarkeit der Batterie (62 Prozent), Vertrauen in die Markenqualität (61 Prozent) sowie Wartungs- und Reparaturkosten (61 Prozent). Digitale Funktionen, technologischer Vorsprung und Design spielen eine deutlich geringere Rolle.

Von diesen Präferenzen können, in Kombination mit der indischen Industriepolitik, insbesondere lokal etablierte Hersteller profitieren. Im Markenranking der Befragten liegen Tata und Mahindra & Mahindra in der Spitzengruppe. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Marktnähe, lokales Vertrauen und ein leistungsfähiges Service-Ökosystem im indischen Markt derzeit wichtiger sind als globale Markenbekanntheit allein.

Gebrauchte Elektrofahrzeuge werden zum zusätzlichen Wachstumsmotor

Auch der Gebrauchtwagenmarkt könnte eine wichtige Rolle für die weitere Verbreitung der Elektromobilität in Indien spielen. 27 Prozent der Befragten bewerten den Kauf eines gebrauchten Elektrofahrzeugs als sehr attraktiv. Damit liegt Indien deutlich vor Deutschland, den USA und Großbritannien.

Voraussetzung für ein weiteres Marktwachstum bleibt jedoch das Vertrauen in die Batterie. 44 Prozent der Befragten geben an, dass ein zertifizierter Bericht zur Batteriegesundheit ihre Wahrscheinlichkeit erhöhen würde, ein gebrauchtes Elektrofahrzeug zu erwerben. Batteriezertifikate, Garantien und professionelle Gebrauchtwagenprogramme könnten daher zu wichtigen Bausteinen künftiger Geschäftsmodelle werden.

"Die hohe Offenheit gegenüber gebrauchten Elektrofahrzeugen zeigt, dass viele Verbraucher nicht zwingend nach dem neuesten Modell suchen, sondern nach einem bezahlbaren und verlässlichen Einstieg in die Elektromobilität", so Manuel Schuler.

Lokale Wertschöpfung entscheidet über den Markterfolg

Für internationale Hersteller reicht es daher nicht aus, Elektrofahrzeuge lediglich nach Indien zu exportieren. Die Studienergebnisse und die Entwicklung des Marktes zeigen, dass langfristiger Erfolg eine starke lokale Verankerung erfordert. Neben wettbewerbsfähigen Produkten gewinnen lokale Produktionskapazitäten, regionale Partnerschaften und die Integration in entstehende indische Wertschöpfungsnetzwerke zunehmend an Bedeutung.

Die Entwicklung erinnert in Teilen an die frühen Wachstumsjahre des chinesischen Elektromobilitätsmarktes. Hersteller, die frühzeitig lokale Kompetenzen, Partnerschaften und Wertschöpfung aufbauen, können nicht nur am Wachstum partizipieren, sondern die zukünftige Wettbewerbslandschaft aktiv mitgestalten.

"Europäische Automobilhersteller müssen entscheiden, welche Rolle sie beim Aufbau des indischen Ökosystems für Elektromobilität übernehmen wollen. Die Erfahrungen aus China zeigen, dass frühe Investitionen in lokale Partnerschaften und Wertschöpfung erhebliche Wachstumschancen schaffen können. Europäische Hersteller konnten über viele Jahre von Marktzugang, Skaleneffekten und profitablen Joint Ventures profitieren. Gleichzeitig trugen diese Partnerschaften zum Aufbau eines zunehmend eigenständigen und global wettbewerbsfähigen lokalen Automobilökosystems bei. Ob Indien eine vergleichbare Entwicklung vollziehen wird, ist offen. Die strategische Leitlinie bleibt jedoch dieselbe: Wer heute lokale Kompetenzen und Partnerschaften aufbaut, partizipiert am Wachstum und prägt zugleich die Wettbewerberlandschaft von morgen", resümiert Manuel Schuler.

Über die Umfrage

Die BearingPoint-Studie basiert auf einer internationalen Online-Befragung von Autofahrerinnen, Autofahrern und potenziellen Fahrzeugkäufern in Deutschland, Großbritannien, den USA, China und Indien. Insgesamt wurden über 10.000 Personen befragt. Die Erhebungen fanden länderspezifisch statt. Abgefragt wurden unter anderem Kaufabsichten, bevorzugte Antriebsarten, Nutzungs- und Finanzierungsmodelle, Markenpräferenzen und Einstellungen zu gebrauchten Elektrofahrzeugen. Die indische Stichprobe hat einen urbanen Schwerpunkt. Die Ergebnisse beschreiben daher insbesondere die Perspektive urbaner indischer Konsumentinnen und Konsumenten.

Über BearingPoint

BearingPoint ist eine unabhängige Management- und Technologieberatung mit europäischen Wurzeln und globaler Reichweite, die Unternehmen mithilfe moderner Technologien transformiert. Wir unterstützen Unternehmen bei der Transformation, indem wir fundiertes Branchenwissen mit starken Kompetenzen in Strategie, Geschäftsprozessen, Technologie und KI kombinieren. Unsere Beraterteams arbeiten dabei in unterschiedlichsten Industrien - immer nah am Kunden. Spezialisierte SAP- und Microsoft-Einheiten, ein starker Fokus auf KI sowie ergebnisorientierte Softwarelösungen ermöglichen maßgeschneiderte, innovative Lösungen für die Herausforderungen unserer Kunden.

Zu BearingPoints Kunden gehören viele der weltweit führenden Unternehmen und Organisationen. Das globale Netzwerk von BearingPoint mit mehr als 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt Kunden in über 70 Ländern und engagiert sich gemeinsam mit ihnen für einen messbaren und langfristigen Geschäftserfolg.

BearingPoint gehört zu den TIME World's Best Companies und den Forbes World's Best Employers. Das Unternehmen ist zudem eine zertifizierte B Corporation, die hohe soziale und ökologische Standards erfüllt.

Weitere Informationen:

Homepage: https://www.bearingpoint.com/

LinkedIn: http://www.linkedin.com/company/bearingpoint%0D

Instagram: https://www.instagram.com/bearingpoint_dach/

Pressekontakt:

Alexander Bock Global Senior Manager Communications Tel: +49 89 540338029 E-Mail: mailto:alexander.bock@bearingpoint.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/68073/6357994 OTS: BearingPoint GmbH

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