KfW-Studie: Jeder vierte Euro der KMU-Investitionen läuft über Leasing
/ Finanzierungsinstrument stabilisiert Investitionen in unsicheren
Zeiten
Berlin (ots) - Leasing spielt eine zentrale Rolle bei der Finanzierung von
Investitionen im deutschen Mittelstand. Nach einer aktuellen Studie von KfW
Research realisierten kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Jahr 2024
Investitionen in Höhe von 61 Milliarden Euro über Leasing. Das entspricht rund
einem Viertel des gesamten Investitionsvolumens. Dieser Anteil ist seit 2021
weitgehend stabil.
Vor allem größere mittelständische Unternehmen greifen auf Leasing zurück. Laut
KfW Research nutzen 55 Prozent der Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten
diese Finanzierungsform. Bei Kleinstunternehmen liegt der Anteil niedriger. Im
Durchschnitt greifen 18 Prozent der KMU auf Leasing zurück. Zum Vergleich: 28
Prozent der Unternehmen finanzieren Investitionen über Bankkredite, dies
entspricht 32 Prozent des Investitionsvolumens. Fördermittel machten 13 Prozent
des Volumens aus.
Aus Sicht der Leasing-Branche wird Leasing zunehmend nicht nur zur Finanzierung,
sondern zur strategischen Steuerung von Investitionen und Liquidität eingesetzt.
"Gerade in wirtschaftlich unsicheren Phasen ermögliche es Unternehmen,
Investitionen planbar umzusetzen", erklärt Dr. Claudia Conen,
Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL).
Leasing senkt Einstiegshürden bei der Transformation
Im Zuge der wirtschaftlichen Transformation gewinnt Leasing auch nach
Einschätzung der Experten von KfW Research weiter an Bedeutung. Mehr als die
Hälfte der neu zugelassenen Elektro-Pkw wird inzwischen geleast. Damit leiste
Leasing einen bedeutenden Beitrag zum Markthochlauf der Elektromobilität, heißt
es in der Studie.
"Auch bei Investitionen in Ladeinfrastruktur und regenerative Energieanlagen
greift der Mittelstand vermehrt auf Leasing zurück. Das Leasing-Neugeschäft mit
Erneuerbaren stieg 2024 um 23 Prozent", ergänzt Dr. Conen. Leasing könne hier
helfen, Investitionsrisiken bei neuer Technologie zu begrenzen.
Daten aus der repräsentativen BDL-Marktstudie "Leasing in Deutschland 2025"
zeigen, dass Transformationsinvestitionen im Mittelstand meist über mehrere
Finanzierungsquellen abgesichert werden. Häufig werden laufender Cashflow und
Leasing kombiniert. Klassische Bankkredite spielen bei innovativen und
risikobehafteten Projekten eine geringere Rolle. Auch im Handwerk, das
traditionell zurückhaltender bei Fremdfinanzierungen ist, setzt rund jeder
fünfte Betrieb bei nachhaltigen Investitionen auf Leasing, wie eine aktuelle
Befragung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks zeigt.
Liquidität und Planungssicherheit im Fokus
Die BDL-Studie zeigt, welche Faktoren die Nutzung von Leasing im Mittelstand
beeinflussen. Seit der Corona-Pandemie haben sich die Prioritäten vieler
Unternehmen verschoben. 65 Prozent der Unternehmen gaben an, heute stärker auf
ihre Liquidität zu achten als vor der Krise. Finanzierungsangebote werden
kritischer geprüft.
Für viele Mittelständler ist Leasing weniger Wachstumshebel als Voraussetzung,
um Investitionen überhaupt realisieren zu können. 81 Prozent sehen Leasing als
wichtiges Instrument, um trotz begrenzter finanzieller Spielräume investieren zu
können. 77 Prozent verbinden Leasing mit der Sicherung ihrer
Wettbewerbsfähigkeit.
Ergänzende Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung
Als wichtigste Motive für Leasing nennen Unternehmen die laufende Erneuerung der
technischen Betriebsausstattung, kalkulierbare Kosten und die Schonung der
Liquidität. Hinzu kommt der Wunsch nach individuell zugeschnittenen
Finanzierungslösungen.
Angesichts knapper personeller Ressourcen gewinnen Leasing-Lösungen mit
zusätzlichen Servicebausteinen an Bedeutung. Leistungen wie Wartung, Reparatur
oder Schadensmanagement entlasten Unternehmen organisatorisch. 58 Prozent der
befragten mittelständischen Unternehmen geben an, dadurch personelle Freiräume
zu gewinnen. Für 65 Prozent sind solche Services sogar ein wichtiges Kriterium
bei der Wahl einer Leasing-Finanzierung.
Leasing als Stabilisierungsinstrument
"Leasing kann Unsicherheit abfedern, aber keine grundsätzliche
Investitionszurückhaltung auflösen", sagt Conen. Die konstante Leasing-Quote bei
KMU sei daher ein Spiegel der vorsichtigen Haltung des Mittelstands. "Damit der
Mittelstand wieder stärker investiert, braucht es vor allem verlässliche und
praktikable Rahmenbedingungen. Weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige
Unternehmenssteuern und Planungssicherheit bleiben entscheidend."
Die Leasing-Branche hat 2024 Leasing- und Mietkauf-Investitionen in Höhe von
80,4 Milliarden Euro für ihre mittelständischen Kunden finanziert. Investiert
wurde in Pkw und Nutzfahrzeuge, Fahrräder, Maschinen, IT-Equipment,
Infrastruktur, erneuerbare Energieanlagen sowie andere Wirtschaftsgüter.
Link zur KfW-Research-Studie (https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthem
en/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-2026/Fokus-Nr.-532-Februar
-2026-Leasing.pdf)
Link zur BDL-Studie "Leasing in Deutschland 2025" (https://jahresbericht.leasing
verband.de/leasing-markt-und-umfeld/repraesentative-unternehmensbefragung/)
Pressekontakt:
BDL Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen
Heike Schur, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 030/20 63 370, mailto:schur@leasingverband.de
http://www.leasingverband.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/60394/6211845
OTS: Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen e.V.